US-Arbeitsmarkt erholt sich schneller als erwartet - Commerzbank Kolumne


03.07.2020 09:42 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Die Lage am US-Arbeitsmarkt hat sich im Juni deutlich verbessert. Die Anzahl der Beschäftigten stieg stärker als erwartet um 4,8 Mio. Im Mai und Juni zusammen sind etwa ein Drittel der im März und April verlorengegangenen 22 Mio. Stellen wieder entstanden. Die Arbeitslosenquote sank von 14,7% im April auf 13,3% im Mai auf jetzt 11,1%. Bis zur Erreichung des Vorkrisenniveaus ist es dennoch ein weiter Weg. So muss bezweifelt werden, dass sich die Erholung im gleichen Tempo fortsetzt. Es gibt Hinweise, dass die Erholung am US-Arbeitsmarkt zum Monatsende ins Stocken geraten ist, was angesichts der steigenden Zahl an Neuinfizierten nicht überrascht.

Anleihen


China: PMI Caixin (Juni), 03:00 Uhr
Euroraum: PMI Dienstleistungen (Juni), 10:00 Uhr
USA: ISM-Index nicht vearb. Gewerbe (Juni), 16:00 Uhr

Es gibt mehr und mehr die Anzeichen dafür, dass sich die Konjunktur weltweit beginnt, kräftig zu erholen. Gestern gab es vom Arbeitsmarkt im Euroraum und den USA besser als erwartete Daten. Heute Morgen überraschte der chinesische Einkaufsmanagerindex Caixin für Dienstleistungen mit einem Anstieg im Juni von 54,7 auf 55,7 Punkte positiv. Gestern vermeldete das Statistikamt Eurostat nur eine leicht höhere Arbeitslosenquote für den Euroraum im Mai von 7,4% (nach 7,3%), erwartet hatte man einen Anstieg auf 7,7%. Die in Europa übliche Kurzarbeit hat wohl einen größeren Anstieg bisher vermieden. In den USA überraschten die Arbeitsmarktdaten für Juni sehr positiv. Es wurden fast 5 Mio. neue Stellen geschaffen. Nachdem die Arbeitslosenquote im April auf 14,7%, den höchsten Stand seit 1940, nach oben schoss, ging sie im Mai auf 13,3% und Juni auf 11,1% deutlich zurück (siehe auch im Blickpunkt). Die Daten spiegeln jedoch nicht wider, dass sich die Erholung zum Monatsende hin wegen der steigenden Zahl der Neuinfektionen vermutlich verlangsamt hat. Auch die US-Auftragseigänge erholten sich im Mai mit einem Zuwachs von 8,0% M/M, nachdem sie im April um 13,5% M/M einbrachen. Das US-Handelsbilanzdefizit steigt jedoch wieder kräftig an. Im Mai erhöhte es sich von 49,8 Mrd. auf 54,6 Mrd. USD, stärker als prognostiziert. Seit der Finanzkrise 2008/2009 war es nur im Dezember 2018 mit 56,4 Mrd. USD größer. Nach den kräftigen Kursrückgängen bei Bundesanleihen am Mittwoch, erholten sie sich gestern etwas. In den USA gingen die Kurse von US-Treasuries nach den guten Arbeitsmarktdaten nur kurzzeitig leicht zurück. Am Nachmittag gab der Euro nach einem Anstieg auf die Marke von 1,13 US-Dollar am Vormittag wieder auf 1,1240 US-Dollar nach.

Aktien


Heute keine relevanten Unternehmenstermine

Die Aktienmärkte setzten gestern einmal mehr ganz auf konjunkturelle Belebung, obwohl die Neuinfektionszahlen weltweit Anlass zu Zweifeln boten. Die positiven Einkaufsmanagerindizes und der überraschend gute Arbeitsmarktbericht aus den USA wogen letztlich aber deutlich stärker. Hinzu kamen Meldungen zu Fortschritten bei der Impfstoffentwicklung durch Biontech und Pfizer. Der DAX unter Führung vor allem der Zykliker kam so 2,6% voran. Im gleichen Ausmaß stieg auch der EuroStoxx 50. Bester europäischer Markt war Spanien mit einem Indexgewinn von 3,8%, wobei die Finanzwerte dort knapp 6% nach vorne zogen. Im Stoxx 600 waren es ebenfalls die erwähnten Sektoren zyklischer Konsum, also vor allem Autowerte, und die Finanztitel, die mit je +2,5% die Spitze bildeten. Gesundheit (+0,7%) hing am Ende etwas zurück. Bei den Einzelwerten im DAX waren es Titel wie Linde, RWE, Adidas, Daimler und Continental mit Zuwächsen über 4%. Lediglich Wirecard (-35%) fiel einmal mehr aus dem Rahmen. In den USA konnten die Indizes die starken Anfangszuwächse von knapp 2% nicht halten. Vor dem Feiertag gingen dann doch viele Anleger auf Nummer sicher. Am Ende standen für den Dow Jones noch +0,4% bzw. an der Nasdaq nach neuem Rekordstand +0,6% zu Buche. Auf Sektorebene lagen Grundstoffe (+1,8%) und Energie (+1%) vorn. Im Dow Jones bildeten mit Walgreens (+2,7% und Pfizer (+2,3%) zwei Titel aus dem Gesundheitsbereich die Spitze. Beim weltweit wertvollsten Autokonzern Tesla ( 8%) ging die Rekordfahrt weiter. Moderna (-5%) belastete ein Impfstoff-Rückschlag. In Asien bleiben die Märkte heute in zuversichtlicher Stimmung. Japan verzeichnet Zuwächse im Topix von 0,6%. In China stehen Gewinne von 1-2% auf der Uhr. Für Europa sind die vorbörslichen Taxen behauptet. Ohne die Wall Street dürften jedoch große Impulse fehlen.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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