EZB kündigt Kaufprogramm in Höhe von 750 Mrd. Euro - Commerzbank Kolumne

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Das gesamte Kaufprogramm der EZB beträgt 750 Mrd. Euro und läuft bis zum Abklingen der Corona-Krise, mindestens aber bis Jahresende. Bild und Copyright: telesniuk / shutterstock.com.

19.03.2020 10:02 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Im Euroraum stiegen in den vergangenen Tagen die Renditen kräftig an, am stärksten in Italien und Griechenland. Grund ist die Sorge vor einer deutliche steigenden Staatsverschuldung im Euroraum. Vor allem ist Italien, das nach Griechenland am stärksten verschuldete Land im Euroraum, durch die Corona-Krise am stärksten betroffen. Der Renditeanstieg zeigt aber auch die fehlende Liquidität an den Rentenmärkten, auch bei Bundesanleihen. Viele Vermögensverwalter sind momentan gezwungen, Staatsanleihen zu verkaufen. Das gesamte Kaufprogramm der EZB beträgt 750 Mrd. Euro und läuft bis zum Abklingen der Corona-Krise, mindestens aber bis Jahresende.

Anleihen


Japan: Verbraucherpreise (Feb.), 00:30 Uhr
Japan: Zinsentscheidung, gegen 03:00 Uhr
Norwegen: Zinsentscheidung, 10:00 Uhr
USA: Philadelphia Fed Index (Mrz.), 13:30 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosengeld, 13:30 Uhr

Aktuell überschlagen sich weltweit die Meldungen über geld- und fiskalpolitische Stützungsmaßnahmen – nur ein paar Beispiele: US-Präsident Trump plant als Teil eines 1.200 Mrd. US-Dollar-Programms Direkthilfen für die Amerikaner in Höhe von 500 Mrd. US-Dollar, um den Konsum zu stützen. Die Schecks würden in zwei Runden am 6. April und am 18. Mai versendet werden. In vielen Kommentaren wird diese Maßnahme als Helikoptergeld bezeichnet. Da aber die Notenbank nicht involviert ist und die Schecks vermutlich über zusätzliche Schulden finanziert würden, handelt es sich um eine negative Steuer. Zudem legte die US-Notenbank Mittwochabend noch einmal nach und beschloss ein drittes Notkreditprogramm. Die Europäische Zentralbank (EZB) führte gestern Nachmittag Stützungskäufe für italienische Staatsanleihen durch. Damit brachte sie die Rendite 10-jähriger Anleihen von 3% zurück auf 1,48%. Die EZB greift zur Stützung des Marktes künftig auf ein neues Anleihekaufprogramm zurück. Das Pandemic Emergency Purchase Programm (PEPP) ermöglicht zusätzliche Käufe im Volumen bis 750 Mrd. Euro. Auch kurzlaufende Unternehmensanleihen (Commercial Papers) und griechische Staatsanleihen kann die EZB im Rahmen des Programms kaufen (vgl. „Im Blickpunkt“). Innerhalb der EZB leitet Isabel Schnabel den Bereich „Market Operations“ zur Abwicklung der Wertpapierkäufe. Frau Schnabel sagte im Vorfeld, dass die EZB intervenieren würde, wenn die „Liquidität austrocknet“ – wenn also Käufer und Verkäufer nicht mehr zusammenkommen. Die Käufe würden dann die Geld-Brief-Spannen wieder zusammenbringen.

Aktien


Enel, HeidelbergCement, Jahresergebnis
Krone, Deutsche Lufthansa, Jahresergebnis

Nach der Verschnaufpause am Dienstag befanden sich die Aktienmärkte gestern erneut im Crash-Modus. Das Coronavirus breitet sich weiter aus. Zusätzlich belastete ein erneuter Ölpreiseinbruch auf zeitweise unter 26 USD/b (Brent). Europas Börsen setzten ihre Talfahrt mit durchschnittlichen Einbußen von gut 5% fort. Die größten Verluste verzeichnete der französische Aktienmarkt (-6%), Ausnahme war Belgien mit einem kleinen Plus (1,9%). Der Dax rutschte zeitweise unter die Marke von 8.500 Punkten (-5,6%) und hat damit seit dem Höchststand (17. Februar knapp 13.800 Punkte) binnen eines Monats fast 40% oder 5.300 Punkte eingebüßt. Der Körperpflege-Wert Beiersdorf zeigte sich als Gewinner mit +6%. Tagesverlierer waren MTU Aero Engines (Dividendenstreichung) und Infineon mit jeweils über 15%. Im MDax war der Gewinner Fuchs Petrolub mit +18%, das Schlusslicht dagegen bildete Airbus mit über -21%. Auch der marktbreite Stoxx Europe 600-Index gab um rd. 4% nach. Mit Ausnahme von Konsumtiteln mit einem kleinen Plus bewegten sich sämtliche Branchen im Minus. Energietitel verzeichneten mit über 7% überdurchschnittliche Einbußen. Wie gewonnen, so zerronnen, dies gilt auch für die US-Börsen, die Vortagesgewinne schmolzen dahin (S&P 500: -5%, Dow J:. -6%, Nasdaq 100: -4%). Energietitel verloren rd. 10%. Präsident Trump denkt an Helikoptergeld für die Bevölkerung als Maßnahme zur Folgenbekämpfung. Die Börsen in Asien tendieren etwas leichter, Nikkei 225 fiel um 1% auf rd. 16.550 Punkte. Und in China notiert der CSI 300 ebenfalls etwas leichter. Heute ruhen die Hoffnungen auf dem neu verkündeten Notkaufprogramm der EZB. Sie will bis Jahresende 750 Mrd. EUR für weitere Anleihen bereitstellen. Dies dürfte den Dax heute stabilisieren.
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