Lufthansa, Ryanair & Co: Massiver Corona-Einbruch in der Luftfahrt - Commerzbank Kolumne

Bild und Copyright: Lufthansa.

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31.03.2020 09:50 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Die Luftfahrtindustrie ist geprägt von massiven Buchungseinbrüchen und Kapazitätsschnitten. Bei der Lufthansa stehen 95% der Flugzeuge am Boden, Ryanair hat vorübergehend seine komplette Flotte stillgelegt. Das löst unweigerlich massive Liquiditäts- und Ertragsprobleme aus. Wir rechnen damit, dass die Branche als eine der ersten Staatshilfe in Anspruch nehmen wird. Der Rückkehr zur Normalität ist schwer zu prognostizieren. Marktteilnehmer rechnen damit, dass internationale Reisebeschränkungen eher länger als kürzer anhalten. Auf mittlere Sicht werden die Menschen aber wieder in die Flugzeuge zurückkehren.

Anleihen


Japan: Industrieproduktion (31.2.2020), 01:50 Uhr
China: Einkaufsmanagerindizes (März.), 3 Uhr
Deutschland: Arbeitslosenzahl (März), 9:55 Uhr
Euroraum: Verbraucherpreise (März), 11 Uhr
USA: Chicago Einkaufsmanagerind. (März), 15:45 Uhr
USA: Verbrauchervertrau., Conf. Board (März), 16 Uhr

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, auch die „fünf Wirtschaftsweisen genannt“, hat sich aufgrund der Coronakrise mit einem Sondergutachten zu Wort gemeldet. Darin heißt es, dass eine Rezession in Deutschland für 2020 nicht mehr zu vermeiden ist. Im Basisszenario gehen sie von einem scharfen Einbruch im März und April aus, rechnen dann aber auch mit einer schnellen Erholung ab Mai. Aufs ganze Jahr gerechnet würde das Bruttoinlandsprodukt dann um 2,8% schrumpfen – und 2021 um 3,7% steigen. Zwei weitere Risikoszenarien beschreiben noch tiefere Einschnitte beim BIP. Die Wirtschaftsweisen betonen jedoch die aktuell sehr unübersichtliche Datenlage, daher seien alle Annahmen „mit erheblichen Unsicherheiten behaftet“. Grund für Pessimismus lieferte auch die Wirtschaftsstimmung des Euroraums. Diese brach im März drastisch von 103,4 auf 94,5 Punkte ein. Es ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Datenreihe im Jahr 1985. So ist davon auszugehen, dass wir noch am Anfang eines großen Abschwungs stehen. Zu Zeiten der Finanzkrise brach der Index gar bis auf 65,5 Punkte ein. Die meisten Umfragewerte wurden zeitlich vor Bekanntgabe der Ausgangssperren und Ladenschließungen generiert (in Frankreich waren dies zum Beispiel über 90% der Antworten), daher dürfte der kommende Monatswert für April eine höhere Aussagekraft erhalten. Positive Nachrichten kamen aus China: Die Einkaufsmanagerindizes erholten sich im März gegenüber Februar von 28,9 auf 53,0 Punkte sehr deutlich.

Aktien


Heute keine relevanten Unternehmenstermine

Zum Wochenstart konnte sich die Lage nach anfänglichen Minuszeichen an den europäischen Aktienmärkten stabilisieren. Dennoch hält die Sorge um die Ausbreitung des Coronavirus weiter an. Die „Wirtschaftsweisen“ halten in Deutschland eine schwere Rezession für unvermeidbar. Auch der weitere Ölpreisverfall wird mit Sorge betrachtet. Mit Unterstützung aus den USA konnte der Dax letztendlich mit gut 9.800 Punkten (+1,9%) ins Plus drehen. Präsident Trump hat die Maßnahmen zu Bekämpfung der Pandemie auf den 30. April ausgedehnt, der Höhepunkt wird in 14 Tagen erwartet. Hoffnungen auf schnellere Massentests sowie umfangreiche Forschung für einen Impfstoff halfen. Zuletzt konnten sich fast alle Börsen in Europa stabilisieren. An der Spitze lag die Börse in Amsterdam mit +2,4%, lediglich Italien verlor 1,7%. Der Dax legte um +1,9 % zu. Tagesgewinner war die Deutsche Post (+ 8,7%). Dagegen hielt MTU Aero Engines mit -8,4% die rote Laterne. Im quasi unveränderten MDax (+0,2%) waren die Gewinner Varta (+8,8%), LEG Immobilien (+8,4%) und Bechtle (+8,3%). Die Schlusslichter bildeten dagegen Airbus (-10,6%) und Commerzbank ( -6,9%). Der marktbreite Stoxx Europe 600-Index konnte sich ebenfalls stabilisieren (+1,3%). Energietitel legten +3,6% zu, gefolgt von der Sparte Gesundheit mit +2,9%, während die Finanzwerte 1,5% nach der EZB-Empfehlung, von Dividendenzahlungen zunächst abzusehen, abgeben mussten. Die US-Börsen legten ebenfalls gut 3% zu, der Dow Jones schaffte gut 22.300 Punkte. Im S&P 500 verzeichneten alle Branchen ein Plus, Pharmaaktien lagen mit +2,6% vorn, Technologietitel mit +0,3%. Asiens Börsen waren uneinheitlich. Während der Nikkei 225 nachgab, legten HangSeng und CSI 300 leicht zu. Heute dürfte der Dax nach dem guten Wochenauftakt wohl etwas durchschnaufen.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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