Aktien: News zum Handelskonflikt USA vs. China werden trendentscheidend - Börse München Kolumne

Solange keine handfesten Nachrichten zu einer zumindest teilweisen Lösung des Handelskonflikts zwischen den USA und China kommen, dürfte es für erhebliche Kurssprünge an den deutschen Aktienbörsen in den kommenden Tagen wohl nicht reichen. Bild und Copyright: Bayerische Börse AG.

Solange keine handfesten Nachrichten zu einer zumindest teilweisen Lösung des Handelskonflikts zwischen den USA und China kommen, dürfte es für erhebliche Kurssprünge an den deutschen Aktienbörsen in den kommenden Tagen wohl nicht reichen. Bild und Copyright: Bayerische Börse AG.

18.11.2019 11:48 Uhr - Autor: Robert Ertl  Robert Ertl auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Optimisten weiter in der Überzahl: Die deutschen Aktienbörsen haben in der vergangenen Handelswoche bei schwankendem Verlauf erneut zugelegt – wenn auch in deutlich geringerem Umfang als in den Vorwochen – und ihre Erfolgsserie damit auf sechs Wochen ausgebaut. Die Aufwärtsimpulse kamen von gut aufgenommenen Unternehmenszahlen, einigen besser als erwartet ausgefallenen Konjunkturdaten sowie vor allem von Hoffnungen auf einen bevorstehende Teillösung des Handelskonflikts zwischen den USA und China. Zwischenzeitliche Skepsis in letzterem Punkt war es allerdings dann auch, die zu zeitweiliger Zurückhaltung der Anleger und teils sinkenden Kurse geführt hatte. Allerdings hielten sich auch diese Kursrückgänge angesichts der nun schon seit Wochen anhaltenden Aufwärtsbewegung in engen Grenzen, eine umfassende Konsolidierung blieb weiterhin aus.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) rückte im Wochenvergleich um 0,1 Prozent auf 13.241,75 Punkte vor. Deutlich nach unten ging es allerdings beim Indexwert Daimler. Mit Enttäuschung aufgenommene Aussagen auf dem Kapitalmarkttag und negative Analystenstimmen belasteten die Titel des Autobauers. Der MDax gewann im Wochenvergleich um 0,8 Prozent auf 27.198,74 Zähler. Auch hier stach aber ein bekannter Indexwert mit erheblichen Kursverlusten heraus, nämlich K+S. Die Titel des Düngemittelherstellers sanken nach Quartalszahlen und Analystenherabstufungen auf ihren tiefsten Stand seit 14 Jahren. Der Tec-Dax sprang um 2,7 Prozent nach oben auf 2.998,92 Punkte. Der HAFIX-Deutschland legte um 0,4 Prozent auf 3.861,70 Zähler zu, der HAFIX-Europa rückte um ebenfalls 0,4 Prozent auf 3.100,40 Punkte vor. Der m:access All-Share gab 0,1 Prozent auf 2.465,86 Zähler ab.

An den deutschen Anleihemärkten haben die Kurse in der vergangenen Woche merklich angezogen. Die Bundespapiere profitierten vor allem von der zu Mitte der Handelswoche vorherrschenden Skepsis hinsichtlich einer Teillösung im Handelsstreit. Zusätzliche Unterstützung erhielten die Notierungen von enttäuschend ausgefallenen Wirtschaftszahlen aus China. Trotz eines schwächeren Wochenausklangs sank die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe im Wochenvergleich von -0,26 auf -0,34 Prozent. Die Umlaufrendite reduzierte sich von -0,28 auf -0,35 Prozent.

An den US-Aktienbörsen fielen einmal mehr Rekorde. Der Dow-Jones-Index überstieg die Marke von 28.000 Punkten, im Wochenvergleich verbesserte er sich um 1,2 Prozent auf 28.004,89 Zähler. Der breiter gefasste S&P-500-Index stieg um 0,9 Prozent auf 3.120,46 Punkte. Der technologielastige Nasdaq-100-Index gewann 0,7 Prozent auf 8.315,52 Zähler.


Ausblick
Solange keine handfesten Nachrichten zu einer zumindest teilweisen Lösung des Handelskonflikts zwischen den USA und China kommen, dürfte es für erhebliche Kurssprünge an den deutschen Aktienbörsen in den kommenden Tagen wohl nicht reichen. Allerdings könnte die Zahl der Optimisten erneut die der Zurückhaltenden übertreffen, so dass es weiter moderat aufwärts gehen könnte – zumindest sofern unerwartete politische Negativnachrichten zu den Themenblöcken Handelsstreit, Strafzölle oder Brexit ausbleiben.

Die mögliche Fortschreibung der vergangenen Handelswoche könnte auch dadurch ermöglicht werden, dass nur wenige potenziell marktbewegende Konjunkturzahlen auf dem Kalender stehen. Zu den wichtigsten unter diesen dürften die europäischen Einkaufsmanagerindizes zählen. Daneben kommen noch Daten vom US-Immobilienmarkt sowie da US-Verbrauchervertrauen. Für Aufmerksamkeit der Anleger dürften zudem die Protokolle der vergangenen Sitzungen der europäischen Zentralbank sowie der US-Notenbank sorgen. Dabei erwarten Experten allerdings keine Überraschungen oder Neuigkeiten, die den derzeit herrschenden Annahmen über die weitere Geldpolitik – Zinspause in den USA, weiter lockere Geldpolitik in der Eurozone – zuwiderlaufen. Daneben verkündet die chinesische Notenbank ihre Leitzinsentscheidung.

Von Seiten der Unternehmen dürfte es ruhiger werden, die Berichtssaison ist weitgehend abgeschlossen. Allerdings verkünden noch einige Nachzügler ihre Ergebnisse, darunter der MDax-Wert ThyssenKrupp.

Ausgewählte wichtige Termine der Woche
Dienstag, 19.11.: Großhandelspreise in Deutschland; Leistungsbilanz der Eurozone; Baubeginne und -genehmigungen in den USA
Mittwoch, 20.11.: Erzeugerpreise in Deutschland; Protokoll der vergangenen Ratssitzung der US-Notenbank; Hypothekenanträge in den USA; Leitzinsentscheidung der chinesischen Notenbank
Donnerstag, 21.11.: Zusammenfassung der vergangenen geldpolitischen Sitzung der Europäischen Zentralbank; Philadelphia Fed Herstellungsindex (USA); Verkäufe bestehender Häuser in den USA
Freitag, 22.11.: Bruttoinlandsprodukt Deutschlands; Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe in Deutschland und der Eurozone; Dienstleistungsindizes für Deutschland und die Eurozone; Markit PMI Gesamtindex (USA); US-Verbrauchervertrauen der Universität Michigan

Autor: Dr. Robert Ertl, Vorstand der Bayerischen Börse AG

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Bayerischen Börse AG. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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