Axel Springer, Ebay: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! - Commerzbank Kolumne

Ein Ausblick auf den heutigen Börsentag, unter anderem für die Frankfurter Börse. Bild und Copyright: Matyas Rehak / shutterstock.com.

Ein Ausblick auf den heutigen Börsentag, unter anderem für die Frankfurter Börse. Bild und Copyright: Matyas Rehak / shutterstock.com.

11.09.2019 10:03 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Der 10. „Geburtstag“ der „Ebay Kleinanzeigen“ ist ein willkommener Anlass, einmal nostalgisch zurückzublicken, um den Umbruch der vergangenen Jahre im Anzeigengeschäft zu verdeutlichen. Erinnern Sie sich noch an die Samstagsausgabe Ihrer Tageszeitung von 2009? Darin befand sich wahrscheinlich eine Stellenanzeigenbeilage, die den redaktionellen Teil im Umfang deutlich überstieg, selbst in schwierigeren wirtschaftlichen Phasen. Daneben fand man in den Printausgaben KFZ-, Immobilien-, Partnerschaftsanzeigen, Privatverkäufe, … Und heute? Fehlanzeige, fast komplett im Internet verschwunden! Die Vorteile der Nutzer liegen auf der Hand: keine überflüssiges Blättern in irrelevanten Angeboten, eine gezielte sachliche, räumliche und preisliche Suche mit Benachrichtigung in „Realtime“. Auch ökologische Argumente gibt es, denn durch die neuen elektronischen Marktplätze finden Objekte, die ansonsten im Müll gelandet wären, neue Liebhaber. Das Internet hat das Anzeigengeschäft komplett umgekrempelt. Für die klassischen Verlage bedeutet das, sich an die neuen Bedingungen im Internet anzupassen. Axel Springer erzielt mittlerweile mehr als 80% des operativen Ertrags mit digitalem Geschäft und hat offenbar weiterhin Großes vor. Mit dem Angebot des Finanzpartners KKR an die freien Aktionäre will sich das Unternehmen den Formalismen und Zwängen einer börslichen Notierung früher oder später entledigen, um den digitalen Umbruch mit einer Investitionsphase weiter zu forcieren. Wir stellen die Votierung deshalb Ende September ein. Dass Ebay von aktivistischen Aktionären unter Druck gesetzt wird, sein Kleinanzeigen zu versilbern, könnte eine zufällige Koinzidenz sein - muss es aber nicht.

Anleihen


USA: Erzeugerpreise (Aug), 14:30 Uhr

Vor den wichtigen Notenbanksitzungen der EZB morgen, der Fed am 18. September und der BoJ am 19. September stiegen gestern die Renditen von Staatsanleihen weiter an. Die Erwartungen für die EZB werden weiter zurückgeschraubt. Bei den Währungen hielten sich Investoren mit größeren Engagements weitgehend zurück, der Euro tendierte gestern fast unverändert über 1,1040 US-Dollar. Die Spekulationen für die EZB-Sitzung reichen von einer Zinssenkung um 10 bis 20 Bp., die Einführung eines Staffelzinses für die Banken, die Wiederaufnahme des Anleihekaufprogramms sowie die Verlängerung der Forward Guidance. Da die Erwartungen der Marktteilnehmer in den letzten Wochen deutlich zugenommen haben, können sie morgen leicht enttäuscht werden. So zeigen sich die EZB-Ratsmitglieder sehr gespalten. Vor allem der finnische Notenbankpräsident Olli Rehn hat die Spekulationen auf ein umfassendes Lockerungspaket geschürt. Bedenken gegen ein neues großzügiges Anleihekaufprogramm der EZB äußerten u.a. der deutsche Bundesbankpräsident Jens Weidmann, der niederländische Notenbankchef Klaas Knot, der österreichische Notenbankchef Robert Holzmann und das deutsche Direktoriumsmitglied Sabine Lautenschläger. Die so genannten „Falken“ im EZB-Rat sind jedoch in der Minderzahl. Sie könnten trotzdem in der Lage sein, das Ausmaß der Lockerungsmaßnahmen zu begrenzen. Es bleibt also bis morgen sehr spannend. Die Bundrenditen haben jedoch schon ihre Tiefpunkte verlassen. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihe hat das Tief vergangenen Dienstag bei minus 0,742% erreicht und ist seitdem um rund 19 Bp. angestiegen. Die Rendite 30-jähriger Bundesanleihen hat ihr Rekordtief schon am 17. August bei minus 0,30% erreicht und ist seitdem um mehr als 33 Bp. angestiegen; am Montag überstieg sie erstmals seit 5 Wochen wieder die 0%-Marke.

Aktien


Inditex Zahlen Q2

Zwar suggerieren die Indizes in Europa wenig Bewegung mit ihren Zugewinnen im DAX von 0,4% und im Euro Stoxx 50 von 0,1%. Darunter gab es jedoch kräftige Bewegungen in sektoraler Hinsicht in einer Atmosphäre gespannter Erwartung auf den Zinsentscheid der EZB am Donnerstag. Mit dem Beginn der IAA in Frankfurt fuhren die Automobiltitel und Zulieferer einen weiteren Tag ganz nach vorn. Hauptgewinner im DAX war Continental (+3,5%). Deutliche Zugewinne verzeichneten auch ThyssenKrupp (+3,3%) und Lufthansa (+3,1%). Umgekehrt waren Technologie und defensive Werte weniger gefragt. Wirecard gab nach einer Analystenstudie 4,5% ab. Adidas (-2,6%) und Merck (-2,2%) waren ebenfalls spürbar gedrückt. Ähnlich wie in Europa war das Muster auch in den USA: die Indizes zeigten per Saldo als Marktquerschnitt wenig Änderung. Der Dow Jones lag lange leicht im Minus und gewann letztlich 0,3%, die Nasdaq schloss unverändert. Die großen Bewegungen gab es auf Sektor- und Titelebene. Industriewerte und Zykliker standen auf der Kaufliste, Defensive litten tendenziell unter Abgabedruck. Bester Wert im Dow war der Chemieriese Dow (+4,2%). Mit Boeing (+3%) und Caterpillar (+2,3%) folgten zwei Industrietitel. Mit dem auf ein 6-Wochenhoch gestiegenen Ölpreis waren auch Energietitel gefragt. Schlumberger stieg um 3,4%. Ohne den Hype früherer Jahre präsentierte Apple (+1,2%) seine Produktneuheiten. Am Dow-Ende lagen McDonald’s (-3,5%) und Visa (-2,9%). In Asien sind die Märkte heute mehrheitlich fest. In Japan steigt der Topix um 1,7%, der Hang Seng China Enterprise liegt 1,5% höher. Ganz so stark wird die Eröffnung in Europa nicht ausfallen, doch liegen die Taxen auch hier freundlich.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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