Green-Deal: EU-Kommission hat Strategiepapier „Vom Hof auf den Tisch“ und „Biodiversität“ vorgelegt - Commerzbank Kolumne

Zentraler Punkt des Biodiversitäts-Plans ist die Ausweitung von Schutzgebieten: 30% der europäischen Land- und Meeresfläche müssen unter Schutz gestellt werden. Bild und Copyright: Oleksandr Osipov / shutterstock.com.

Zentraler Punkt des Biodiversitäts-Plans ist die Ausweitung von Schutzgebieten: 30% der europäischen Land- und Meeresfläche müssen unter Schutz gestellt werden. Bild und Copyright: Oleksandr Osipov / shutterstock.com.

09.06.2020 09:32 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Die EU-Kommission hat jüngst ihre Strategiepapiere „Vom Hof auf den Tisch“ (Farm to Fork) und „Biodiversität“ vorgelegt, die wiederum Teile des „Green Deals“ sind, wonach die Europäische Union bis 2050 klimaneutral aufgestellt werden soll. Diese beiden Pläne tangieren praktisch alle Bereiche der Landwirtschaft. Demnach soll u.a. der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bis 2030 um 50% reduziert, der Einsatz von Dünger um 20% gesenkt und der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung um 50% vermindert werden. Obendrein ist vorgesehen, den Flächenanteil der ökologischen Landwirtschaft EU-weit von jetzt rund 8% auf 25% zu steigern usw. Zentraler Punkt des Biodiversitäts-Plans ist die Ausweitung von Schutzgebieten: 30% der europäischen Land- und Meeresfläche müssen unter Schutz gestellt werden. Darüber hinaus ist geplant, 10% der landwirtschaftlichen Flächen „mit Landschaftselementen mit großer Vielfalt zu gestalten". Die heutige Nahrungsproduktion ist mit einer hohen Umweltbelastung verbunden (bspw. ist sie weltweit einer der größten Emittenten u.a. von CO2 und Methan). Gleichzeitig muss eine ausreichende Versorgung mit gesunden Lebensmitteln zu vertretbaren Preisen für die Bevölkerung sichergestellt sein. Spätestens seit der Corona-Pandemie dürfte vielen klargeworden sein, dass dies nicht so selbstverständlich ist, wie man allgemein oftmals dachte. Würden obigen Ziele beispielsweise ein verstärktes Bauernhof-Sterben zur Folge haben, wäre dies sicherlich kontraproduktiv. Wie Landwirtschaft betrieben werden soll, darüber herrschen stark divergierende Meinungen. Doch unabhängig davon, welche Meinung jemand hierzu hat, die politischen Vorgaben zum Landwirtschaftssektor werden viele Konzerne im Agrargeschäft zu einer Anpassung ihrer Geschäftsstrategie zwingen. Dies dürfte für Konzerne wie Bayer durchaus eine mittelfristige Margenbelastung bedeuten.

Anleihen


Deutschland: Export (April), 08:00 Uhr
Euroraum: BIP-Wachstum, endgültig (Q1), 11:00 Uhr

Die Coronapandemie hinterlässt weltweit ihre Spuren. Die Folgen für den Welthandel sind zum Teil überraschend und schwer zu prognostizieren. So stiegen die chinesischen Exporte im März und April – nach Ende des Lockdowns – an. Vielleicht auch bedingt durch zusätzliche Exporte von medizinischen Hilfsmitteln. Im Mai – so zeigen die Daten vom Wochenende – kam es aber zu einem merklichen Rückgang der Exporte um 3,5% zum Vorjahr, bedingt durch die fehlende Nachfrage aus den Industrieländern. Im Spiegelbild dazu die Importe. Hier wäre für Mai eine Belebung im Gleichschritt mit der Konjunktur zu erwarten gewesen. Stattdessen gingen die Importe im Mai sogar um 16,7% im Vergleich zum Vorjahr zurück. Rückläufig waren insbesondere die Importe von Rohstoffen. Die Firmen greifen offenbar vermehrt auf Lagerbestände zurück, die während der Quarantänezeit aufgebaut wurden. Letzte Woche meldete der VDA (Verband der Automobilindustrie), dass die Autoproduktion sich belebt und im Mai schon 40% des normalen Niveaus erreichte. Die gestern gemeldeten Zahlen zur Industrieproduktionen spiegelten diese Erholung noch nicht wider: Im April sank die Produktion im produzierenden Gewerbe weiter um 17,9% zum Vormonat und lag damit rund 25% unter dem Vorjahr. Sollten die amtlichen Zahlen für Mai eine ähnliche Wiederbelebung der Autoproduktion wie die VDA-Zahlen zeigen, so entspräche das allein einem Produktionsplus von 6 Prozentpunkten. Auch die heute gemeldeten deutschen Export- und Importdaten beziehen sich auf den April und zeigen einen unerwartet starken Einbruch bei den Exporten um 24,0%. Die Importe gingen um 16,5% gegenüber dem Vormonat zurück. Besonders heftig mit -73,6% zum Vorjahr war der Rückgang der Exporte im Bereich Fahrzeugbau.

Aktien


Heute keine relevanten Unternehmenstermine

Nach dem fulminanten Kursverlauf der Vorwoche starteten die europäischen Aktienbörsen nun etwas ruhiger in den Handel. Klare Gewinner im deutschen Leitindex waren die Aktien der Deutschen Lufthansa (+9,1%), die damit ihre Erholungsrally weiter fortsetzen konnten. Stark präsentierte sich weiterhin auch die Deutsche Bank (+3,8%) Dagegen kommen die Aktionäre von Wirecard (+1,7%) nach wie vor nicht zur Ruhe. Nachdem die Geschäftsräume des Zahlungsabwicklers am Freitag von der Staatsanwaltschaft durchsucht worden waren, rutschten die Papiere zwischenzeitlich um mehr als sieben Prozent ab, konnten sich dann aber wieder fangen und in positives Terrain vorstoßen. Im weiter starken Bankenumfeld bauten die Titel der Deutschen Pfandbriefbank (+13,5%, MDax) ihre Gewinne weiter aus. Im EUROSTOXX 600 verbreiterte sich die Spanne zwischen den Branchen mit Nachholpotential (Banken: +2,0%) und den Segmenten, die sich während der Krise bisher sehr stabil gehalten hatten (IT: -2,1%, Einzelhandel: -1,9%, Finanzdienstleister: -1,3%). An der Wall Street blieb indes die Kauflaune ungebrochen. Selbst der Nasdaq 100, der nach seinem Allzeithoch von Freitag noch schwächer eröffnet hatte, konnte erneut zulegen. Mit Abstand stärkste Einzeltitel im Dow Jones Industrial waren nach einer Kurszielanhebung durch ein Analysehaus die Aktien von Boeing (+12,2%). Auch die Papiere der Fluggesellschaften United Airlines. +14,8%) verzeichneten deutliche Gewinne. Angeführt vom erneut starken Energiesektor (+4,3%) konnten im allgemein positiven Umfeld alle Branchen zulegen. Die asiatischen Börsen fanden heute Morgen keine einheitliche Richtung. Während die chinesischen Märkte weiter ansteigen, notierte der Nikkei 225 im Minus.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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