GK Software: „Die Zusammenarbeit mit SAP ist enger denn je“

Rainer Gläß, CEO der GK Software SE, im exklusiven Interview mit der 4investors-Redaktion unter anderem zur Zusammenarbeit mit SAP. Bild und Copyright: GK Software SE.

Rainer Gläß, CEO der GK Software SE, im exklusiven Interview mit der 4investors-Redaktion unter anderem zur Zusammenarbeit mit SAP. Bild und Copyright: GK Software SE.

21.10.2019 13:31 Uhr - Autor: Redaktion 4investors  Redaktion 4investors auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Die GK Software SE hat ihre Partnerschaft mit dem DAX-Konzern SAP weiter vertieft, im Gegenzug hat SAP seine 100.000 GK-Software-Aktien an GK-CEO Rainer Gläß verkauft. Wie passt das zusammen? Die Redaktion von 4investors.de hat nachgefragt: „Die wichtigste Botschaft ist die Meldung der SAP, dass die sehr enge und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen SAP und der GK Software SE nicht nur fortgeführt, sondern sogar vertieft wird“, sagt der GK-Vorstandsvorsitzende Rainer Gläß. Dass er persönlich den GK-Anteil von SAP im Volumen von fast 6 Millionen Euro erworben hat, sieht er dabei als starke Botschaft. Große Chancen für GK sieht der Konzernlenker u. a. in den neuen Feldern Tankstelle, Künstliche Intelligenz sowie deutsche Fiskalisierung. 4investors.de spricht mit GK-Vorstandschef Rainer Gläß auch über das gemeinsame Retail Excellence Center mit SAP, den erwarteten Jahresendspurt 2019 sowie die Ziele für 2020.


www.4investors.de: Herr Gläß, bei GK Software gab es in den letzten Wochen eine Reihe von spannenden Nachrichten bezüglich der Partnerschaft mit SAP und der Aktionärsstruktur. Für viele Leser war das etwas verwirrend, entsprechend viele Fragen gab es. Können Sie etwas mehr Licht in die Angelegenheiten bringen?

Gläß:
Sie haben recht, es gab verschiedene Meldungen, die auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinen. Aber beim genaueren Hinsehen sind die Nachrichten recht eindeutig. Die wichtigste Botschaft ist die Meldung der SAP, dass die sehr enge und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen SAP und der GK Software SE nicht nur fortgeführt, sondern sogar vertieft wird.

Und dann hat Rainer Gläß 100.000 Aktien der GK Software SE erworben, das ist ein Volumen von fast 6 Millionen Euro. Ich finde, das ist eine starke Botschaft.

www.4investors.de: Allerdings hat die Mitteilung, dass SAP kein Aktionär bei GK Software mehr ist, für einige Aufregung gesorgt. Was können Sie uns mehr dazu sagen?

Gläß:
Sie haben recht, die von mir erworbenen 100.000 Aktien sind genau jene, die bisher die SAP gehalten hat. Damit ist die SAP kein Aktionär mehr bei GK. Auf die Partnerschaft der beiden Firmen hat das aber keinerlei Einfluss. Ich möchte mich an der Stelle bedanken bei den Kollegen, die seitens SAP die Transaktion ermöglicht und professionell begleitet haben.

www.4investors.de: Aber was bedeutet das für die Zukunft?

Gläß:
Selbstverständlich war SAP nicht irgendein Aktionär, insofern ist die entscheidende Nachricht in diesem Kontext die Vertiefung der Zusammenarbeit und der Partnerschaft der beiden Unternehmen. Darüber hinaus hatte SAP über ein Shareholder Agreement ein Vorkaufsrecht für die Aktien der Gründer, das jetzt entfallen ist. Viele Kapitalmarktteilnehmer hatten die aus dem Vorkaufsrecht resultierenden Beschränkungen der strategischen Möglichkeiten immer wieder kritisiert.

www.4investors.de: SAP und GK Software haben in der gemeinsamen Nachricht darüber informiert, dass Sie noch stärker im Bereich der Lösungsentwicklung zusammenarbeiten wollen. Könnten Sie das bitte etwas näher erläutern?

Gläß:
Wir arbeiten bereits seit geraumer Zeit intensiv daran, ein umfassendes Cloudangebot für unsere Kunden anzubieten. Dies deckt sich mit der Strategie von SAP, die ja bekanntlich eine neue Cloud‐Lösungswelt unter dem Label CX (Customer Experience) entwickelt hat. Das gemeinsame Ziel ist jetzt, unsere Cloud‐Lösungen zum Beispiel aus den Bereichen Store‐Automation, Point of Sale, Mobile Consumer Apps und Künstliche Intelligenz nahtlos mit der CX‐Welt zu verknüpfen, um unseren gemeinsamen Retail‐Kunden ein vollständiges Angebot bieten zu können. Um unsere Anstrengungen noch stärker zu bündeln, haben wir mit SAP vereinbart, ein gemeinsames Retail Excellence Center aufzusetzen. Wir sehen darin einen wichtigen Hebel, um künftig weltweit die führende Rolle als Lösungsanbieter im Retail zu übernehmen bzw. auszubauen. Regionale Einschränkungen wird es dabei nicht mehr geben, wir wollen global die Führung übernehmen.

www.4investors.de: Werden Sie in diesem Rahmen auch gemeinsam neue Lösungen entwickelt?

Gläß:
Keine Industrie ist derzeit spannender als Retail, nirgendwo gibt es mehr Veränderungsdruck. Für uns als Lösungsanbieter bietet das permanent neue Chancen. Wir arbeiten stets an neuen Ideen, Visionen und Lösungen. In der Softwareindustrie genügt es nicht, die Nummer 1 zu sein, man muss es auch bleiben. Wenn wir gemeinsam mit SAP die Trends im Handel und in der Technologie bewerten und aufnehmen, geht es immer auch um Thought Leadership. Das bedeutet, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, gegebenenfalls selbst anzustoßen oder führend mitzugestalten. Und das tun wir.

www.4investors.de: Lassen Sie uns über Zahlen sprechen. Wie sehen Sie das aktuelle Jahr, nachdem Sie ja im ersten Halbjahr einen operativen Verlust ausgewiesen hatten?

Gläß:
Wer die GK kennt, weiß, dass in aller Regel ein kräftiger Endspurt zum Jahresende erfolgt. Wir hoffen, dass das auch dieses Jahr so sein wird. Allerdings war uns der zwischenzeitliche Verlust Anlass, die Firma mit einem intensiven Effizienzprogramm fit für die Zukunft zu machen. Ziel unserer Arbeit mit diesem Programm war und ist es, die eingefahrenen Wege und Strukturen zu hinterfragen und GK zu optimieren in Hinblick auf Leistungsfähigkeit und Ertragskraft.

Es zeichnet sich ab, dass wir 2019 einige für uns sehr wichtige Ziele erreichen werden. So hat sich der angedeutete Erfolg in den USA verstärkt, wir haben weitere Kunden gewonnen und stehen auch vor weiteren Abschlüssen. Genauso wichtig ist dabei auch, dass das US‐Geschäft bei wesentlichen internen Kennziffern immer stärker an die Werte des Europa‐Geschäftes heranrückt. Darüber hinaus konnten wir das erste Produkt auf der Basis unserer KI‐Plattform AIR (Artificial Intelligence for Retail) auf die SAP‐Preisliste bringen und unsere Lösung für die deutsche Fiskalisierung ist auf einem sehr guten Weg.

www.4investors.de: Zum Stichwort deutsche Fiskalisierung: Hier hat sich GK Software mit der Tochtergesellschaft DF Deutsche Fiskal GmbH stark positioniert. Welche Potenziale sehen Sie dort ab 2020?

Gläß:
Die deutsche Fiskalisierung sehe ich als große Chance für GK. Wir positionieren unsere Tochtergesellschaft Deutsche Fiskal hier als Anbieter einer reinen Cloudlösung, die wir gemeinsam mit der Bundesdruckerei als starkem Partner entwickeln. Wir wissen, dass der Handel diese Lösungsvariante der Alternative einer Hardwarelösung vorzieht und sehen uns gut aufgestellt. Wenn wir dieses Projekt erfolgreich machen, sprechen wir nicht von einer kurzfristig wirksamen Sonderkonjunktur, sondern von langfristig wiederkehrenden Cloud‐Umsätzen. Die Größenordnung lässt sich allerdings noch nicht seriös benennen, da dieser Markt gerade verteilt wird und die gesetzlichen Rahmenbedingungen immer wieder geändert worden sind.

www.4investors.de: Für 2020 haben Sie ja ambitionierte Ziele formuliert. Von der angepeilten Ergebnismarge scheinen Sie aber noch weit entfernt zu sein?

Gläß:
Ich halte unsere Ziele für 2020 mehr denn je für realistisch. Wir sind sehr gut aufgestellt, um diese zu erreichen. Die Wirkung unseres Effizienzprogrammes wird sich 2020 zeigen. Dazu kommt eine prall gefüllte Pipeline insbesondere in den USA sowie eine signifikante Ausweitung unseres Geschäftes durch die neuen Felder Tankstelle, Künstliche Intelligenz sowie Deutsche Fiskal.

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