Börsen in Japan, China und Südkorea zeigen eine relative Outperformance - Commerzbank Kolumne

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26.03.2020 09:31 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Der Nikkei 225-Index gewann seit dem Jahrestief am 19. März 2020 (16.358 Punkte) binnen drei Handelstagen rd. 20% an Wert (per 25. März 2020). Damit beläuft sich das Minus seit Jahresbeginn auf 17,4%. Es ist nur ein schwacher Trost, aber mit dieser mageren Performance weist der japanische Leitindex gegenüber seinen Kontrahenten eine deutliche Outperformance auf. So verlor der Dow Jones-Index seit Anfang 2020 rd. 26% an Wert und der Dax rd. 27%. Auch einige andere asiatische Märkte – allen voran die festlandchinesischen Börsen – halten sich in Zeiten des globalen „Corona-Crash“ deutlich besser. Woran liegt das? Asien ist ein Profiteur der teilweise stark gefallenen Rohstoffpreise, unter denen wiederum rohstoffreiche Länder wie Brasilien oder Russland überproportional leiden, was man auch an den verheerenden Aktienverlusten in den vergangenen Wochen sieht. Überdies zeigen einige asiatische Währungen relative Stärke, wohingegen beispielsweise der russische Rubel (-19% gegenüber dem USD seit Jahresbeginn) oder der brasilianische Real (-21%) überdurchschnittlich stark leiden. Nicht zuletzt haben die krisenerprobten Länder aus Asien (SARS, MERS, Schweinegrippe, Tsunami etc.) schneller und effizienter auf die jüngste Coronavirus-Krise reagiert. Daher besteht unserer Auffassung nach die realistische Chance, dass die Aktienmärkte dieser Region eher aus der Krise herauskommen als andernorts. Nicht zuletzt greifen die Zentralbanken in der Region Asien zum Teil „beherzt“ mit Stützungsmaßnahmen in den Aktienmarkt ein. Dies dürfte vor allem auch für die festlandchinesischen Börsen gelten. So büßte der Schanghai A-Index seit Anfang 2020 lediglich um 9% ein. Unsere „Übergewichten-Empfehlung“ für China vom 3. Januar 2020 war bislang somit in relativer Hinsicht richtig. Für China erwarten wir nach einem sehr schlechten ersten Quartal 2020 eine konjunkturelle Erholung ab April 2020. Für das Gesamtjahr erwarten wir ein BIP-Wachstum von 4%.

Anleihen


Großbritannien: Einzelhandel (Februar), 08:00 Uhr
Frankreich: INSEE Geschäftsklima (März), 07:30 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe, 13:30 Uhr

In den USA erzielten die US-Regierung und der Senat nach 5-tägigen Verhandlungen endlich einen Kompromiss für ein Hilfspaket. Das hellte die Stimmung an den Kapitalmärkten kurzzeitig auf. An den Renten- und Devisenmärkten blieben die Reaktionen darauf sehr verhalten, da das Konjunkturprogramm weitgehend erwartet worden war. Die Staatsanleiherenditen stiegen gestern leicht an. Der Euro konnte sich weiter stabilisieren. Die Spreads im Euroraum blieben überwiegend stabil. In einem Brief votierten 9 Euro-Länder für die Schaffung von Corona-Bonds. Wenig überrascht hatte der Ifo-Index, der ggü. der Erstschätzung noch einmal um 1,6 Punkte auf 86,1 Punkte gesunken war. Kräftiger als erwartet war der Einbruch bei den Exporterwartungen von minus 1,1 auf minus 19,8 Punkte. Das war der stärkste Rückgang seit der Wiedervereinigung. Das Geschäftsklima in Frankreich ging im März von 105 auf 95 Punkte ebenfalls stark zurück. Die US-Regierung plant in ihrem 2 Bio. US-Dollar-Paket Direktzahlungen in Höhe von 1.200 US-Dollar an jeden Amerikaner. Die Leistungen der Arbeitslosenversicherungen sollen verbessert und Kreditprogramme für Unternehmen ins Leben gerufen werden. Die Krankenhäuser erhalten Hilfen in Höhe von 130 Mrd. US-Dollar. Die Maßnahmen reißen jedoch ein riesiges Loch in den US-Haushalt. Mit den veranschlagten 1,1 Bio US-Dollar rechnet man mit einem Defizit von 2,5 Bio. US-Dollar oder 11% des BIP, das wäre der höchste Stand seit 1945. Eine starke Unterstützung der US-Wirtschaft wird dringend notwendig. Dies dürften die heute zur Veröffentlichung anstehenden Daten zu den Erstanträgen für Arbeitslosenhilfe zeigen. Wir erwarten, dass sie in der vergangenen Woche auf bis zu 3 Mio. angestiegen sein könnten. Der bisherige Rekord liegt bei 695 Tsd. im Oktober 1982.

Aktien


Aroundtown, Evotec, United Internet, Q4 2019

Die Aktienmärkte kämpfen weiter mit den Schreckensmeldungen um Corona und der eigenen Angst. Dem historisch gewaltigen Kursanstieg vom Dienstag folgte eine freundliche Tendenz in Asien. In Europa gaben die Märkte die deutlichen Gewinne der Eröffnung, als der DAX mit über 4% Zugewinn auch über die 10.000er Marke lugte, rasch wieder ab. Im späten Geschäft drehte der Markt jedoch wieder ins Plus und schloss mit der freundlichen Wall Street 1,8% höher. Damit ist die zumindest technisch begründbare Gegenbewegung in voller Fahrt. Der Euro Stoxx 50 legte mit 3,1% noch stärker zu, der britische FTSE100 gar um 4,4%. Auf Sektorebene waren im europaweiten Stoxx 600 mit dem befestigten Ölpreis die Energiewerte mit 5,6% der Hauptgewinner. Auch bei anderen zuvor stark gedrückten Sektoren wie zyklischer Konsum (+4,3%) und Finanzen (+3,7%) lief die Erholungsrallye. Beste Werte im DAX waren MTU (+13,8%), adidas (+8,1%) und Wirecard (+7.8%). Dagegen gaben Lufthansa (-3,3%), BASF und HeidelCement (je -2,0%) am meisten ab. Auch in den USA gab es eine Erholungsrallye bei zuvor stark gedrückten Titeln. Nach immer festeren Kursen im Handelsverlauf gaben die Indizes in der letzten Handelsstunde jedoch wieder deutlich Terrain auf. Am Ende blieb es im Dow Jones bei einem Plus von 1,8%, die Nasdaq tauchte sogar leicht ins Minus. Spektakulär die Zuwächse im Industriebereich (+4,8%) dank Boeing (+24%) und United Technologies (+11%). Nike (+9%) erwischte ebenfalls einen guten Tag. Dagegen gaben Walgreens (-8%) und Walmart (-5%) spürbar nach. In Asien verliert der Nikkei-Index nach dem Vortagessprung 4,5%, während die chinesischen Märkte wenig Bewegung zeigen. Die vorbörslichen Indikationen sprechen in Europa für etwas nachgebende Notierungen. Die Aktienmärkte warten heute bangend auf die US-Arbeitsmarktstatistik.
Daten zum Wertpapier: Nikkei 225 - Aktienindex
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Ticker-Symbol: NY1!
WKN: A1RRF6
ISIN: JP9010C00002

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