Kupfer: Preiserholung auch dank Verknappung - Commerzbank Kolumne

Kupfer-Produktion: Besonders in Chile, Peru und Mexiko (globaler Produktionsanteil ca. 40%) ist das Risiko anhaltender virusbedingter Ausfälle hoch. Bild und Copyright: Djelen / shutterstock.com.

Kupfer-Produktion: Besonders in Chile, Peru und Mexiko (globaler Produktionsanteil ca. 40%) ist das Risiko anhaltender virusbedingter Ausfälle hoch. Bild und Copyright: Djelen / shutterstock.com.

19.06.2020 09:55 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Der Kupferpreis hat die Verluste aufgrund der Coronapandemie wieder aufgeholt. Eine interessante Entwicklung, denn Kupfer ist wegen seines breiten Anwendungsspektrums häufig ein guter Leitfaden für die globale Wirtschaft. Bemerkenswert ist vor allem, dass die Lagerbestände in den letzten Monaten, trotz Wachstumseinbruchs, gesunken sind. Dies hat zwei Gründe: Zum einen hat sich die Nachfrage in China (globaler Nachfrageanteil ca.50%) rasch erholt. Zum anderen gibt es erhebliche Ausfälle in der Minenproduktion. Besonders in Chile, Peru und Mexiko (globaler Produktionsanteil ca. 40%) ist das Risiko anhaltender virusbedingter Ausfälle hoch. Der Kupfermarkt zeigt also wie die Pandemie auch inflationär wirken kann.

Anleihen


Japan: Verbraucherpreise (Mai), 1:30 Uhr
Großbritannien: Einzelhandelsumsätze (Mai), 8:00 Uhr

Die europäischen Geschäftsbanken haben gestern das Angebot der EZB in Form eines neuen Langfristtenders rege genutzt und sich Liquidität in der gewaltigen Höhe von 1,3 Billionen Euro gesichert. Allerdings wurden gleichzeitig Gelder fällig, sodass der Nettozufluss bei 548 Mrd. Euro lag. Insgesamt war der Zufluss deutlich größer als bei früheren Operationen. Grund für die starke Liquiditätsnachfrage der Banken dürften erstens die sehr günstigen Zinsbedingungen sein. Für jene Banken, die rege Kredite vergeben, liegt der Zinssatz 50 Basispunkte unter dem Depositensatz – der aktuell bei -0,5% liegt. Zweitens ist die Nachfrage bei den Unternehmen nach Liquidität hoch, denn man braucht Geld, um die Verluste abzufedern, die durch den Lockdown entstanden sind. Und drittens geben die Staaten Garantien für die, von dem Unternehmen aufgenommenen Kredite. All dies lässt auch darauf schließen, dass der Langfristender einen größeren realwirtschaftlichen Effekt haben wird als frühere Tender. Dafür spricht auch, dass die Kreditvergabe und die Geldmenge in den letzten Monaten kräftig gestiegen sind. Die Bank von England hält weiter an ihrem leicht positiven Leitzins von 0,1% fest. Die britischen Notenbanker sind der Ansicht, dass ein negativer Zins mehr schadet als nutzt. Die Käufe von Staatsanleihen werden jedoch ausgeweitet. Das angepeilte Volumen liegt jetzt bei 745 Mrd. Pfund (bislang 645 Mrd.) und soll bis Jahresende erreicht werden. In den USA lag die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosengeld in der Woche zum 13. Juni bei 1,5 Millionen. Mit 20,5 Mio. ist die Zahl der Arbeitslosengeldbezieher aber weiterhin hoch und sinkt nur langsam. Steigende Infektionszahlen u.a. in Texas und Florida dämpfen aktuell die Konjunkturstimmung.

Aktien


Oracle, Jahresergebnis

Nachdem die internationalen Börsen in den vergangenen zwei bis drei Handelstagen wieder spürbar Boden gut machen konnten, geriet der Kursauftrieb gestern nach kurzen zwischenzeitlichen Gewinnen wieder ins Stocken. Die europäischen Leitindizes büßten in der Spitze um bis zu 1,2% (Spanien) ein, erholten sich zum Teil aber wieder spürbar von ihren Tagestiefständen. Schwache Makrodaten aus den USA (Arbeitsmarktdaten) sorgten in der Nachmittagssitzung kaum für weiteren Kursdruck. In diesem Umfeld verlor der Dax rd. 0,8%. Im Fokus des Interesses stand die Aktie von Wirecard. Mit einem Minus von 62% erlebte sie einen beispiellosen Absturz. Verantwortlich hierfür zeichnete die Tatsache, dass das Unternehmen abermals die Veröffentlichung des lange erwarteten Jahresabschlusses verschieben musste. Die Aktie fiel sogar kurz unter 30 Euro. Auf diesem Kursniveau dürfte der Verbleib im Dax in Frage stehen. Ansonsten geriet der Kurs der Deutschen Lufthansa nach den jüngsten Nachrichten rund um das Rettungspaket und den Plänen bzw. Wünschen des Großaktionärs Thiele unter Druck (-4%). Die Aktie von Henkel (-3%) notierte ex-Dividende. Tagesgewinner war die Notierung von BASF (Hauptversammlung) mit einem Aufschlag von 1,9%. Auf europäischer Sektorenebene waren vor allem Werte aus dem Bereich Reise & Freizeit gesucht, die im Schnitt um 1,2% stiegen. Tagesverlierer war der Sektor Rohstoffe, dessen Indexmitglieder um durchschnittlich 1,9% nachgaben. Die Börsen in den USA tendierten in einem vergleichsweise ruhigen Handel wenig verändert. Der Dow Jones-Index gab um 0,2% nach. Auf Sektorenebene waren insbesondere Energieaktien gefragt, die im Schnitt um 1,2% gewannen. Immobilienwerte gaben dagegen als Tagesverlierer rund 1,3% nach. Die Börsen in Asien tendierten zum Wochenschluss uneinheitlich. Freundlicher zeigten sich die Kurse in China und Hongkong. Schönes Wochenende!

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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