Wirecard Aktie bleibt schwach: Lernt man in Aschheim doch dazu?

Wirecard hat am Dienstag auf die jüngsten kritischen Presseberichte reagiert und will mit einer Mitteilung Transparenz im operativen Geschäft schaffen. Bild und Copyright: Wirecard.

Wirecard hat am Dienstag auf die jüngsten kritischen Presseberichte reagiert und will mit einer Mitteilung Transparenz im operativen Geschäft schaffen. Bild und Copyright: Wirecard.

10.12.2019 13:59 Uhr - Autor: Michael Barck  Michael Barck auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

„Wie lernfähig ist Wirecard bei der eigenen Kommunikation?”, fragte man sich im Laufe des Jahres 2019 immer wieder an der Frankfurter Börse. An der Transparenz des Fintech-Konzerns gibt es seit gefühlten Ewigkeiten Kritik und auch um die Lernfähigkeit des süddeutschen Unternehmens bei den Bemühungen, diese Transparenz zu liefern, sah es 2019 nicht immer gut aus. Doch mittlerweile scheint die kritische Message vieler Anleger in Aschheim angekommen zu sein. In ungewohnt ausführlichen Details berichtet Wirecard über die operativen Prozesse, ausgerechnet am Beispiel von Al Alam Solutions, die im Zentrum jüngster schwerer Vorwürfe gegen Wirecard stand. Ganz neu ist das aber nicht, vieles ist so auch schon im Geschäftsbericht 2018 aufgeführt.

„Im Folgenden stellen wir die Funktionsweise der Abwicklung von Zahlungstransaktionen über Routing Partner am Beispiel der Al Alam Solutions FZ LLC dar”, leitet Wirecard eine heute erschienene Mitteilung ein. Darin legt der Konzern im Detail dar, wie solche Transaktionen ablaufen und wer daran beteiligt ist.

„In den Geschäftsjahren 2016 und 2017 wurden über 1.000 vornehmlich kleinere Händler, die über Marktplätze und PSPs an Wirecard angeschlossen waren, über die von Al Alam bereitgestellten Schnittstellen im Backend abgewickelt”, so Wirecard unter anderem. „ Händler hinterlegen beim Acquiring-Partner einen rollierenden Sicherheitseinbehalt (Rolling Reserve), der nicht in der Bilanz der Wirecard ausgewiesen wird”, so das Unternehmen mit Verweis auf bereits getätigte Angaben im Geschäftsbericht. Weiter: „Die Sicherheitsleistungen werden auf Treuhandkonten bei namhaften Geschäftsbanken hinterlegt, um die entsprechenden Gelder vom laufenden Volumen abzugrenzen”. Zum Abschluss dementiert die Gesellschaft noch einmal jüngste Presseberichte: „Alle Umsätze und Volumina wurden korrekt ausgewiesen und verbucht. Die entsprechenden Händler-Beziehungen und Umsatzverbuchungen wurden mehrfach untersucht. Alle Buchungen sind im Einklang mit IFRS und wurden im Rahmen der Jahresabschlussprüfung überprüft”, so Wirecard.

Für die Wirecard Aktie hat dies alles heute wenig positiven Effekt. Aktuell liegt der Aktienkurs bei 111,50 Euro, verliert damit 2,24 Prozent an Wert und liegt nur knapp über dem bisherigen Tagestief. Im Gegensatz zum gestrigen Handel gibt es heute keinen Test der Widerstandszone um 115,80/116,15 Euro, die gestern unterschritten wurde - anschließend bestätigte ein Pullback auf 115,45 Euro mit Abprall nach unten das charttechnische Verkaufssignal für die Wirecard Aktie. Diese kommt heute nur bis auf 114,40 Euro voran, bevor der Aktienkurs wieder nach unten abkippt.

Während 115,45/116,15 Euro damit kurzfristig die wichtigste charttechnische Hürde für die Wirecard Aktie bleibt, kommen nun wieder Unterstützungsmarken ins Visier. Unterhalb von 111 Euro erstreckt sich eine erste Zone, die durch 109,45/110,10 Euro als Kernzone des Supports ergänzt wird. Direkt darunter taucht im Chart der Wirecard Aktie bei 106,10/107,85 Euro eine massive Supportzone auf. Ein Rutsch hierunter wäre ein deftiger Schlag für den DAX-Wert und würde dessen charttechnisches Gesamtbild deutlich belasten.


Lesen Sie mehr zum Thema Wirecard im Bericht vom 10.12.2019

Wirecard Aktie: Das sind die guten Nachrichten…

Die erste gute Nachricht zur Wirecard Aktie vorab: Heute Morgen ist kein neuer kritischer Pressebericht zu dem Unternehmen aufgetaucht, nachdem es in den letzten Tagen quasi ein Gewitter kritischer Zeilen in diversen großen Publikationen gab. Die letzten brachte das „Handelsblatt”: Demnach ermittelt die BAFin auch gegen das Unternehmen und prüft, ob Wirecard mögliche Fehler bei der eigenen Kommunikation gemacht hat. „Über den im April bei der Staatsanwaltschaft München I angezeigten Sachverhalt der Short-Attacke hinaus untersuchen wir weiter, ob Marktmanipulationen möglicherweise auch durch unrichtige/irreführende Angaben oder aber das Zurückhalten von Ad-hoc-Mitteilungen durch Wirecard erfolgt sind”,

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