Coronavirus: Viren und Erreger machen an Ländergrenzen nicht halt - Commerzbank Kolumne

Das Corona-Virus kann wohl bereits übertragen werden, wenn sich noch keine Symptome der Krankheit zeigen. Diese ähneln den klassischen Grippe-Merkmalen. Bild und Copyright: Gorodenkoff / shutterstock.com.

Das Corona-Virus kann wohl bereits übertragen werden, wenn sich noch keine Symptome der Krankheit zeigen. Diese ähneln den klassischen Grippe-Merkmalen. Bild und Copyright: Gorodenkoff / shutterstock.com.

29.01.2020 09:39 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Die Corona-Virusfamilie tritt bei diversen Wirbeltieren auf und einzelne Virusspezies können dabei auch die Artenbarriere überwinden. Dies ist nun offensichtlich „2019-nCoV“ (2019 neuartiges Coronavirus) gelungen. Noch ist der „Patient Null“ und der Weg seiner Erstinfektion nicht zweifelsfrei eruiert. Vermutet wird unter anderem, dass die Virusinfektion über den „Genuss“ von Chiroptera (Flughunde/Fledermäuse) erfolgt sein könnte. Die Inkubationszeit wird derzeit mit 5-6 Tagen angesetzt, der Nachweis einer Infektion dauert gerade einmal 1,5 Stunden in einem geeigneten Labor. Die Übertragung erfolgt nach bisherigen Erkenntnissen vermutlich über Tröpfcheninfektion beim Husten und Niesen sowie möglicherweise direktem Körperkontakt. Die Krankheit kann wohl bereits übertragen werden, wenn sich noch keine Symptome zeigen. Diese ähneln den klassischen Grippe-Merkmalen und äußern sich u.a. in schnell ansteigendem Fieber, Kopf- & Muskelschmerzen, allgemeinem Krankheitsgefühl. Meist zeitverzögert treten dann Husten, Atemnot, Sauerstoffmangel und oft Durchfall auf. Eine ursächliche Therapie existiert nicht. Es gibt also keine Medikamente, die das Virus im menschlichen Körper unschädlich machen könnten. Deshalb erfolgt die Behandlung rein symptomatisch (Sauerstoffmasken, fiebersenkende Mittel etc.). Es laufen jedoch Versuche zur Eindämmung des Virus u.a. mit den HIV-Medikamenten Lopinavir und Ritonavir sowie mit dem experimentellen Anti-Ebola-Mittel Remdesivir. Auch von den etablierten Grippe-Mitteln (Xofluza, Tamiflu - beide u.a. von Roche sowie Relenza von GlaxoSmithKline) erhofft man sich eine Wirkung bei diesem Virus. Es ist jedoch recht unwahrscheinlich, dass bei 2019-nCoV ein schneller Durchbruch mit einem antiviralen Wirkstoff gelingt. Zur Beruhigung sei jedoch darauf hingewiesen, dass es aus heutiger Sicht weitaus gefährlichere Krankheiten gibt und der Einzelne viel für seine allgemeine Gesunderhaltung selber tun kann.

Anleihen


Euroraum: M3-Geldmenge/Kredite (Dez.), 10:00 Uhr
USA: Schwebende Hausverkäufe (Dez.), 16:00 Uhr
USA: Fed-Zinsentscheid, 20:00 Uhr

Nach dem kräftigen Renditerückgang am Montag kam es gestern zu einer Gegenbewegung. Es ist aber zu früh, um von einer Trendwende zu sprechen. Wege des Coronaviruses herrscht weiterhin eine hohe Risikosaversion an den Kapitalmärkten vor. Der Euro gab weiter nach und erreichte kurzzeitig 1,10 US-Dollar, drehte dann aber wieder nach oben. Weitere Kursgewinne verzeichnete italienische und griechische Staatsanleihen. In Italien sind nach den Regionalwahlen am Sonntag Neuwahlen erst einmal unwahrscheinlicher geworden. Die Rendite 10-jähriger italienischer Staatstitel fiel kurz-zeitig unter 1%. Griechische Anleihen profitierten von der Ratingheraufstufung von Fitch. Die Begebung einer neuen griech. 15-jährigen Staatsanleihe wurde stark nachgefragt. In Großbritannien kam es gestern ebenfalls zu einer Gegenbewegung. Seit Jahresanfang gehen die Renditen britischer Gilts kräftig nach unten, stiegen gestern erstmals wieder leicht an. Die Rendite 10-jähriger Gilts hatte gestern kurzzeitig die Marke von 0,50% unterschritten. Zu Jahresbeginn lag sie noch bei 0,85% Die Marktteilnehmer rechnen inzwischen mit einer Wahrscheinlichkeit von über 50%, dass die Bank of England morgen ihren Leitzins senkt. In den USA fielen die Konjunkturdaten überwiegend besser als erwartet aus. So überraschte der Anstieg der Auftragseingänge langlebiger Güter von 2,4% M/M im Dezember positiv. Allerdings wurde der Vormonatswert nach unten korrigiert. Der Anstieg war zudem von einem starken Anstieg der Auf-träge für Verteidigungsgüter „aufgebläht“. Ohne den Trans-portsektor gingen die Aufträge um 0,1% M/M zurück. Positiv überrascht hat das US-Verbrauchervertrauen im Januar, das von 128,2 auf 131,6 Punkte anstieg und damit nicht weit unter dem zyklischen Hoch vom September 2019 liegt.

Aktien


Europa: Novartis, Santander, Zahlen Q4 2019
USA: Boeing, Facebook, General Electric, Mastercard, Microsoft, PayPal, Tesla, Zahlen Q4 2019

An den Aktienmärkten hat sich im Zuge der Sorgen um eine Pandemie durch das neue Corona-Virus unterdessen schon fast ein Verlaufsmuster ausgebildet. Großen Sorgen mit deutlichen Kursrückgängen folgt ein Tag der Erholung und Gelassenheit. Dabei ist es bezeichnend, dass die Positivimpulse vor allem vom US-Aktienmarkt ausgehen, der ja bewährt resilient ist und aktuell mit der Berichtssaison zudem über eine vorwiegend positive Impulsquelle verfügt. Gestern schlossen sich die europäischen Aktienmärkte nach lahmem Start im Verlauf der besseren Stimmung in den USA an. Der Dax beendete den Handel mit +0,9%. Hauptgewinner war Continental (+4%), da steckten gute Branchenmeldungen wie die Zahlen von Autoliv und eine Übernahme von Delphi in USA an. Auch Wirecard (+2,9%), Bayer (+2,8%) und Deutsche Telekom (+2,4%) gewannen spürbar. Dagegen verlor SAP nach Zahlen und Enttäuschung über Aufträge und Cloud-Geschäft 2,1%. In der 2. Reihe fuhren ThyssenKrupp nach einem hohen Angebot von Kone für die Aufzugssparte 5,3% nach oben. Im EuroStoxx 50 (+1,1%) gab es bei Telefonica (+3,8%) und Enel (+2,9%) deutliche Zuwächse. In den USA prägten gute Konjunkturdaten und Quartalsberichte Stimmung und Geschehen. Der Dow Jones rückte 0,7% vor, die Nasdaq (+1,4%) gewann mit der festeren IT-Branche (+1,9%) stärker. Daneben zählten ebenfalls Telekom (+1,3%) und Finanzen (+1,1%) zu den Markttreibern. Die gestrigen Quartalszahlen brachten Licht z.B. bei Xerox (+4,9%), aber bei Pfizer (-5%) und 3M (-5,7%) auch deutliche Enttäuschungen. Im Voraus legte Apple 2,8% zu, wobei die später vorgelegten guten Zahlen dies auch rechtfertigten. Dies prägt die Stimmung für heute in Asien und Europa.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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