Wirecard Aktie: Bemerkenswerte Erkenntnisse - Chartanalyse

Für Wirecards Atienkurs bleiben die charttechnischen Szenarien wie zuletzt von uns im 4investors-Chartcheck skizziert. Bild und Copyright: Wirecard.

Für Wirecards Atienkurs bleiben die charttechnischen Szenarien wie zuletzt von uns im 4investors-Chartcheck skizziert. Bild und Copyright: Wirecard.

06.12.2019 08:11 Uhr - Autor: Michael Barck  Michael Barck auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Zwei wichtige Erkenntnisse gab es gestern bei der Wirecard Aktie. Zum einen, und das war das Erstaunlichste: Der DAX-notierte Fintech-Wert hat einen kritischen Pressebericht, diesmal in der „Süddeutschen Zeitung”, nahezu schadlos überstanden. Was sonst für massive Verluste sorgte, war der Börse diesmal auf Schlusskursbasis gerade einmal 0,93 Prozent Kursverlust auf 116,90 Euro wert. Zwischenzeitlich lag Wirecards Aktienkurs sogar leicht im Plus. Um das richtig einzuordnen, muss man allerdings wissen: Echte Neuigkeiten standen in dem „SZ”-Bericht nicht drin, vielmehr war es eine Art „follow-up” zu den jüngsten Vorwürfen der „Financial Times”, dass Wirecard mit fingierten Geschäften seine Umsätze aufgeblasen habe (wir berichteten). Dennoch ist die Stabilität der Wirecard Aktie gestern durchaus bemerkenswert.

Zum anderen - und hier kommt die Charttechnik der Wirecard Aktie ins Spiel - hat gestern trotz des zwischenzeitlichen Drucks eine Unterstützungszone um 115,80/116,15 Euro weitere Kursverluste verhindern können. Der Bereich wird weiter gestärkt. Das gilt allerdings auch für die Hürdenzone bei 119,10/119,80 Euro, die gestern mit einem Tageshoch bei 118,35 Euro gar nicht erst in Gefahr geriet. Aufgrund des Presseberichts war dies vielleicht aber auch gar nicht zu erwarten…

Für Wirecards Aktienkurs bleiben die charttechnischen Szenarien damit wie zuletzt von uns skizziert. Hier noch einmal die wichtigsten Eckdaten:

Ein Rutsch unter 115,80/116,15 Euro wäre für die Wirecard Aktie ein Trading-Verkaufssignal. Eine solche Entwicklung könnten den Aktienkurs des DAX-notierten Unternehmens zwar unter stärkeren Druck bringen, doch die nächsten Unterstützungen wären nicht weit entfernt und könnten schnell zusätzlichen Support bieten. Die ersten beiden Marken finden sich knapp unter der 112er-Marke und in der Zone 110,10/111,00 Euro. Vor allem der Support bei 106,70/107,85 Euro ist für die Wirecard Aktie als massive charttechnische Unterstützung einzustufen und hat übergeordnete Bedeutung für das Trendbild des Fintech-Titels.

Mit einem zeitnahen Ausbruch über den Bereich 119,10/119,80 Euro könnte die Wirecard Aktie dagegen bullishe Zeichen setzen. Als erstes Ziel könnte dann die Hürdenzonen zwischen 122,05/122,50 Euro und 123,35/124,10 Euro sowie 125,15/125,80 Euro angesteuert werden. Zusätzliche charttechnische Kaufsignale an diesen Marken wären dann nach dem vorangegangenen Kurseinbruch des DAX-Titels von 159,80 Euro auf 107,80 Euro ein deutliches Trendwendesignal. Hindernisse oberhalb dieser Widerstandszonen findet die Wirecard Aktie dann um 130,40/131,00 Euro. Hier wartet eine altbekannte und charttechnisch wichtige, starke Widerstandsmarke auf den Fintech-Titel.


Die „Süddeutsche Zeitung” hatte sich gestern unter der Schlagzeile „Größtmögliche Verwirrung” unter anderem mit den Beziehungen von Wirecard zur Banc de Binary auseinander gesetzt. Diese hatte im März 2017 ihr Geschäft eingestellt. „In den Büchern von Wirecard existierte Banc de Binary aber offenbar weiter. Aus internen Dokumenten der Finanzbuchhaltung von Wirecard geht hervor, dass der Online-Anbieter im gesamten Jahr 2017 weiter Umsatz erwirtschaftet haben soll, mit Transaktionen im Millionenbereich. Die Dateien gehören zu einer Reihe verdächtiger Excel-Tabellen, die sich Mitarbeiter in der Rechnungslegung von Wirecard im April 2018 per E-Mail zuschickten”, heißt es nun in dem Bericht der „Süddeutschen Zeitung” unter anderem.

Wie es hier weiter geht, lässt sich jetzt schon prognostizieren. Wirecard wird dementieren, wahrscheinlich wieder in einer Form, die Fragen offen lässt - das war auch bisher das Problem und sorgt dafür, dass immer wieder Einfallstore für Shortseller geöffnet werden und die Kritik am Unternehmen - ob berechtigt oder nicht - nicht verstummt. Bis zum Audit-Ergebnis der jüngsten Vorwürfe, die Wirecard durch KPMG überprüfen lassen will, werden noch einige Wochen ins Land gehen. Wirecard selbst geht davon aus, dass der Bericht im ersten Quartal 2020 fertig sein wird. Dann, so hoffen Anleger an der Frankfurter Börse zumindest, soll Klarheit herrschen.

Bis dahin wird Wirecards Aktie tendenziell volatil bleiben, auch wenn das Papier aktuell eine ruhige Phase durchläuft.

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