In den USA hat die Coronakrise schon mehr als 36 Mio. Jobs gekostet - Commerzbank Kolumne

Bild und Copyright: gary yim / shutterstock.com.

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15.05.2020 09:19 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

In den USA sind die Erstanträge auf Arbeitslosenversicherung vergangene Woche nur wenig von 3,2 Mio. auf knapp 3 Mio. zurückgegangen. Damit haben wegen der Coronakrise in den letzten 8 Wochen mehr als 36 Mio. Arbeitnehmer ihre Arbeitsstelle verloren. Der US-Arbeitsmarktbericht von April vermeldete einen Jobverlust von 22,5 Mio. und einen Anstieg der Arbeitslosenquote von 4,4% auf 14,7%, die höchste seit Juni 1940. Damit sind im April so viele Stellen weggefallen wie im gesamten letzten Aufschwung seit 2010 entstanden sind. Besonders groß war der Jobverlust in der Dienstleistungsbranche, letztlich haben aber praktisch alle Branchen Arbeitsstellen abgebaut.

Anleihen


Deutschland: Bruttoinlandsprodukt (Q1), 10:00 Uhr
USA: Einzelhandelsumsätze (April), 14:30 Uhr
USA: Empire State Index (Mai), 14:30 Uhr
USA: Industrieproduktion (April), 15:15 Uhr
USA: Verbrauchervertrauen (Mai), 16:00 Uhr

Das Statistische Bundesamt zieht heute erst um 10 Uhr Bilanz – der pandemiebedingte Lockdown dürfte im ersten Quartal einen Produktionsrückgang von etwa 2,5% im Vergleich zum Vorquartal gebracht haben. Im europäischen Vergleich würde Deutschland damit gut dastehen. Eurostat hatte bereits Ende April vorab einen EU-weiten Produktionsrückgang von 3,8% gemeldet. Die Einbußen im zweiten Quartal dürften aber sehr viel höher ausfallen. Sollte am Jahresende ein Minus beim BIP von 5,5% zum Vorjahr zu Buche stehen so würde dies pro-Kopf einer Einbuße von gut 2.260 Euro entsprechen oder gesamtwirtschaftlich von 190 Mrd. Euro. Hoffnung macht die Entwicklung in China, denn dort hat sich die Lage nach dem Lockdown schnell normalisiert – die Industrieproduktion legte im April kräftig zu. Die Produktion lag sogar 3,9% über dem Vorjahresniveau. Zum Teil werden die Unternehmen von politischer Seite gedrängt, die Produktion aufzunehmen. Da die Nachfrage noch gedämpft ist, steigen die Lagerinvestitionen. In den USA hat sich der Stellenabbau in der Woche zum 9. Mai zwar etwas verlangsamt – es stellten aber immer noch 2,98 Millionen einen Erstantrag auf Arbeitslosengeld. Erfreulich ist aber, dass bereits in der Woche zum 2. Mai die Zahl derer, die wieder eingestellt wurden, in etwa der Anzahl der Entlassenen entsprach, so dass die Zahl der Arbeitslosen insgesamt kaum noch steigt. In der ersten Maiwoche dürfte daher der Höhepunkt der Arbeitslosigkeit erreicht wurden sein. Die Zahlen zeigen, dass jetzt die Rückkehr an die Arbeitsplätze beginnt.

Aktien


Aurubis, Ergebnis Q2
Gea, Ergebnis Q1
Hapag-Lloyd, Varta, Ergebnis Q1

Anleger brauchen weiterhin starke Nerven! Nach den kräftigen Kursgewinnen im April, kam es in der ersten Maihälfte zu deutlichen Gewinnmitnahmen. In den ersten vier Handelstagen der laufenden Woche büßte der Dax rund 5,2 Prozent ein; gestern verlor der deutsche Leitindex 2%, wobei er sich dank eines Schlussspurts deutlich von seinem Tagestief bei 10.160 Punkten erholen konnte. Vielen anderen europäischen Leitindizes ging es ähnlich. Die Verunsicherung vieler Investoren ist weiterhin groß, erst recht nachdem der US-Notenbankchef Jerome Powell am Mittwoch vor einer Phase lang anhaltender wirtschaftlicher Schwäche gewarnt hat. Firmenpleiten und Privatinsolvenzen einzelner Haushalte könnten das Wachstum über mehrere Jahre drücken. Die zu erwartende Schwäche am Arbeitsmarkt könnte für längere Zeit zu negativen Effekten auf Produktivität und Einkommen führen. Hinzu kommen die allgemeinen Befürchtungen über eine mögliche zweite Covid-19-Welle, nachdem nun viele Dinge im sozialen und wirtschaftlichen Leben wieder möglich sind. In Europa büßten Autowerte im Schnitt rd. 2,8% ein. Im Dax gerieten Daimler (-3,5%), Volkswagen (-2,8%) und BMW (-3,4%) recht stark unter Beschuss, wobei sich diese Werte dank eines kräftigen Anstiegs in der letzten Handelsstunde deutlich erholten, ebenso wie die Aktie der Deutschen Lufthansa (+2,4%). Die stärksten Verluste wiesen auf europäischer Sektorenebene Einzelhandelstitel aus (-3,1%). Die Börsen in den USA tendierten nach schwachem Beginn freundlicher, wobei v.a. Bankwerte (+2,6%) kräftig gesucht waren. Die Börsen in Asien tendierten zum Wochenende überwiegend freundlich. Für Rückenwind sorgten u.a. gute Makrodaten aus China. Im Reich der Mitte stieg die Industrieproduktion (+3,9% im April) deutlich stärker als erwartet.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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