Strom wird ab 2020 wieder teurer - Commerzbank Kolumne

Strompreise: Laut Netzagentur kommen die kostendämpfenden Ausschreibungsergebnisse erst allmählich in der EEG-Umlage zur Geltung. Bild und Copyright: jaroslava V / shutterstock.com.

Strompreise: Laut Netzagentur kommen die kostendämpfenden Ausschreibungsergebnisse erst allmählich in der EEG-Umlage zur Geltung. Bild und Copyright: jaroslava V / shutterstock.com.

01.11.2019 09:31 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Die Umlage nach dem Erneuerbare Energien-Gesetz, die sogenannte EEG-Umlage, dient der Förderung von Ökostrom. Auf sie entfällt etwa ein Viertel des Strompreises. 2020 wird die EEG-Umlage auf einen neuen Rekordwert von rd. 25 Mrd. EUR steigen. Während sie in den letzten Jahren gesunken ist, werden nach Mitteilung der Bundesnetzagentur die Verbraucher ab 2020 für Ökostrom 5,5% oder 0,35 Cent je Kilowattstunde (kWh) mehr bezahlen müssen. Das entspricht dann 6,756 Cent/kWh oder insgesamt einem Betrag von 24,5 Mrd. EUR. Ein Grund für den Anstieg der EEG-Umlage, dies erläuterte Agora Energiewende bereits im Vorfeld, liegt an Förderzusagen nach dem alten Vergütungssystem für Windenergieanlagen auf See, die jetzt ans Netz angeschlossen werden. Laut Netzagentur kommen die kostendämpfenden Ausschreibungsergebnisse erst allmählich in der EEG-Umlage zur Geltung. Als weiterer Grund für den Anstieg der EEG-Umlage wird der Rückgang der Überschüsse auf dem EEG-Umlagekonto aufgrund der hohen Stromerzeugung aus Erneuerbaren-Energien-Anlagen in 2019 angegeben. Die Liquiditätsreserve auf dem EEG-Konto schmolz um 40% und betrug per 30.09.2019 nur noch 2,2 Mrd. EUR. Ob die Versorger die Kostenänderungen an die Kunden eins zu eins weitergeben, ist stets offen. Andere Faktoren wie Netzgebühren - auf diese fallen rd. 23% bis 25% der Stromkosten - sowie die Kosten für Strombeschaffung - ein weiteres Viertel - spielen auch eine große Rolle. So haben bereits die großen Übertragungsnetzbetreiber für das kommende Jahr einen Kostenanstieg von bis zu 15% prognostiziert. Und gestiegene Beschaffungskosten lassen die Strompreise zusätzlich steigen. Nach Berechnungen der Tarifexperten des Verbraucherportals verivox.de würde ein Mehrpersonen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh mit durchschnittlichen Mehrkosten für die Stromrechnung von bis zu 60 EUR im Jahr 2020 zu rechnen haben.

Anleihen


China: Einkaufsmanagerindex, Caixin (Sep), 02:45 Uhr
Großbritannien: Einkaufsmanagerind. (Okt), 10:30 Uhr
USA: Arbeitsmarktbericht (Okt), 13:30 Uhr
USA: ISM-Index, verarb. Gewerbe (Okt), 15:00 Uhr

Präsident Trump lästerte gestern zwar erneut per Twitter über die Fed – „zu spät, zu langsam“, aber das dürfte kaum der Grund für den kräftigen Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen und Bundesanleihen gewesen sein. Als Kandidaten hierfür kommen eher die Konjunkturdaten aus China und den USA infrage. In China ist der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungsbereich im Oktober überraschend stark eingebrochen. Während der Index für die Industrie den leichten Anstieg im Vormonat nicht halten konnte. Die Gefahr ist groß, dass sich die Schwierigkeiten in den exportorientierten Wirtschaftszweigen auf die von der inländischen Nachfrage abhängigen Zweige ausbreiten. Der heute Nacht veröffentlichte Caixin-Index zeichnet ein deutlich positiveres Bild: Der Index kletterte auf den höchsten Stand seit Ende 2016. In den USA fiel der Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago auf nur noch 43,2 Punkte (September 47,1 Punkte). Eine mögliche Erklärung ist, dass Boeing seinen Hauptsitz in Chicago hat, und dies die Umfrage negativ beeinflusst hat. Andere wichtige Konjunkturdaten deckten sich dagegen weit-gehend mit den Erwartungen – zumeist, weil sie sich aufgrund anderer Indikatoren gut vorhersagen lassen. Laut Eurostat lag der Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt im Euroraum im dritten Quartal – wie schon im Vorquartal – bei mageren 0,2%. Das reicht nicht, um genügend Jobs zu schaffen, daher stieg die Arbeitslosenquote von 7,1% auf 7,2% an. Der Streik bei General Electric dürfte sich heute in dem US-Arbeitsmarktbericht widerspiegeln. Daher rechnen die Analysten mit einem Zuwachs von unter 100.000 Stellen. Beim ISM-Index erwarten wir dagegen auf Basis der regionalen Umfragen ein etwas freundlicheres Bild als im Vormonat.

Aktien


Chevron, Ergebnis Q3
ExxonMobil, Novo Nordisk, Ergebnis Q3

Die europäischen Aktienmärkte tendierten am gestrigen Handelstag überwiegend schwächer. Den stärksten Kursverlust verzeichnete der Leitindex in London mit einem Minus von 1,1%. Die Entscheidung der US-amerikanischen Notenbank, den Leitzins wie von den meisten Analysten erwartet zum dritten Mal in Folge um 25 Basispunkte auf nunmehr 1,50% bis 1,75% zu senken, sorgte nur kurz für Rückenwind an den europäischen Börsen. Vielmehr sorgte am Vormittag die Meldung zeitweise für Unruhe, wonach chinesische Beamte deutliche Zweifel an einem umfassenden langfristigen Handelsabkommen mit den USA hegen würden. Offenbar stemmt sich auch Chinas Agrarlobby gegen einen Handelsdeal mit den USA, der China dazu verpflichten könnte, jährlich Landwirtschaftserzeugnisse aus den USA in einem Volumen von 40 bis 50 Mrd. USD zu kaufen. Im Tagesverlauf erholten sich die Kurse aber wieder etwas. Der Dax büßte in diesem Umfeld 0,3% ein. Unter Beschuss standen zum Monatsultimo vor allem zyklische Werte. So kam es bei den zuletzt sehr gut gelaufenen Autoaktien (VW: -2,2%; Daimler: -1,3%; BMW: -0,8%) zu Gewinnmitnahmen, die sich auch bei den Zulieferern (Continental: -1,2%) fortsetzten. In der zweiten Reihe büßte die Aktie von Zalando nach Vorlage von Geschäftszahlen rd. 7% ein. Auf europäischer Sektorenebene waren gestern vor allem Werte aus den Bereichen Reise & Freizeit (+0,9%) sowie Versorger (+0,7%) gefragt. Öl- & Gaswerte büßten als Tagesverlierer durchschnittlich 1,7% ein. Die Börsen in den USA tendierten nach schwächeren Daten zur Industriekonjunktur leichter. Auf Sektorenebene waren insbesondere Versorgerwerte gefragt (+0,5%). Tagesverlierer waren Aktien aus dem Bereich Industrie (-1,1%). Die Börsen in Asien tendierten zum Wochenschluss uneinheitlich. Gute Makrodaten verliehen den Börsen in China Rückenwind.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

Auf einem Blick - Chart und News: E.ON
29.11.2019 - DGAP-News: E.ON SE: E.ON treibt Integration von innogy erfolgreich voran - Solides operatives ...
04.10.2019 - DGAP-News: E.ON SE: E.ON unterzeichnet Rahmenvertrag mit MVM Magyar Villamos M?vek Zrt. und Opus ...
18.09.2019 - DGAP-News: E.ON SE: E.ON vollzieht Erwerb der innogy-Anteile von ...
04.09.2019 - DGAP-News: E.ON SE: Geplante Übernahme von innogy: E.ON will innogy zügig integrieren und ...
07.08.2019 - DGAP-News: E.ON SE: Halbjahresergebnis im Rahmen der Erwartungen - E.ON bestätigt erneut Prognose ...
07.08.2019 - E.ON SE: Cat Mansion - E.ON präsentiert Smart Home-Lösungen für ...
01.07.2019 - E.ON SE: WINGAS verkauft ihr Bio-Erdgas Geschäft an ...
11.06.2019 - E.ON SE: Barbara Schädler verlässt E.ON, um eine neue berufliche Herausforderung ...
05.06.2019 - E.ON SE: E.ON will klimaschädliches Isolationsgas in Schaltanlagen überflüssig ...
13.05.2019 - DGAP-News: E.ON SE: E.ON bestätigt Prognose 2019 nach solider operativer Performance im ersten ...
09.05.2019 - E.ON SE: E.ON will 2500 digitale Trafostationen in Betrieb ...
10.04.2019 - E.ON SE: Grünes Gas aus Grünem Strom: E.ON startet bundesweite ...
01.04.2019 - E.ON SE:Deutsche sind bei Elektromobilität skeptischer als die meisten Europäer ...
15.03.2019 - E.ON SE: Großauftrag für E.ON von DS Smith in ...
13.03.2019 - DGAP-News: E.ON SE: Vorstellung der Bilanz 2018: E.ON zeigt operative Stärke und gibt positiven ...
15.02.2019 - E.ON SE: Audi und E.ON bauen Europas größte ...
27.01.2019 - E.ON SE: Handelsblatt zeichnet E.ON-Innovation ectogrid als Top 3 Technologie ...
10.01.2019 - E.ON SE: E.ON investiert in finnischen Plattform-Anbieter für ...
01.01.2019 - E.ON SE: Bei E.ON lernt es sich ...
14.11.2018 - DGAP-News: E.ON SE: E.ON steigert Ergebnis nach 9 Monaten und präzisiert ...