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Erneut grüßt das Brexit-Murmeltier - Börse München Kolumne

Die Berichtssaison läuft: In den kommenden Tagen legen unter anderem aus dem Dax BASF, Daimler, SAP und MTU ihre Zahlen vor. Robert Ertl, Vorstand der Bayerischen Börse AG, wirft einen Blick auf die Aktienmärkte. Bild und Copyright: Bayerischen Börse AG.

Die Berichtssaison läuft: In den kommenden Tagen legen unter anderem aus dem Dax BASF, Daimler, SAP und MTU ihre Zahlen vor. Robert Ertl, Vorstand der Bayerischen Börse AG, wirft einen Blick auf die Aktienmärkte. Bild und Copyright: Bayerischen Börse AG.

21.10.2019, 16:38 Uhr - Autor: Robert Ertl  Robert Ertl auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Hoffnungen auf Krisen-Lösungen treiben weiter an: Die deutschen Aktienbörsen haben in der vergangenen Woche ihre Aufwärtsbewegung der Vorwoche überwiegend fortgesetzt. Dabei ließ zum einen erneut die Erwartung einer Entspannung beziehungsweise Teillösung im Handelskonflikt zwischen den USA und China die Kurse anziehen. Zum anderen sorgte die Einigung auf ein Brexit-Abkommen zwischen der britischen Regierung und der EU für Optimismus, dass die gefühlt ewige Hängepartie um den Austritt Großbritanniens aus der EU doch zu einem geregelten Ende kommen könnte. Dass diese Zuversicht sich nicht zu einer euphorischeren Reaktion auswuchs und zu Ende der Handelswoche einer Zurückhaltung wich, lag an der noch ausstehenden Zustimmung des britischen Parlaments. Angesichts dieser den Markt beherrschenden politischen Themen traten Konjunkturdaten weitgehend in den Hintergrund, selbst enttäuschend ausgefallene Zahlen hatten keine größeren Auswirkungen.

Der Deutsche Aktienindex (Dax), der im Wochenverlauf mehrfach neue Jahreshochs markiert und seinen höchsten Stand seit über einem Jahr erreicht hatte, gewann im Wochenvergleich 1,0 Prozent auf 12.633,60 Punkte. Der MDax stieg um 1,5 Prozent auf 25.999,86 Zähler. Deutlicher zulegen konnte der Indexwert ThyssenKrupp. Der Industriekonzern profitierte zeitweise stark von Spekulationen um die Zukunft seiner Aufzugsparte. Der Tec-Dax gab dagegen im Wochenvergleich um 0,9 Prozent auf 2.778,43 Punkte nach. Der HAFIX-Deutschland kletterte um 2,3 Prozent auf 3.690,70 Zähler, der HAFIX-Europa kam um 0,8 Prozent auf 2.965,22 Punkte voran. Der m:access All-Share, der die Entwicklung des Mittelstandssegments m:access abbildet, reduzierte sich um 0,4 Prozent auf 2.408,65 Zähler.

An den deutschen Anleihemärkten sind die Kurse in der vergangenen Woche spürbar zurückgegangen. Hauptgrund dafür, dass sich Anleger weniger für die als sicher geltenden Bundespapiere interessierten, waren die Entwicklungen in Sachen Brexit. Zu Ende der Handelswoche reduzierten sich die Verluste allerdings etwas angesichts der Ungewissheit, wie es mit dem erreichten Abkommen weitergehen werde. Dennoch stieg die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe im Wochenvergleich von -0,45 auf -0,39 Prozent. Die Umlaufrendite legte von -0,48 auf ebenfalls -0,39 Prozent zu.

Die US-Aktienbörsen entwickelten sich in der vergangenen Woche unterschiedlich. Der Dow-Jones-Index gab im Wochenvergleich um 0,2 Prozent auf 26.770,20 Punkte nach. Hierzu trugen auch die Kurseinbrüche der Indextitel Boeing und Johnson & Johnson am Freitag bei. Der breiter gefasste S&P-500-Index rückte dagegen um 0,5 Prozent auf 2.986,20 Zähler vor. Der technologielastige Nasdaq-100-Index kam um 0,3 Prozent voran auf 7.868,49 Punkte.

Ausblick: Die nach der Ablehnung der Brexit-Vereinbarung durch das britische Parlament beantragte Fristverlängerung für den Austritt Großbritanniens aus der EU könnte den Anlegern an den deutschen Aktienbörsen zu Beginn der Handelswoche auf die Stimmung schlagen. Denn in der vergangenen Woche war es auch stark die Zuversicht hinsichtlich einer Lösung dieses Dauerthemas, die die Aktiennotierungen steigen ließ. Nun ist vieles wieder offen. Und auch das Thema Handelsstreit zwischen den USA und China ist noch lange nicht ausgestanden, auch wenn es hier zuletzt optimistischer stimmende Nachrichten gegeben hat. Insofern bleibt der Hinweis aus der Vorwoche – und aus etlichen davor – richtig, dass es stark von den kommenden und bei beiden Themenkomplexen schwer zu prognostizierenden Entwicklungen abhängen wird, wie sich die Anleger verhalten.

Neben diesen beiden derzeitigen politischen Sonderfaktoren könnten auch die anstehenden Konjunkturdaten ihren Einfluss auf die Marktentwicklung nehmen. Aus Deutschland und der Eurozone sind hier in erster Linie das Ifo-Geschäftsklima und die Einkaufsmanagerindizes zu nennen. Zudem tagt der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB), die letzte Sitzung unter dem derzeitigen EZB-Präsidenten Mario Draghi. Dabei werden allerdings allgemein keine neuen gelpolitischen Maßnahmen erwartet. Aus den USA kommen in den kommenden Tagen unter anderem die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter, das Verbrauchervertrauen sowie Daten zum Immobilienmarkt.

Zumindest sofern keines der beiden genannten Politik-Themen oder Konjunkturdaten einen Strich durch die Rechnung machen, könnten auch Unternehmenszahlen wieder eine wichtigere Rolle an den Börsen spielen. Denn die Berichtssaison ist am Laufen. In den kommenden Tagen legen unter anderem aus dem Dax BASF, Daimler, SAP und MTU ihre Zahlen vor, zudem kommt eine Vielzahl von Veröffentlichungen aus zweiter und dritter Börsenreihe.

Ausgewählte wichtige Termine der Woche
Montag, 21.10.: Erzeugerpreise in Deutschland; Leitzinsentscheidung der chinesischen Notenbank
Dienstag, 22.10.: Verkäufe bestehender Häuser in den USA
Mittwoch, 23.10.: Verbrauchervertrauen in der Eurozone; US-Immobilienpreisindex
Donnerstag, 24.10.: Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe in Deutschland und der Eurozone; Dienstleistungsindizes für Deutschland und die Eurozone; Ergebnis der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank; Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter in den USA; Markit PMI Gesamtindex (USA); Verkäufe neuer Häuser in den USA
Freitag, 25.10.: Ifo-Geschäftsklimaindex (Deutschland); GfK-Verbrauchervertrauen für Deutschland; US-Verbrauchervertrauen der Universität Michigan

Autor: Dr. Robert Ertl, Vorstand der Bayerischen Börse AG

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Bayerischen Börse AG. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!


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