Fortsetzung der konjunkturellen Erholung in 2020 – Sarasin Kolumne

Der Konjunkturabschwung im Fertigungsbereich dürfte einer leichten Erholung weichen, wenngleich starker Gegenwind – bedingt durch das internationale Handelsgeschehen, durch geopolitische und politische Unwägbarkeiten – über das gesamte Jahr hinweg zu verzeichnen sein wird. Bild und Copyright: Zapp2Photo / shutterstock.com

Der Konjunkturabschwung im Fertigungsbereich dürfte einer leichten Erholung weichen, wenngleich starker Gegenwind – bedingt durch das internationale Handelsgeschehen, durch geopolitische und politische Unwägbarkeiten – über das gesamte Jahr hinweg zu verzeichnen sein wird. Bild und Copyright: Zapp2Photo / shutterstock.com

20.01.2020 09:46 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Dr. Karsten Junius, Chief Economist: „Die weltweit einsetzende Konjunkturbelebung in 2020 wird unterstützt durch die Geld- und Fiskalpolitik. Schwierigkeiten am Fachkräftemarkt erklären das robuste Einkommenswachstum, das seinerseits die private Nachfrage befeuert. Die Zentralbanken werden ihre Politik des lockeren Geldes beibehalten und wir rechnen nicht damit, dass in diesem Jahr an der Zinsschraube gedreht wird. Die Inflation dürfte im Berichtszeitraum langsam aber stetig zulegen und damit Lohnsteigerungen und auch Handelskonflikten Rechnung tragen. Im weiteren Jahresverlauf dürften sich die Finanzmärkte auch weiterhin von unvorhersehbaren aber nicht unerwarteten politischen Unwägbarkeiten beeinflusst sehen.”

Wir gehen davon aus, dass es den Zentralbanken einmal mehr gelingt, die Weltwirtschaft zu stabilisieren. Der Konjunkturabschwung im Fertigungsbereich dürfte einer leichten Erholung weichen, wenngleich starker Gegenwind – bedingt durch das internationale Handelsgeschehen, durch geopolitische und politische Unwägbarkeiten – über das gesamte Jahr hinweg zu verzeichnen sein wird. Wenn die EZB und die Fed ihre Strategien überdenken, dürfte dies zu etwas höheren Inflationszielen führen oder zu einer akkommodativeren monetären Ausrichtung. Dies dürfte die Inflationserwartungen nach oben treiben und die Anleiherenditen moderat ansteigen lassen. Niedrige, unveränderte Leitzinsen in den wichtigsten Währungsräumen dürften signifikante Veränderungen bei den Wechselkursen verhindern. Daher sehen wir den Schweizer Franken weiterhin auf hohem Niveau.

Dr. Jan Poser, Chief Strategist and Head of Sustainability Research: „Wir gehen davon aus, dass die Finanzmärkte im Jahr 2020 viele Möglichkeiten bieten, wenngleich die Gesamtrendite unter der des Vorjahres bleiben dürfte. Höhere Inflationserwartungen werden die Renditekurven versteilen und höhere Anleiherenditen zeitigen. Daher empfehlen wir, Staatsanleihen unterzugewichten. Emerging Market-Anleihen und Unternehmenskredite bieten bessere Renditeperspektiven mit niedrigeren Durationsrisiken. Da sich Entscheidungsträger und Unternehmen nach den internationalen Vereinbarungen des Pariser Übereinkommens und den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen ausrichten, gehen wir davon aus, dass nachhaltige Vermögenswerte in den kommenden Jahren hervorragende Investmentchancen bieten werden.”

Fester notierende Indikatoren aus dem verarbeitenden Sektor und positive Liquiditätsbedingungen wurden von den Aktienmärkten bereits weitgehend eingepreist; dies dürfte das Potenzial begrenzen und in Q1 zu einer Konsolidierung führen. Wir raten zu einer Übergewichtung von zyklischen regionalen Märkten – vor allem im Euro-Bereich, in Grossbritannien und in den Emerging Markets. Auf Sektorebene favorisieren wir eine Mischung aus Wachstumswerten, inkl. Informationstechnik, Gesundheitswesen und zyklische Industrien wie Autos, Chemie, Investitionsgüter und Banken.


  • Der Mangel an Fachkräften führte während des Konjunkturabschwungs im verarbeitenden Gewerbe zu einem Horten von Arbeitskräften und verhinderte ein Überschwappen auf die Gesamtwirtschaft.
  • Übergewichten von Emerging Markets im globalen Portfolio.
  • Globale währungspolitische Entwicklungen stärken zyklische Kräfte.
  • Strategieüberprüfungen der EZB und der Fed dürften die Inflationserwartungen stärken.
  • Die Asset-Käufe der EZB werden «grüne Vermögenswerte» kaum favorisieren, aber Klimawandel-Erwägungen sollten in Wirtschaftsmodellen und im Rahmen der Regulierung der Finanzstabilität angesprochen werden.
  • Expansivere Fiskalpolitik für mehr Unterstützung in Niedrigzinsumgebung.
  • Aktien mit moderater aber positiver Rendite in 2020 zählen weiterhin zu den besten Performern.


Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Bank Sarasin. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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