Marinomed: Eine Schutzschicht gegen Corona?


17.06.2020 20:30 Uhr - Autor: Johannes Stoffels  Johannes Stoffels auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Marinomed dürften viele Investoren nicht auf ihrer Beobachtungsliste haben. Das österreichische Unternehmen ist seit Februar 2019 an der Wiener Börse notiert. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 132 Millionen Euro.

Die Österreicher entwickeln unter anderem Mittel gegen Atemwegserkrankungen, die meist rezeptfrei in den Apotheken beispielsweise als Nasenspray erhältlich sind. Gründer und Vorstandschef Andreas Grassauer ist studierter Virologe und kennt sich daher im Geschäft aus.

Auf einer virtuellen Investorenkonferenz macht Grassauer deutlich, dass man mit der eigenen Carragelose-Plattform auch bei Corona Chancen sieht. Das Mittel bildet eine Art Schutzschicht beispielsweise auf der Nasenschleimhaut, so dass sich Viren dort schlechter anlagern können. Die Virenmenge wird so reduziert, die Infektionsdauer verkürzt sich. Studien haben gezeigt, dass die Symptome bei verschiedenen Infektionen um bis zu vier Tage rascher verschwinden als mit einem Placebo. Darauf will man aufbauen und Carragelose hinsichtlich Corona stärker unter die Lupe nehmen. Entsprechende Arbeiten laufen.

Das Geld für solche Forschungsarbeiten ist vorhanden. Grassauer bezeichnet auf der Konferenz den finanziellen Background als solide. Ende 2019 lagen die liquiden Mittel bei 12,0 Millionen Euro. Die aktuellen Forschungen rund um Corona bringen weitere Fördermittel von verschiedenen Seiten in die Kasse. Somit sieht Grassauer sein Unternehmen als durchfinanziert an.

Pro Quartal liegt die Cashburn-Rate bei rund 1,5 Millionen Euro. Daher wird auf mittlere Sicht kein neues Geld benötigt. Wenn es aber konkrete neue Projekte gibt, für die Geld benötigt werden würde, könnte Grassauer von seiner aktuellen Einstellung abweichen. Doch dazu will er eine klare Story sehen.

Für das laufende Jahr rechnet Grassauer mit einem zweistelligen Wachstum. 2019 machte Marinomed einen Umsatz von 6,14 Millionen Euro, der Verlust lag bei 7,2 Millionen Euro. In seinen Ausführungen auf der Konferenz verweist Grassauer auch auf eine starken Pipeline. Neben Carragelose mit den verschiedenen Möglichkeiten gehört dazu Marinosolv. Nach einer validierten Phase-III-Studie dürfte es auch hier bald Neuigkeiten geben.



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