Konjunktur: US-Haushalte im Juni sehr konsumfreudig - Commerzbank Kolumne

17.07.2019, 09:07 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Bild und Copyright: foto-select / shutterstock.com.

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Die US-Konsumenten zeigen sich gleichgültig gegenüber den wachsenden Konjunktur-sorgen der Fed. Mit ihren Käufen sorgten sie für einen Anstieg der Einzelhandelsumsätze im Juni um 0,4% ggü. Vormonat. Da fallende Benzinpreise die Ausgaben an den Tankstellen schrumpfen ließen, lag der Anstieg bei den Gütern, die direkt in die BIP-Berechnung einfließen (ohne Benzin, Baumärkte, Autohändler), sogar bei 0,7%. Annualisiert liegt der Zuwachs beim realen privaten Verbrauch bei etwa 4% – eine Gegenbewegung zum schwachen ersten Quartal (+0,9%). Eine Rezession spiegeln die Zahlen nicht wider. Dennoch dürfte die Fed schon im September die Zinsen senken.

Anleihen


Besser als erwartete Konjunkturdaten aus den USA und schwächere Daten aus dem Euroraum haben den Euro gestern unter Druck gesetzt. Im Handelsverlauf fiel der Euro von 1,1240 auf fast 1,1200 USD. Die Renditen von US-Treasuries stiegen zwischenzeitlich deutlich an während die Renditen von Bundeanleihen und Staatsanleihen anderer EU-Staaten zunächst zurückgingen. Im späten Handel stiegen auch die Renditen europäischer Staatsanleihen wieder an. Die Spreads von Euro-Staatsanleihen ggü. Bundesanleihen gingen gestern weiter zurück. In Deutschland enttäuschte gestern der ZEW-Index für die Konjunkturerwartungen, der im Juli von -21,1 auf -24,5 Punkte kräftiger als erwartet zurückging. Dabei hat insbesondere der Negativtrend bei den Auftragseingängen in der deutschen Industrie den Konjunkturpessimismus bestätigt. In den USA stiegen die Einzelhandelsumsätze um 0,7% M/M an. Sie erhöhten sich damit im 2. Quartal um 7,5% Q/Q (annualisiert) deutlich. Damit dürfte der Private Konsum um rund 4% Q/Q (nach 0,9% Q/Q annualisiert) angestiegen sein. Die gestern gemeldete US-Industrieproduktion stagnierte im Juli jedoch nur, was zum Großteil an den Versorgern (-3,6% M/M) lag, da aufgrund der kühleren Witterung die Klimaanlagen weniger gebraucht wurden. Das verarbeitende Gewerbe legte dagegen mit +0,4% M/M stärker als erwartet zu. Ursula von der Leyen wurde gestern als erste Frau zur Präsidentin der EU-Kommission mit knapper Mehrheit gewählt. Sie stellt eine Verlängerung des Austrittsprozesses von Großbritannien aus der EU über den 31. Oktober 2019 in Aussicht. Das britische Pfund wertete sich gestern im Tagesverlauf ab, da es nach wie vor unklar ist, wie es nächste Woche mit einem neuen Premierminister weitergeht.

Aktien


Abbott Laboratories, Ergebnis Q2
Bank of America, Ergebnis Q2
Bank of New York Mellon, US Bancorp, Ergebnis Q2
Ericsson, Ergebnis Q2
eBay, IBM, Netflix, Ergebnis Q2

Zu Beginn des gestrigen Handelstages hielten sich die Anleger angesichts der erst anlaufenden Berichtssaison noch relativ bedeckt, erst am Nachmittag gaben sie ihre Zurückhaltung sukzessive auf. So konnte der Dax 30 letztendlich an seine Vortagesgewinne anknüpfen, mit denen er eine sechstägige Schwächephase beendet hatte. Klare Spitzenreiter im Leitindex waren die Aktien der Deutschen Bank (+4,3%), die von einem positiven Kommentar der Ratíngagentur S&P zu ihrem Konzernumbau profitierten. Auch die Titel der Deutschen Lufthansa (+2,6%) konnten deutlicher zulegen. Hier beflügelten die Aussichten auf einen geringeren Kapazitätsaufbau bei den Wettbewerbern. Zu den Verlierern dieses Handelstages gehörten indes die Immobilienaktien (Vonovia: -0,8%), nachdem eine landeseigene Wohnungsgesellschaft den Konzern Deutsche Wohnen (-1,4%) bei einem Kauf von 670 Wohnungen in Berlin ausgestochen hatte. Im EURO-STOXX 600 stiegen unter der Führung von CRH (+2,3%) vor allem Baumaterialien (+2,1%). Lediglich Versorger (-0,4%) sowie Öl & Gas (-0,2%) tendierten etwas schwächer. An der Wall Street lies die Stimmung nach den letzten Höhenflügen etwas nach. Der Fokus lag hier bei den ersten großen Quartalsvorlagen, die unterschiedlich aufgenommen wurden. So konnten die Banken Goldman Sachs (+1,9%) und JP Morgan (+1,1%) nach ihren Gewinnberichten zulegen, während Wells Fargo (-3,0%) deutliche Abschläge erlitt. Auf Branchenebene gab es mit dem Industriesektor (+0,7%) nur einen Gewinner, während Energietitel (-1,1%) angesichts nachgebender Ölpreise am stärksten verloren. Auch die asiatischen Märkte tendieren heute Morgen überwiegend schwächer.

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