China: Gegenwind für den Export und die Rohstoffpreise - Commerzbank Kolumne

Bild und Copyright: Sean Pavone / shutterstock.com.

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16.07.2019 11:34 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Analysten und Unternehmen setzten überwiegend auf eine deutliche Wirkung der finanz- und geldpolitischen Wachstumsstimulation Chinas, ähnlich wie in vergangenen Abschwüngen. Nach überraschend guten Daten im März/April kehrte Optimismus ein. Doch seitdem enttäuschten sie, bis gestern. Von einer Wachstumsstimulation ist kaum etwas zu spüren, sondern nur von einer Absicherung. Dies hat vier Gründe: 1. Der globale Gegenwind. 2. Der Handelskrieg mit den USA. 3. Nur vorsichtige Stimulierungsmaßnahmen, da man die Schuldenkonsolidierung nicht vernachlässigen darf. 4. Die bereits hohe Verschuldung reduziert die Wirkung weiterer expansiver Maßnahmen. Vor allem für Exporteure und Rohstoffe drohen deswegen Nachfrageenttäuschungen.

Anleihen


Großbritannien: Arbeitsmarkt (Mai/Juni), 10:30 Uhr
Deutschland: ZEW-Indikator (Juli), 11:00 Uhr
USA: Einzelhandelsumsätze (Juni), 14:30 Uhr
USA: Industrieproduktion (Juni), 15:15 Uhr
USA: NAHB-Wohnungsmarktindex (Juli), 16:00 Uhr

Trotz besser als erwarteter Daten aus China für die Produktion und Einzelhandelsumsätze im Juni und wieder höherer Risikofreude, starteten die Rentenmärkte gestern mit deutlichen Kursgewinnen in die neue Woche. Gefragt waren Bundesanleihen: Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen sank um 4 Bp. auf minus 0,25%. Noch stärkere Nachfrage erhielten nicht erstklassige Euro-Staatsanleihen, insbesondere aus der EU-Peripherie. Die Spreads 10-jähriger italienischer Staatsanleihen ggü. Bundesanleihen gingen um 5 Bp. deutlich zurück. Auch US-Treasuries tendierten freundlich, obwohl der Empire Manufacturing-Stimmungsindex im Juli um 12,9 auf 4,3 Punkte anstieg und sich damit ein Stück weit vom herben Einbruch im Vormonat erholt hat. Der Anstieg war nicht so kräftig erwartet worden. Vor allem der Index für Auftragseigänge verbesserte sich. Die Hoffnung auf eine Entspannung beim Handelskonflikt mit China dürfte dazu verholfen haben. Im EU-Parlament wird heute die Abstimmung über die Nachfolge des EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker abgehalten. Nominiert ist die CDU-Politikerin von der Leyen, die gestern mit neuen Zusagen an die Fraktionen um Unterstützung warb, denn ihre Wahl ist nicht sicher. Die Grünen und Linken haben bereits ein Nein angekündigt. Eine echte Zusage hat sie nur von der europäischen Volkspartei EVP. Sie setzt sich für eine Senkung der CO2-Emissionen um 55 Prozent bis 2030 und um eine stärkere Rolle des Parlaments im EU-Gesetzgebungsverfahren ein. Zudem will sie eine rechtliche Voraussetzung für eine EU-weite Durchsetzung fairer Mindestlöhne schaffen.

Aktien


Quartalszahlen USA
Johnson & Johnson, Goldman Sachs, Wells Fargo, J.P. Morgan Chase

Die europäischen Märkte zeigten sich gestern bei ruhigem Handel wenig bewegt aber mit freundlichem Grundton. Der DAX legte insgesamt um 0,5% zu. Im Euro Stoxx 50 war der Zuwachs geringer. Beste Branche waren die Grundstoffe (+0,7%), während die Telekom-Titel größte Verlierer (-0,8%) waren. Dies zeigt sich auch bei den Einzelwerten im DAX: Besonders gefragt waren konjunkturabhängige Titel, die zu-letzt besonders gelitten hatten. Covestro (+3,0) und Infineon (+2,5%) lagen im DAX vorne. Auch Zahlungsabwickler Wirecard (+3,6%) schien nach schwachen Tagen manchem Anleger wieder einen Einstieg wert. Dax-Schlusslicht bildete Deutsche Telekom (-1,2%) nach einer negativen Analystenstudie. Im MDAX stach Carl Zeiss Meditech mit +10% heraus. In den USA gab es eine schwunglose Sitzung mit letztlich stagnierenden Indizes. Der Dow Jones bewegte sich in einer Spanne von nur 70 Punkten und legte 0,1% zu. Chemiewert Dow lag mit 2,5% Zuwachs an der Spitze. Mit der Citigroup (-0,1%) legte der erste größere Finanzwert die Quartalszahlen vor. Trotz positiver Überraschung konnte die Aktie nur mühsam die Anfangsverluste wettmachen, drückte aber wegen aufkommender Bedenken hinsichtlich der Folgen wieder sinkender Zinsen auf das Zinsergebnis andere Finanzwerte. JP Morgan (-1,2%) und Goldman Sachs (-1,1%) lagen am Ende des Blue Chip Index. Die Ablehnung der Übernahme und der Rückzug von Broadcom ließ die Aktien von Softwarekonzern Symantec um -11% abstürzen. Ansonsten war die Nasdaq (+0,2%) wenig verändert. Die japanische Börse ist heute geschlossen. Die anderen Märkte in Asien handeln uneinheitlich mit meist kleinen Veränderungen. Ähnlich sieht es für Europa aus. Impulse werden aus der jetzt Fahrt aufnehmenden Berichtssaison erhofft.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

ZEW-Konjunkturerwartungen: es geht weiter abwärts - VP Bank Kolumne

Die vom Wirtschaftsforschungsinstitut ZEW befragten Finanzmarktanalysten scheinen sich einig zu sein: Mit der deutschen Konjunktur geht es weiter bergab. Die ZEW-Konjunkturerwartungen fallen von – 21.1 auf – 24.5 im Juni. Und in der Tat fragt man sich, woher kurzfristig Besserung kommen soll. Der nun schon seit längerem anhaltende Auftragsschwund in der Industrie, hinterlässt langsam aber sicher tiefe Kerben in der Wirtschaftsentwicklung. Vor allem in den deutschen Schlüsselindustrien Automobil- und Maschinenbau sowie in der Chemiebranche nehmen die Sorgenfalten zu.

Für die exportabhängige deutsche Wirtschaft müssen die Impulse aus dem Ausland kommen. Zuvorderst ruhen die Hoffnungen noch immer auf den von der chinesischen Regierung lancierten konjunkturstützenden Massnahmen. Steuer- und Gebührensenkungen in Kombination mit einer steigenden Kreditvergabe versprechen im zweiten Halbjahr eine steigende asiatische Nachfrage nach deutschen Industriegütern – zumindest ... diese News vom 16.07.2019 weiterlesen!

Auf einem Blick - Chart und News: DAX - Aktienindex

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