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Steinhoff International - Ausverkauf geht weiter: Konzern trennt sich von Frankreich-Geschäft

Steinhoff International muss sich von einer weiteren Tochtergesellschaft trennen, die man nicht mehr finanziell unterstützen kann: Conforama wird verkauft. Bild und Copyright: NeydtStock / shutterstock.com.

Steinhoff International muss sich von einer weiteren Tochtergesellschaft trennen, die man nicht mehr finanziell unterstützen kann: Conforama wird verkauft. Bild und Copyright: NeydtStock / shutterstock.com.

08.07.2020 12:20 Uhr - Autor: Michael Barck  Michael Barck auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Nachdem die Aktie von Steinhoff International sich wieder einmal im Bereich der 5-Cent-Marke stabilisieren konnte, liegt der Aktienkurs des Handelsunternehmens aktuell im Plus und pendelt um 0,053 Euro. Derweil gibt es Neuigkeiten vonseiten des niederländisch-südafrikanischen Unternehmens, das seit Ende 2017 unter den Folgen eines milliardenschweren Bilanzfälschungs-Skandals leidet und derzeit mit hohen Schulden und einer milliardenschweren Prozesslawine kämpft. Zuletzt kamen noch die Folgen der Corona-Pandemie hinzu, die einen geplanten Börsengang der britischen Pepco-Tochter verhinderten. Mit dem erhofften Ertrag wollte Steinhoff International Schulden tilgen - das kam nicht zustande, der Pepco-Börsengang wurde auf Eis gelegt.

Im Frankreich-Geschäft brachte die Pandemie Steinhoff International ebenfalls unter Druck. Die Tochter Conforama konnte sich keine staatliche Unterstützung zur Überbrückung der Situation sichern. Als Folge daraus hat Steinhoff International Verkaufsverhandlungen mit Mobilux aufgenommen, die nun abgeschlossen sind. Steinhoff hat nun über die Conforama Holding zugestimmt, sich von den Anteile an Conforama Frankreich und bestimmter damit verbundener Marken und Domainnamen zu einem nicht näher bezifferten nominellen Betrag zu trennen und diese an Mobilux zu verkaufen. Zudem sollen 18 Immobilien veräußert werden, Steinhoff nennt eine Summe von 70 Millionen Euro hierfür. Teil des Deals ist zudem eine Beteiligung an Conforama Casino Achats Sàrl.

„Als Teil der Transaktion erhält Conforama France neue Mittel in zwei Tranchen”, so Steinhoff International am Mittwoch in einer Mitteilung. Der Verkauf sichere die Zukunft von Conforama, so Steinhoff - das Unternehmen hätte die notwendigen Mittel für eine Sanierung der Tochter und die Überbrückung der Corona-Krise nicht aufbringen können.

Steinhoffs Gläubiger haben dem Verkauf bereits zugestimmt, endgültig in trockenen Tüchern ist der Deal aber nicht. Noch stehen behördliche Genehmigungen aus. Steinhoff International geht davon aus, den Verkauf der französischen Aktivitäten bis Ende September 2020 abschließen zu können.


Lesen Sie mehr zum Thema Steinhoff International im Bericht vom 06.07.2020

Steinhoff International bestätigt Spekulationen - aber hohe Risiken bleiben

Nach dem Ende 2017 aufgedeckten Bilanzskandal bei Steinhoff International ächzt der Konzern weiter unter den „Altlasten”, insbesondere hohen Schulden und einer Prozesslawine, in der es um zusammen rund 10 Milliarden Euro gehen soll. Ein Bloomberg-Bericht vom Freitag hat nun Spekulationen in Gang gesetzt, dass das niederländisch-südafrikanische Unternehmen vor einer Einigung mit den diversen Klägern stehen könnte - darunter der frühere Chairman und Ex-Großaktionär Christo Wiese, der 3,5 Millionen Dollar von Steinhoff haben will, obwohl der Bilanzskandal in seine Ära als Chairman fiel - Wiese sieht sich vom alten Vorstand der Gesellschaft getäuscht.

Steinhoff bietet den Klägern im Gegenzug für eine Beendigung der Streitigkeiten wohl zum einen Cash, zum anderen Anteile an einer der wichtigsten Tochtergesellschaften des Unternehmens: Dem südafrikanischen Einzelhandelskonzern Pepkor Holdings. Aktuell hält Steinhoff International mit 68 Prozent der Anteile die ... diese News weiterlesen!

Auf einem Blick - Chart und News: Steinhoff International

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