JDC Group: „Für die gesamte Bankenlandschaft ein interessanter Partner“

Ralph Konrad, Geschäftsführer der Jung, DMS & Cie. Pool GmbH und Vorstand der JDC Group, im Exklusivinterview mit der Redaktion von www.4investors.de zur neuen Anleihe des Unternehmens. Bild und Copyright: JDC Group.

Ralph Konrad, Geschäftsführer der Jung, DMS & Cie. Pool GmbH und Vorstand der JDC Group, im Exklusivinterview mit der Redaktion von www.4investors.de zur neuen Anleihe des Unternehmens. Bild und Copyright: JDC Group.

13.11.2019 07:44 Uhr - Autor: Johannes Stoffels  Johannes Stoffels auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Die Jung, DMS & Cie., eine Tochter der JDC Group, begibt eine Anleihe über bis zu 25 Millionen Euro. Bei einer Laufzeit bis Dezember 2024 ist die Anleihe jährlich mit 5,5 Prozent verzinst. Gezeichnet werden kann die Anleihe voraussichtlich bis zum 27. November.

Im Exklusivinterview mit der Redaktion von www.4investors.de erläutert Ralph Konrad, Geschäftsführer der Jung, DMS & Cie. Pool GmbH und Vorstand der JDC Group, die Hintergründe der Anleihe. Konrad äußert sich in dem Gespräch über attraktive Zukäufe und die weiteren Investitionen seiner Gesellschaft. Der Manager erklärt außerdem die Strategie von JDC und spricht über die künftigen Aussichten des Unternehmens.


www.4investors.de: JDC begibt über eine Tochter eine neue Anleihe. Warum läuft die Emission über Jung, DMS & Cie. und nicht direkt über die AG?

Konrad:
Das hat in erster Linie einen technischen Hintergrund. Wir wollten den Inhabern der bestehenden JDC Anleihe 2015/2020 die Möglichkeit bieten, über ein Umtauschangebot an der Neuemission teilzuhaben. Da die vorherige Anleihe ebenfalls von der Jung, DMS & Cie. Pool GmbH begeben wurde, war das die technisch einfachste Möglichkeit.

www.4investors.de: Warum begeben sie überhaupt eine Anleihe, statt sich mittels Kredit bei einer Bank zu refinanzieren?

Konrad:
Die erste Anleihe haben wir im Jahr 2015 emittiert. Damals war es unser Wunsch, unsere Unternehmensfinanzierung unabhängig von Banken zu gestalten, um nicht abhängig von Entscheidungen einzelner Personen oder Abteilungen zu sein. Das war aus heutiger Sicht auch richtig. Wir fühlen uns mit dem Finanzierungsinstrument der Anleihe sehr wohl.

www.4investors.de: Mit dem frischen Geld wollen sie eine Altanleihe refinanzieren. Danach bleiben noch bis zu 10 Millionen Euro für weitere Investitionen. Wie soll dieses Geld genutzt werden?

Konrad:
Wir haben neben der JDC Anleihe 2015/2020 noch ein kleineres Bankdarlehen von ca. 2,5 Millionen Euro in der Bilanz, welches wir zurückführen wollen. Daneben wollen wir in unser Wachstum investieren und wie bisher auch weitere Versicherungs- und Fondsbestände kaufen. Das ist für uns ein sehr rentierliches Geschäft.


www.4investors.de: Viele kleinere Maklergesellschaften werden in den kommenden Jahren aus Altersgründen ihr Geschäft aufgeben. Wann ist eine solche Gesellschaft für sie ein attraktiver Zukauf?

Konrad:
Da gibt es eine Reihe von Kriterien: zum Beispiel sind Sachversicherungsbestände attraktiver als viele andere Bestände und die übernommenen Verträge dürfen idealerweise nicht mehr mit Stornohaftung belegt sein. Damit sich der Prüfungsaufwand lohnt, sollten die Bestände zudem nicht zu klein sein. Auch kaufen wir lieber die Vertragsbestände direkt und nicht die Maklergesellschaft, dann sparen wir uns den Integrationsaufwand.

www.4investors.de: Die Zahl der Makler schrumpft insgesamt, ist das für ihr Geschäft negativ?

Konrad:
Ja und nein. Richtig ist, dass in der Branche eine Konsolidierung stattfindet, weil kleinere Maklerpools die verschärften Vorschriften und IT-Anforderungen nicht mehr erfüllen können. Auf diese Entwicklung bereiten wir uns seit Jahren vor. Wir haben inzwischen eine tolle Technologie, mit der wir Berater und Endkunden effizient unterstützen. Deshalb freuen wir uns über jeden Bestand, den wir erwerben können und profitieren insgesamt von dieser Marktentwicklung.

www.4investors.de: Sie investieren jährlich rund 5 Millionen Euro in den IT-Bereich. Welche Neuerungen sind dort auf ihrer Plattform zu erwarten?

Konrad:
Für die Berater wird es neue Features geben, die den Arbeitsalltag erleichtern. Für die Endkunden implementieren wir gerade beispielsweise eine intelligente Alttarif-Bewertung, bei der mit wenigen Klicks ersichtlich ist, wie das Leistungsniveau eines bestehenden Versicherungsschutzes im Wettbewerbsvergleich abschneidet.

www.4investors.de: Outsourcing wird bei ihnen zu einem immer bedeutenderen Thema. Bisher haben sie in diesem Bereich fünf große Partner. Das ist aber noch nicht das Ende der Fahnenstange, oder?

Konrad:
Das stimmt. Erst Anfang der Woche konnten wir einen neuen 5-Jahresvertrag mit der VW Bank vermelden. Wir sind sehr stolz, dass immer mehr große Makler und Banken Gefallen an unserer Plattform finden.

www.4investors.de: Was sind ihre USP, so dass sich große Gesellschaften für das Outsourcing an JDC wenden?

Konrad:
Als JDC können wir die gesamte Wertschöpfung unserer Kunden unterstützen und das alles aus einer Hand. Wir bauen die technische Plattform, wir betreiben die Plattform, wir befüllen diese täglich mit den Versicherungsdaten der Kunden (z.B. aktuelle Beiträge, aktuelle Versicherungspolicen) und auf Wunsch übernehmen wir auch den Kundenservice mit unserem eigenen Service-Center.

www.4investors.de: Wie viel Prozent des Umsatzes machen sie mit diesen Großkunden?

Konrad:
Das sind inzwischen ca. 20 Prozent mit steigender Tendenz. Diese Umsätze sind immer abgesichert durch langfristige Laufzeiten. In der Regel gelten unsere Verträge für mindestens fünf Jahre. Dass es Großkunden gibt, die ihr eigenes System komplett abgeschaltet haben, unterstreicht das langfristige Vertrauen in unsere Lösung.

www.4investors.de: Eine erste Sparda-Bank gehört inzwischen zu ihren Kunden. Wie sieht es mit den Sparkassen aus?

Konrad:
Die meisten Banken befassen sich gerade intensiv mit dem Thema Versicherungen. Die langfristig niedrigen Zinsen sind für viele Banken existenzbedrohend. Daher sucht die gesamte Branche nach weiteren Ertragsmöglichkeiten. Nichts liegt für eine Bank näher als neben dem Girokonto und dem Depot zukünftig auch das „Versicherungskonto“ anzubieten. Diese Diskussionen gibt es sicher auch bei den Sparkassen und wir sind mit unserer White-Label-Lösung für die gesamte Bankenlandschaft ein attraktiver Partner.

www.4investors.de: Ihre aktuelle Prognose hängt stark von der Entwicklung im vierten Quartal ab. Können sie hier schon eine Tendenz aufzeigen?

Konrad:
Wir sind mit dem bisherigen Jahresverlauf sehr zufrieden. Dies drückt sich auch in unserer Prognose aus, die für 2019 unverändert einen Umsatz von 110 Millionen Euro und ein deutlich verbessertes Ergebnis in Aussicht stellt. Für eine Tendenz zum vierten Quartal ist es aber leider noch etwas zu früh.

www.4investors.de: Mit welcher Strategie gehen sie in das Jahr 2020?

Konrad:
Mit der gleichen, mit der wir das Jahr 2019 beenden. Wir wollen die Plattform weiter entwickeln, weiter in IT investieren und immer mehr Kunden und Verträge auf die Plattform ziehen.

www.4investors.de: Analysten halten für 2020 netto schwarze Zahlen für möglich. Können sie dieser Sichtweise etwas abgewinnen?

Konrad:
Wir haben in den vergangenen Jahren stark investiert und eine umfassende Abwicklungsarchitektur aufgebaut. Heute steht die JDC-Gruppe für moderne und intelligente Finanztechnologie und deckt vom Frontend bis zum Backend die gesamte Wertschöpfungskette für Berater und Kunden ab. Das macht uns für Banken, Versicherungen und große Industrieunternehmen interessant. Allein in den vergangenen Monaten sind mehrere Outsourcing-Verträge mit Großkunden angelaufen, weitere Kooperationen befinden sich in der Pipeline. Hieraus resultieren Skalierungsmöglichkeiten und ein hoher Anteil wiederkehrender Erträge. Vor diesem Hintergrund finden wir uns in den Schätzungen der Analysten durchaus wieder.

www.4investors.de: Mit Geld.de betreiben sie eine Vergleichswebseite. Ist das für JDC mehr als ein Referenzprodukt?

Konrad:
Wir brauchen keinem potentiellen Großkunden zu beweisen, dass wir „online“ können, da wir mit Geld.de selbst eine sehr moderne Online-Plattform betreiben. Insofern ist Geld.de für uns eine hervorragende Referenz. Geld.de hat aber daneben ein riesiges eigenes Potenzial, wie man an Check 24 sieht - und ist dazu noch eine der besten Marken im Markt.

www.4investors.de: Sie haben seit einigen Wochen mit der Great West Group einen neuen Großaktionär. Was wird sich durch diesen Einstieg bei JDC ändern? Welche Vorteile bieten sich dadurch für sie?

Konrad:
Great West, einer der 20 größten Versicherungskonzerne der Welt und sogar größer als die Münchner Rück, hat seit wenigen Wochen einen Anteil von 28 Prozent an der JDC Group und ist damit größter Aktionär. Ein solch solventer Ankeraktionär kann für JDC nur positiv sein. In einem Markt, der konsolidiert, ist es gut zu wissen, dass man ausreichend Kapital im Rücken hat. Operativ gehen wir nicht davon aus, dass es Änderungen geben wird.

www.4investors.de: Ist eine internationale Expansion für JDC ein Thema?

Konrad:
Derzeit ist das kein Thema. Wir werden im Konzern 2019 erstmals über 100 Millionen Euro Umsatz erzielen. Der Markt an deutschen Versicherungsprovisionen ist aber über 15 Milliarden Euro groß. Insofern haben wir noch viel Potenzial in Deutschland. Aber sag niemals nie…

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