Nel, Linde, Toyota & Co.: Wasserstoff als Öl der Zukunft? - Commerzbank Kolumne

24.07.2019, 09:15 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Konsens ist derzeit, dass die Brennstoffzellentechnologie zunächst verstärkt in den Bereichen Nutzfahrzeuge, Bahn und Schifffahrt Einzug hält - erst dann in Pkws. Bild und Copyright: ModernNomads / shutterstock.com.

Konsens ist derzeit, dass die Brennstoffzellentechnologie zunächst verstärkt in den Bereichen Nutzfahrzeuge, Bahn und Schifffahrt Einzug hält - erst dann in Pkws. Bild und Copyright: ModernNomads / shutterstock.com.

Wasserstoff (H2) ist in der Lage, Öl in vielen Bereichen zu substituieren. Beispielsweise kann mit Wasserstoff (anstelle von Erdöl, Erdgas und Kohle) Elektrizität erzeugt werden, Teile der vorhandenen Infrastruktur können dabei genutzt werden. Teilweise kann Wasserstoff auch Erdöl als Ausgangsstoff für viele Basischemikalien ersetzen, was ebenfalls den Verbrauch des fossilen Rohstoffs mindert. Insbesondere ist H2 derzeit jedoch als Speichermedium für den mit erneuerbaren Energien erzeugten Strom (sofortiger Abruf möglich, da kein Anfahren eines Kraftwerks nötig) und als Treibstoffersatz für Diesel und Benzin im Gespräch. Dabei dient er als Energieträger, der in der Brennstoffzelle wiederum in Strom umgewandelt wird, der dann bspw. Elektromotoren in einem Fahrzeug antreibt. Doch es gibt immense Herausforderungen: Insbesondere die Produktion von Wasserstoff ist mit sehr hohen Umwandlungsverlusten und Kosten verbunden, bei einer Herstellung aus fossilen Brennstoffen ist die Gewinnung alles andere als ökologisch.

Wir sehen dennoch insgesamt großes Potenzial für eine Wasserstoffwirtschaft, allerdings lässt sich diese nur mit entsprechenden Investitionen seitens der Staaten bewerkstelligen. China und Japan gelten hier als führend. Während sich mehrere Konzerne in Europa zu einer Interessengemeinschaft (https://h2.live/h2mobility) zusammengeschlossen haben, um das Thema voranzubringen, ist der politische Wille oftmals noch wenig sichtbar. Bei den Brennstoffzellenfahrzeugen gilt Toyota zwar als tonangebend, im Gesamtkonzern hat die Technologie aber in der nächsten Zeit noch keinen nennenswerten Einfluss auf den Umsatz. Konsens ist derzeit, dass die Brennstoffzellentechnologie zunächst verstärkt in den Bereichen Nutzfahrzeuge, Bahn und Schifffahrt Einzug hält - erst dann in Pkws. Eine positive Ausgangsbasis bei dem Thema Wasserstoff sehen wir z.B. für Linde und Air Liquide, die beide ein nahezu komplettes Ökosystem rund um H2 anbieten.

Anleihen


Frankreich: Geschäftsklima, INSEE (Juli), 8:45 Uhr
Deutschland: Einkaufsmanagerindizes (Juli), 9:30 Uhr
Euroraum: Einkaufsmanagerindizes (Juli), 10 Uhr
Euroraum: M3-Geldmengenwachstum (Juni), 10 Uhr
USA: Neubauverkäufe (Juni), 16 Uhr

Nachdem sich in den USA die Regierung und Vertreter des US-Kongresses über ein Haushaltspaket mit einer Laufzeit von zwei Jahren verständigt haben, stärkte sich der US-Dollar und der Euro sank teilweise auf 1,115 US-Dollar je Euro. Die Einigung setzt die Schuldengrenze für zwei Jahre außer Kraft und erhöht die Obergrenze für Staatsausgaben. Für die Marktteilnehmer bedeutet dies eine höhere Planungssicherheit und für die politischen Parteien Ruhe im Präsidentschafts- und Kongresswahlkampf, da der Kongress damit eine mögliche Schließung der Behörden und größere wirtschaftliche Schäden verhindert hat. Im Vereinigten Königreich ist Boris Johnson von den Mitgliedern der regierenden Konservativen mit großer Mehrheit zum neuen Parteichef gewählt worden und tritt damit die Nachfolge Theresa Mays als Premierminister an. Johnson hatte während des parteiinternen Wahlkampfes immer wieder betont, sein Land am 31. Oktober aus der EU zu führen, ob sich bis dahin eine Übereinkunft mit Brüssel erzielen lasse oder nicht. Die Aussicht auf einen ungeordneten Brexit im Oktober ist zwar somit gestiegen, wir rechnen jedoch nach wie vor nicht mit einem ungeordneten Austritt. Das Risiko eines deutlichen Einbruchs der britischen Wirtschaft wäre einfach zu groß und Boris Johnson möchte seine Stellung als neuer Premierminister hoffentlich nicht mit riskanten politischen Manövern gefährden. Das britische Pfund reagierte leicht positiv auf die Entscheidung. Der deutsche Rentenmarkt tendierte gestern freundlich – die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sank teilweise unter minus 0,35%.

Aktien


Quartalszahlen 2.Quartal
Deutschland: Daimler, Dt. Bank, Dt. Börse, Covestro
Europa: Banco Santander, GlaxoSmithKline, LVMH, PSA
USA: Boeing, Caterpillar, Cisco, Facebook, UPS

Die europäischen Aktienmärkte schalteten gestern auf Rally-Modus. Eine Fülle von Faktoren wie die Budgeteinigung in USA, der etwas schwächere Euro oder die Vorfreude auf die erhofften Zinsimpulse durch die EZB am Donnerstag, lösten vor allem bei zyklischen Titeln einen Run aus. So wurden auch Gewinnwarnungen zum Teil gut verdaut. Continental (+6,3%) hatte noch am Vorabend den Ausblick reduziert, doch setzte ein Stimmungsumschwung in der Aktie und weiteren Automobilwerten ein. Der DAX stieg so bis Handelsschluss um 1,6%, der EuroStoxx 50 um 1,2%. Beste Werte waren neben Conti die Autotitel mit Daimler (+4,4%), BMW (+3,9%) und VW (+3,8%). Auch BASF legten 3,9% zu. Im Minus lagen defensive Titel wie RWE (-1,2%) oder Deutsche Börse (-0,7%). An der Wall Street gab es durch die Fülle der Zwischenberichte reichlich Themen. Zudem gab es Hoffnung auf Fortschritte im Handelsstreit mit China. Der Markt insgesamt lag freundlich, Dow Jones und S&P 500 legten 0,7% zu, die Nasdaq 0,6%, konnten aber keinen neuen Rekord setzen. Auch hier taten sich die zyklischen Grundstoffe mit 2%-Zuwachs hervor. Finanzwerte legten um 1,1% überproportional zu, im Minus lagen nur die Versorger. Stärkster Titel im Dow war nach gutem Zwischenbericht Coca Cola (+6,1%). Dow (+3,3%) und Goldman Sachs (+2,5%) platzierten sich ebenfalls vorn. Travelers (-1,5%) verfehlte die Erwartungen. In Asien reagieren die Märkte ebenfalls positiv auf die Aus-sichten auf neue Zollgespräche nächste Woche. Die Kurse legen um ein halbes Prozent zu. In Europa sind die Indikationen positiv, wobei erneut viele Quartalsberichte anstehen.

Auf einem Blick - Chart und News: Linde plc

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