USA: BIP-Wachstum weiter solide, dank der Konjunkturlokomotive Konsum! - Nord LB Kolumne

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30.10.2019 15:53 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Vor wenigen Minuten sind in den USA aktuelle Zahlen zur Entwicklung des Wirtschaftswachstums im III. Quartal 2019 veröffentlicht worden. Demnach kam es im Sommerquartal zu einer nur marginalen Verlangsamung des Anziehens der ökonomischen Aktivität im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Der annualisierte Zuwachs des realen BIPs notiert bei 1,9% und liegt im Bereich des Potentialwachstums. Dies ist weiterhin eine relativ solide Entwicklung. Die Bekanntgabe überrascht viele Beobachter sicher positiv. Der konjunkturelle Einbruch ist – trotz fast inverser Zinsstrukturkurve – immer noch nicht eingetreten. Viele Kommentare fielen zuletzt skeptischer aus.

Beim Blick auf die Details fällt auf, dass der private Konsum (mit einem Wachstumsbeitrag von 1,9%) weiterhin die Stütze der Konjunktur ist. Das war nach den guten monatlichen Einzelhandelsumsatzahlen zumindest im Juli und August zu erwarten gewesen. Die US Kaufhäuser sorgen für eine anhaltende Nachfrage für Güter aus der ganzen Welt! Dagegen brachten die Vorräte und der Außenbeitrag keinen Wachstumsbeitrag, nach stark dämpfenden Effekten im II. Quartal. Die Ausrüstungsinvestitionen stagnierten, was niedrige PMIs aber sicher noch schwächer hätten erwarten lassen. Als regelrechte Wachstumsbremse waren die gewerblichen Bauinvestitionen zu bezeichnen. Die ersten Angaben zum US-BIP sind allerdings immer ziemlich revisionsanfällig.

Im laufenden IV. Quartal hängt nun vieles vom Verlauf des Handelsstreits zwischen Peking und Washington ab. Insbesondere für die bereits negativ beeinträchtigte Unternehmensstimmung könnte eine letztlich finalisierte (Teil-)Einigung für ein weiteres Aufatmen sorgen. Das gilt auch für die USA – mehr aber noch für China und Europa. Immerhin ist die Hoffnung auf eine erste einvernehmliche Lösung gestiegen. Insgesamt wird sich aber der private Konsum in den USA angesichts der stabilen Lage am US-Arbeitsmarkt zunächst ohnehin ziemlich immun zeigen.

Die heutigen Zahlen könnten – obwohl sie recht weit in der Vergangenheit liegen – gewisse Implikationen für die anstehende Zinsentscheidung der Federal Reserve haben. Nach der Vermeidung sowohl einer Eskalation im Handelskonflikt als auch eines No-Deal-Brexits – zumindest zunächst einmal – ist der noch Anfang Oktober vorherrschende Konjunkturpessimismus deutlich zurückgegangen. Die Stimmung scheint sich mittlerweile weiter aufzuhellen. Darauf werden wohl auch die Falken im FOMC wieder hinweisen. Dennoch rechnen wir – heute Abend – mit einer moderaten Zinssenkung auf 1,75% als nochmaliger „Insurance Cut“, da die Tauben im Gremium dominierend sind. Dann wird die Stimmung bei Unternehmen und Konsumenten beobachtet. Im weiteren Verlauf des Jahres – und vermutlich auch in 2020 – dürfte die Fed perspektivisch aber abwarten.

Fazit: Die heute in den USA gemeldeten Wachstumszahlen haben für das III. Quartal einen soliden Zuwachs um annualisiert 1,9% geliefert. Letztlich kann – nach dem lange Zeit vorherrschenden Konjunkturpessimismus – wohl von einer leicht positiven Überraschung gesprochen werden. Es hätte schlimmer kommen können! Die Wirtschaft im Land der unbegrenzten Möglichkeiten weist zwar ein nur noch entschleunigtes, aber doch robustes Wachstum auf. In einer Zeit flacher Zinsstrukturkurven sind die USA weit von einer Rezession entfernt. Dennoch dürfte die Federal Reserve wohl heute Abend tätig werden und den Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,75% senken. Die letzten Auftritte von Jerome Powell und anderer Notenbanker lassen im Grunde keine Abkehr von einem weiteren „Versicherungszinsschritt“ erkennen. Sicherlich wird die Entscheidung im FOMC aber nicht einstimmig ausfallen. Mit weiteren Zinssenkungen ist perspektivisch wohl nicht mehr zu rechnen.

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