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US-Zinssenkung – und im Fed-Basisszenario vermutlich die letzte für 2019! - Nord LB Kolumne

Bild und Copyright: Bart Sadowski / shutterstock.com.

Die globalen Konjunktursorgen haben die Federal Reserve zum erneuten Handeln veranlasst. Am gestrigen Abend senkte sie wie erwartet zum zweiten Mal in diesem Jahr die Fed Funds Target Rate um 25 Basispunkte auf nun 2,00%. Bild und Copyright: Bart Sadowski / shutterstock.com.

19.09.2019 09:46 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Die globalen Konjunktursorgen haben die Federal Reserve zum erneuten Handeln veranlasst. Am gestrigen Abend senkte sie wie erwartet zum zweiten Mal in diesem Jahr die Fed Funds Target Rate um 25 Basispunkte auf nun 2,00%. Bemerkenswerterweise gab es drei abweichende Meinungen zu dieser Zinsentscheidung: Für einen 50bp-Schritt plädierte James Bullard, für ein Abwarten votierten – wie bei der letzten Entscheidung im Juli – Esther George und Eric Rosengren.

Im FOMC-Statement fanden sich nur wenige Veränderungen: Einerseits war von „stark steigenden Konsumausgaben“, andererseits von „schwächer tendierenden Ausrüstungsinvestitionen und Exporten“ die Rede. Angesichts der „anhaltenden Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung“ müsse das FOMC „weitere Informationen genau analysieren“ und „entsprechend handeln“.

Besonders im Fokus standen die Zinsprojektionen für die Fed Funds Target Rate – die sogenannten „Dot Plots“. Darin sprachen sich diesmal 7 der 17 Notenbanker bis Ende 2019 für noch eine weitere Zinssenkung um 25bp auf dann 1,75% aus – dagegen wollen 10 der 17 Notenbanker im IV. Quartal abwarten (davon dürften allerdings auch einige in 2019 nicht stimmberechtigte Notenbanker sein). Der Median liegt für Ende 2019 nun entsprechend bei 2,00%. Bemerkenswerterweise tauchen den Median betreffend weitere Zinsschritte nach unten nicht auf – für 2021 und 2022 gehört sogar eine Zinsanhebung zum Basisszenario. Für das BIP-Wachstum und für die Arbeitslosenquote wurden die Projektionen für 2019 leicht angehoben (auf 2,2% bzw. 3,7%).

Die Sorge vor einer anstehenden Rezession ist als Hauptgrund für die Zinssenkung anzusehen. Zwar ist die Konjunktur der USA im Vergleich zu vielen anderen Volkswirtschaften noch als recht solide zu bezeichnen, aber erstens lassen sich auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten erste Schatten erkennen und zweitens befinden sich die meisten Handelspartner bereits in einem klaren Abwärtstrend, was auch die US-Wirtschaft perspektivisch belasten könnte.

Fed-Präsident Jerome Powell erwähnte in der anschließenden Pressekonferenz erneut den die Wirtschaft verunsichernden Handelskonflikt als den wesentlichen Treiber für die erneute Zinssenkung der Fed. Er machte allerdings auch klar, dass die bisherigen Zinsschritte reine Vorsichtsmaßnahmen seien und das Basisszenario bestehen bleibe, dass diese zuletzt durchgeführten zwei Zinssenkungen ausreichen dürften, die Expansion aufrecht zu erhalten. Im Falle sich verschlechternder Konjunkturdaten werde die Federal Reserve aber bereit und fähig sein zu handeln.

Eine weitere Zinssenkung im IV. Quartal kann angesichts der globalen Unsicherheiten nicht ausgeschlossen werden – daran hat sich seit gestern Abend nichts geändert. Vermutlich aber nur, wenn sich keine Ergebnisse zwischen Trump und Xi erzielen ließen. Eine gewisse (Teil-)Einigung könnte bereits die Stimmung heben – eine Zinssenkung dürfte dann weiter verschoben werden und vermutlich ausbleiben. Der konjunkturelle Datenkranz für die USA ist schließlich nicht so schlecht.

Die Kapitalmärkte reagierten verhalten: Die US-Aktienmärkte und die Renditen der US-Treasuries zogen leicht an und der Euro in US-Dollar machte die marginalen Verluste am Morgen wieder wett.

Fazit: Die Fed hat – wie erwartet – die zweite Zinssenkung in diesem Jahr um 25 Basispunkte auf nun 2,00% vorgenommen. Die Notenbanker deuteten an, dass sie sich im Falle einer Eintrübung der Wirtschaftsaussichten – vor allem bei einer Nichteinigung im Handelskonflikt – zu einer erneuten Zinssenkung genötigt sehen könnten. Ansonsten seien die bisherigen Zinsschritte aber reine Vorsichtsmaßnahmen gewesen, die Jerome Powells Ansicht nach ausreichen sollten, die konjunkturelle Expansion fortsetzen zu lassen. Die Mehrheit der FOMC-Gremiumsmitglieder sieht für 2019 (und 2020) als Basisszenario keine weiteren Rate Cuts. Das kann sich aber auch noch ändern. Sollte sich jedoch zumindest eine Teil-Einigung zwischen den USA und China und damit eine globale Stimmungsaufhellung ergeben – womit wir rechnen – dürften Zinssenkungen in den USA tatsächlich vom Tisch sein.

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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