Adidas Aktie nach dem „Mieten-Shitstorm”: Kommt jetzt das Verkaufssignal?

Die Aktie von Adidas zeigt sich aktuell von den Geschehnissen am Wochenende unbeeindruckt. Doch der Trend kann schnell kippen. Bild und Copyright: Adidas.

Die Aktie von Adidas zeigt sich aktuell von den Geschehnissen am Wochenende unbeeindruckt. Doch der Trend kann schnell kippen. Bild und Copyright: Adidas.

30.03.2020 08:15 Uhr - Autor: Michael Barck  Michael Barck auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Es ist wohl eine der spannendsten Fragen des heutigen Börsentags: Wie reagiert die Adidas Aktie auf den „Shitstorm” gegen das Unternehmen vom Wochenende? Adidas hatte angekündigt, für den Großteil der selbst betriebenen Stores Mietzahlungen auszusetzen. Der Sportartikel-Riese nutzt neues Gesetz aus, das eigentlich vor allem kleinere Betriebe gegen Kündigungen seitens der Vermieter schützen sollte - und das ohne Not, sondern „vorsorglich”. Die Mieten muss man mit Zinsen nachzahlen, den Image-Schaden hat Adidas am Wochenende gratis dazu bekommen. Es hagelte Kritik am Konzern, siehe unseren Kommentar vom Wochenende weiter unten. Auch das leichte Zurückrudern von Adidas-Chef Kasper Rorstedt im Interview mit der „FAZ” nutzt da wenig. Und dass das Interview hinter der Paywall der Zeitung verschwand, passte zur Situation.

Aktuell zeigt sich aber die freundlichere Stimmung an der Frankfurter Börse auch für den Adidas-Aktienkurs bestimmend. Der liegt immerhin stabil im Markt: Aktuelle Indikationen für den DAX-Titel notieren am Montagmorgen bei 208,00/209,45 Euro. Der Anteilschein des Sportartikelherstellers aus Herzogenaurach notiert damit nur wenig verändert im Vergleich zum XETRA-Schlusskurs vom Freitag bei 208,95 Euro (-2.63 Prozent) und trotz dem „Shitstorm”.

Charttechnisch ist die Lage für die Adidas Aktie aber wackelig - ein neues Verkaufssignal droht. Der Grund ist weniger der „Shitstorm” als ein technischer Faktor. Wie schon an den beiden Tagen zuvor kam der Aktienkurs von Adidas an der charttechnischen Widerstandszone am Gap bei 214,40/220,40 Euro nicht weiter voran. Die letzten drei Tageshochs liegen zwischen 213,00 Euro und 214,90 Euro vom Freitag. Die Gaps bei 214,40/220,40 Euro und 232,20/237,70 Euro bleiben kurzfristig nach oben hin für den Aktienkurs von Adidas trendentscheidend.

Bleibt der Ausbruch hierüber aus, wächst der Abwärtsdruck. Schon ein Rutsch unter das Tagestief vom Donnerstag bei 203,10 Euro könnte dann das Schicksal der Adidas Aktie besiegeln und den Trend nach unten kippen lassen. Erste charttechnische Unterstützungen wären dann aber schon zwischen 196,05/198,65 Euro und 191,85/195,20 Euro zu sehen. Folgekaufsignale könnten dann aber eine gefährliche Entwicklung für die DAX-notierte Aktie des Sportartikel-Konzerns in Gang setzen.


Lesen Sie mehr zum Thema Adidas im Bericht vom 28.03.2020

Corona-Krise: Adidas völlig zurecht im „Shitstorm” - Kommentar

Die Entscheidung von Adidas, Mietzahlungen für die Shops des Unternehmens aufgrund der Corona-Krise vorsorglich auszusetzen, sorgt für einen „Shitstorm” gegen den Konzern - und das zurecht. Der Sportartikel-Hersteller sendet ein fatales Signal, schädigt sein Image und sorgt damit für größeren Schaden als die Mietzahlungen Gegenwert haben dürften.

Ausgerechnet Adidas, ein Konzern, der jährlich Unsummen in sein Image investiert, schießt sich mit der Entscheidung, Mietzahlungen für temporär zwangsgeschlossene Shops auszusetzen, selbst ins Knie. Man verweist auf einbrechende Umsätze, die durch das Online-Geschäft nicht aufgefangen würden und versucht so, die Entscheidung zu rechtfertigen. Adidas nutzt damit zwar „nur” ein Recht aus, das ein schnell zusammen gestricktes Gesetz des Bundes zur Abmilderung der Corona-Pandemiefolgen bietet.

Doch die alles entscheidende Frage ist: Müsste Adidas, das über miliardenschwere Rücklagen und große ... diese News weiterlesen!

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