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Palladiumpreis steigt von Rekord zu Rekord - Commerzbank Kolumne

Die Automobilindustrie fragt den mit Abstand größten Teil der weltweiten Palladiumproduktion nach. Bild und Copyright: Ondra Vacek / shutterstock.com.

Die Automobilindustrie fragt den mit Abstand größten Teil der weltweiten Palladiumproduktion nach. Bild und Copyright: Ondra Vacek / shutterstock.com.

22.10.2019, 09:49 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Bemerkenswert ist, dass der Preisanstieg von Palladium kaum spekulativ getrieben ist. Ein Blick auf den US-Terminmarkt zeigt, dass die Netto-Kauf-Positionen absolut zwar hoch sind, aber relativ zu den Hochs der Vergangenheit noch erheblich Luft nach oben haben. Es ist vor allem der Bedarf der Automobilindustrie, der den Preis treibt. Er trifft nach jahrelangem Angebotsdefizit auf einen leergefegten Markt. Obwohl die Autoverkäufe (Nachfrage aus der Automobilindustrie ca. 80% der Gesamtnachfrage) weltweit sinken, ist der Bedarf gleichzeitig robust. Der Grund ist, dass mit höheren Abgasnormen, auch der Palladiumanteil in Katalysatoren steigt. Der Palladiumpreis könnte also noch erhebliche Kapriolen schlagen.

Anleihen


Euroraum: EZB-Umfrage Bank Kreditvergabe, 10 Uhr
USA: Verkäufe bestehender Häuser (Sep.), 16 Uhr

Der Wochenauftakt begann mit leichten Kursverlusten für Staatsanleihen. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg von minus 0,38% auf bis zu minus 0,34% im Hoch. Da gestern keine relevanten Wirtschaftsdaten veröffentlicht wurden, die den Anlegern hätten Orientierung geben können, wartete der Markt gespannt auf Neuigkeiten aus dem Londoner Parlament bezüglich der weiteren Abstimmung um den Brexit. Am Nachmittag stand fest, dass sich die Entscheidung des britischen Unterhauses über den neuen Brexit-Vorschlag, den Premierminister Johnson mit der EU ausgehandelt hatte, weiter verzögert. Parlamentspräsident Bercow ließ eine Abstimmung im Unterhaus am Montag nicht zu. Er begründete seine Ablehnung damit, dass der Entwurf der Regierung in ihrem Inhalt der gleiche wie der vom Samstag sei. Auch die Umstände hätten sich nicht geändert. Anleihen und Währungen reagierten auf die Ablehnung nur verhalten. An solch einem ruhigen Handelstag bleibt Zeit, sich die beeindruckende Kursentwicklung von Staatsanleihen aus Südeuropa anzuschauen. So gewann die im März aufgelegte zehnjährige griechische Anleihe über 22 Prozentpunkte an Wert, die Anfang Januar gestartete zehnjährige Staatsanleihe Portugals über 15 Prozentpunkte. Hier zeigt sich die Macht der EZB-Politik, wodurch Anleger wieder Vertrauen gewonnen haben, aber auch der Wunsch nach Rendite, welche früher vorsichtige Investoren nun zu ehemals riskanten Emittenten greifen lassen. Erst am Donnerstag wird es wieder spannend an der Datenfront: So hoffen Anleger auf bessere Einkaufsmanager-Indizes aus dem Euroraum sowie Deutschland und Frank-reich. Mit der EZB-Ratssitzung, der letzten von EZB-Chef Draghi, sowie den Auftragseingängen langlebiger Güter aus den USA haben die Kapitalmärkte viel zu verdauen.

Aktien


Berichterstattung Q3
Deutschland: Software AG
Europa: Kühne und Nagel, Novartis, Reckitt Bencki-ser, UBS
USA: United Technologies, Procter & Gamble, McDonald’s

Die weitere unerwartete Volte in der Brexit-Entwicklung vom Wochenende beunruhigte die Märkte genauso wenig wie die weitere Verschiebung der Abstimmungen im britischen Parlament. Die insgesamt reduzierte Wahrscheinlichkeit eines harten Brexits und vage Hoffnungen auf ein zweites Referendum sorgten für ein Andauern des Optimismus. Die europäischen Märkte präsentierten sich dadurch freundlich, der DAX sogar stellenweise fest. Der DAX schloss um 0,9% höher, der EuroStoxx 50 legte 0,6% zu. Bei den Einzelwerten stachen im DAX vor allem Wirecard (+6,1%) nach desolater Woche mit der Bereitschaft einer externen Prüfung und Infineon (+4,1%) hervor. Deutsche Börse gaben nach Herunterstufungen dagegen 2,3% ab. SAP (+2,5%) lag im Euro Stoxx 50 nach guten Zahlen ganz vorne. Auch in den USA gab es überwiegend Zuwächse. Diese Zuversicht speiste sich aus kolportierten Verhandlungsfortschritten im Zollstreit. Der Dow Jones legte zwar nur 0,2% zu. Doch kam es zu kräftigen Gewinnen in schwergewichtigen Sektoren: Neben Energie (+1,9%) glänzten Finanzwerte (+1,4%) und IT (+1,1%). Dies führte bei S&P 500 (+0,7%) und Nasdaq (+0,9%) zu deutlichen Zugewinnen. Den Dow Jones drückte im Übrigen vor allem Boeing (-3,8%). An der Spitze standen mit neuem Rekordhoch J.P. Morgan (+2,5%) und American Express (+2%). Auch Apple (+1,7%) erreichte ein neues Rekordhoch. In Asien handeln die meisten Märkte heute leicht höher, allerdings ist der Handel aufgrund eines Feiertags in Japan dünn. Die Indikationen für Europa deuten ebenso weiter aufwärts.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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