Spekulative Zurückhaltung bei Edelmetallen - Commerzbank Kolumne

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05.05.2020 09:42 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Die Situation am Goldmarkt ist alles andere als überhitzt, obwohl der Goldpreis von Hoch zu Hoch klettert. Dabei sind die Schmucknachfrage aus Asien und die Käufe der Notenbanken, den in den letzten Jahren wichtigsten Nachfragegruppen, deutlich rückläufig. Noch bemerkenswerter ist die bisherige Zurückhaltung am Terminmarkt. Der Abbau von spekulativen Positionen bremste in den letzten Wochen den Preisanstieg sogar. Das geringe spekulative Interesse wird vor allem am niedrigen Niveau der offenen Positionen deutlich. Bei Platin und Silber ist dies noch ausgeprägter. Dadurch verringert sich einerseits das Risiko deutlicher Preiskorrekturen und andererseits besteht erhebliches spekulatives Kaufpotential für Gold, Silber und Platin.

Anleihen


USA: Handelsbilanz (März), 14:30 Uhr
USA: ISM nicht verarb. Gewerbe (April), 16:00 Uhr

Im Euroraum ging der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im April von 44,5 auf 33,4 Punkte, ein Rekordtief, zurück (Erstschätzung 33,6 Punkte). In Italien fiel er von 40,3 auf 31,1 Punkte und in Spanien von 45,7 auf 30,8 Punkte. Für beide Länder gibt es keine Erstschätzung. Nachdem das reale BIP im ersten Quartal im Euroraum um 3,8% Q/Q eingebrochen war, dürfte das 2. Quartal noch deutlicher zurückgehen, da es noch stärker von den Corona-Beschränkungen betroffen sein wird. Die Renditen stiegen gestern trotz der aufgekommenen Risikoaversion an. Zur Sorge um die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise kam die Furcht vor einem Wiederaufflammen der Handelskonflikte zwischen den USA und China. In der EU-Peripherie verlief die Entwicklung zwar uneinheitlich, aber weitegehend stabil. In Italien weitet sich die Spreads zum Tagesbeginn aus, gingen im Tagesverlauf aber wieder zurück. Die Ölpreise stiegen gestern wieder deutlich an. Heute wird das Bundesverfassungsurteil bezüglich der Anleihekäufe der EZB erwartet. Sollte das Bundesverfassungsgericht der Bundesbank Grenzen für ihre Beteiligung am Anleihekaufprogramm setzen, dürfte das zu Spreadausweitungen führen. Das heutige Bundesverfassungsurteil betrifft jedoch nur das bisherige PSPP-Programm, könnte aber Sorgen um neue Klagen hervorrufen. Von 2015 bis Ende 2018 erwarb die EZB Anleihen im Wert von 2,1 Bio. Euro. Nach einer Unterbrechung nahm sie im November 2019 die Käufe wieder auf und legte im Zuge der Coronakrise ein neues Kaufprogramm in Höhe von 750 Mrd. EUR auf (PEPP). Die Wertpapierkäufe sorgen für günstige Finanzierungsbedingungen der Euro-Länder. Die Risikoaufschläge von Euro-Staatsanleihen ggü. Bundesanleihen haben sich zuletzt wieder ausgeweitet, noch zeigt sich der Euroraum aber stabil.

Aktien


Beiersdorf, Vonovia, Ergebnis Q1
Infineon, Siemens Healthineers, Ergebnis Q2
BNP Paribas, Total, Ergebnis Q1
Axa, Umsatz Q1
Intesa SanPaolo, Repsol, Vestas Wind, Ergebnis Q1
DuPont de Nemours, Walt Disney, Ergebnis Q1

Die Angst vor einer neuen Eskalation im Handelskonflikt zwischen den USA und China hatte bereits am Freitag der Wall Street die gesamten aufgelaufenen Wochengewinne gekostet. Jetzt verhagelte sie den europäischen Aktienbörsen den Handelsauftakt und dadurch den Start in den Mai. US-Präsident Trump will Beweise dafür vorliegen haben, dass die Pandemie ihren Ursprung in einem chinesischen Labor hat, was die Gegenseite vehement zurückweist. Eine historisch schwache Industriestimmung im Euroraum sorgte für weiteren Kursdruck. Im deutschen Leitindex Dax 30 gab es in diesem Umfeld nur Verlierer. Ganz am Ende der Performanceliste standen die Aktien des Triebwerkherstellers MTU Aero Engines (-9,3%). Im MDax gerieten die Titel von ThyssenKrupp (-14,3%) unter die Räder. Wegen coronabedingten Liquiditätsabflüssen sieht der Stahlkonzern seinen finanziellen Spielraum deutlich eingeschränkt. Auch unter den Branchen im Euroraum gab es keine Gewinner. Besonders stark unter Druck standen dabei die Öl- und Gaswerte (-6,5%). Auch der Handel in New York begann mit erneuten Verlusten, konnte aber dank einer späten Schlussrally dann doch noch im positiven Terrain schließen. Die großen Airlines verzeichneten starke Verluste, nachdem die Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway mitgeteilt hatte, sich von seinen Beteiligungen an US-Fluggesellschaften getrennt zu haben. Dementsprechend tendierte der Industriesektor (-1,3%) schwächer. Energiewerte (+3,7%) konnten sich mit wieder steigenden Ölpreisen stabilisieren. Einige asiatische Börsen haben heute feiertagsbedingt geschlossen.
Daten zum Wertpapier: Feinunze Gold
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Ticker-Symbol: XAUUSD
WKN: 965515
ISIN: XC0009655157

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

Lesen Sie mehr zum Thema Feinunze Gold im Bericht vom 04.05.2020

Weiterhin sinkender Ölpreis dominiert Rohstoffmarkt im April - Stabilitas-Kolumne

Der Edelmetallsektor entwickelte sich zu Beginn des zweiten Quartals positiv. Der Goldpreis ist nach Schwankungen im März im April um 7,3 Prozent gestiegen und beendete den Monat bei 1.686,80 US-Dollar pro Feinunze. Silber hat sich nach Verlusten im Vormonat wieder etwas erholt. Der Preis pro Feinunze stieg ebenfalls um 7,0 Prozent und lag zum Monatsende bei 14,96 US-Dollar. „Gold konnte den Einbruch im März mehr als kompensieren und hat sich eindeutig als Krisenmetall bestätigt. Das Edelmetall kompensiert die inflationären Problematiken, die das hohe Liquiditätsniveau im Markt mit sich bringt. Der Silberpreis ist gekennzeichnet von der aktuell geringeren Nachfrage nach Industriemetallen“, sagt Martin Siegel, Edelmetallexperte und Geschäftsführer der Stabilitas GmbH. Die Preise für Platin und Palladium unterlagen im abgelaufenen Monat geringeren Schwankungen als im März. Der Platinpreis stieg um 7,1 Prozent und betrug am Monatsende 776,75 US-Dollar pro Feinunze. Im ... diese News weiterlesen!

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