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EZB: Schwieriger Job für Nachfolgerin von Mario Draghi - VP Bank Kolumne

Bild und Copyright: XXLPhoto / shutterstock.com.

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24.10.2019 16:23 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Zwar darf Mario Draghi noch bis Ende Oktober in seinem Büro im Frankfurter Hochhaus der Europäischen Zentralbank (EZB) bleiben, doch im geldpolitischen Rat konnte der Italiener heute schon seinen Ausstand feiern. Es war die letzte Zusammenkunft unter seiner Leitung. Ein fröhliches Beisammensein war die heutige geldpolitische Sitzung aber nicht. Zu besorgniserregend sind die Meldungen aus der europäischen Wirtschaft. Wie erwartet behält Draghi aber zum Ende seiner Amtszeit eine ruhige Hand. Trotz aller negativen Konjunkturmeldungen gab es auf der letzten Pressenkonferenz Draghis den ein oder anderen Lacher. Heute blitzte der Mensch hinter dem Notenbanker durch.

Draghi musste einen betrüblichen Konjunkturausblick vortragen. Dabei würden die Wachstumsrisiken überwiegen, der Noch-Notenbankpräsident bezeichnete sie als «prominent». Die Inflationsentwicklung sei gedämpft. Die lockere Geldpolitik sei deshalb noch über einen längeren Zeitraum notwendig. Draghi appellierte nochmals an eine reformorientierte und wachstumsfördernde Fiskalpolitik. Reformen müssten intensiviert werden. Draghi konnte seine selbstgesteckten Ziele damit nicht erreichen. Die Erfolgsfeier fällt damit leider aus.

Lagarde übernimmt anspruchsvollen Job


Die Französin Christine Lagarde übernimmt am 1. November eine EZB in schwierigem Fahrwasser. Hält Lagarde an der Politik ihres Vorgängers fest, wird es wohl schon bald zu einer weiteren Zinssenkung kommen. Eine weitere Reduktion des Einlagesatzes um 10 Basispunkte könnte schon bald auf die Agenda kommen. Eine Inflationsrate von unter 1 % bei gleichzeitig akuter Rezessionsgefahr werden dies unabdingbar machen.

Lagarde wird wie bereits Draghi darauf verweisen, dass die EZB ein Mandat habe und danach handeln müsse. Doch leider werden weitere geldpolitische Lockerungen keine Besserung bringen. Die EZB ist am Ende der Fahnenstange angekommen. Draghi betonte es mehrfach: Ohne flankierende Massnahmen der Fiskalpolitik geht es nicht.

Arrivederci, Mario


Was noch zu sagen bleibt: Arrivederci, Mario. Die Ära des Italieners war eine der bedeutendsten seit Bestehen der EZB. Ohne Draghi gäbe es den Euro vermutlich nicht mehr. Sein mittlerweile berühmtes «Whatever it takes» ist jetzt schon fester Bestandteil der europäischen Wirtschaftsgeschichte. Er benutzte diese vieldeutigen Worte inmitten heftiger Turbulenzen um die europäischen Staatsfinanzen am 26. Juli 2012 auf einer Londoner Investorenkonferenz. Was in den Jahren danach passierte, wissen wir: Anleihen-Kaufprogramme und Negativzinsen prägten fortan die Geldpolitik.

Man kann darüber streiten, ob die Wiederauflage des Wertpapierkaufprogramms und eine weitere Senkung des Negativzinses die adäquaten Reaktionen auf die momentane Wachstumsabkühlung sind. Doch Draghi betonte stets, dass die EZB ein Mandat habe. Nichtstun kam deshalb nicht in Frage. Die Politik legte zu gerne die Hände in den Schoss und überliess die Arbeit der EZB. Von breitflächigen Strukturreformen war nur im Einzelfall etwas zu sehen. Draghi stand über weite Strecken alleine im Regen. Das sollte bei vorgetragener Kritik berücksichtigt werden.

Eines steht fest: Mario Draghi war in der EZB-Historie der bislang prägendste Präsident. Gäbe es eine Hall of Fame der EZB, das Porträt von Draghi würde wohl einen zentralen Platz bekommen.

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der VP Bank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

Arrivederci, signor Draghi! Paradigmenwechsel unter Lagarde unwahrscheinlich - Nord LB Kolumne

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat auf ihrer heutigen Sitzung wie erwartet keine neuen Beschlüsse gefasst. Die Leitzinsen blieben unverändert, zudem wurde die Forward Guidance wiederholt. Erst im September hatte der EZB-Rat ein umfangreiches Stimuluspaket auf den Weg gebracht. Insofern war trotz anhaltend schwacher Konjunktur- und Inflationsdaten von einer Politik der ruhigen Hand zumindest für die Oktobersitzung auszugehen. Zum QE äußerte Draghi, dass bis zu einer notwendigen Anpassung der Issuer Limite noch einige Zeit verstreichen werde.

Im Anschluss an die Septembersitzung hatte sich insbesondere an der Wiederaufnahme der Nettoassetankäufe Kritik entzündet. Diese Diskussion dürfte heute fortgeführt worden sein. Auch dem Lager um Mario Draghi muss daran gelegen sein, zu einem geschlossenen Erscheinungsbild der EZB zurückzukehren. Ein wie in den vergangenen Wochen öffentlich ausgetragener Streit über die eigenen Beschlüsse sind der Glaubwürdigkeit und der ... diese News vom 24.10.2019 weiterlesen!

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