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Wie die Träume vieler E-Autobauer in China zum Alptraum werden - Commerzbank Kolumne

Neben fiskalischen Motiven sieht die Zentralregierung nun die Zeit für eine Marktbereinigung gekommen, die nur die wettbewerbsfähigeren Hersteller überleben werden. Bild und Copyright: janon kas / shutterstock.com.

Neben fiskalischen Motiven sieht die Zentralregierung nun die Zeit für eine Marktbereinigung gekommen, die nur die wettbewerbsfähigeren Hersteller überleben werden. Bild und Copyright: janon kas / shutterstock.com.

10.07.2019, 09:51 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Seit 2014 bezuschusst Peking private Käufe von Elektroautos, um den Smog in den Städten zu reduzieren, die Abhängigkeit von Ölimporten zu verringern und bei den E-Autos Welt-Marktführer zu werden. Dies führte zu einem regelrechten Goldrausch mit hunderten Start-Ups von Elektrofahrzeugproduzenten und einem Absatzboom bei den E-Autos. Doch jüngst hat der Staat die Subventionen von umgerechnet rund 9.000 Euro pro Fahrzeug um weit mehr als die Hälfte gesenkt, bis 2020 sollen diese ganz auslaufen, Autos mit geringen Reichweiten werden nun gar nicht mehr gefördert. Zudem werden die Anforderungen an die Hersteller massiv erhöht. Neben fiskalischen Motiven sieht die Zentralregierung nun die Zeit für eine Marktbereinigung gekommen, die nur die wettbewerbsfähigeren Hersteller überleben werden.

Während der Markt für Elektroautos nach einem vorrübergehenden Einbruch beim Absatz wohl schon mittelfristig wieder stark wachsen wird (durch regulatorische Vorgaben wird dies regelrecht erzwungen), werden diesen politisch gewollten Bereinigungsprozess größtenteils nur die bereits heute schon etablierten Elektro-Auto-Produzenten überleben. Die meisten Start-Ups können die nun unausweichlichen Preissenkungen nicht kompensieren, der Markt für Risikokapital - und somit der Zugang zu frischem Kapital - ist über Nacht regelrecht ausgetrocknet, nur wenige Start-Ups haben „tiefe Taschen“ oder das nötige Produktions-Volumen erreicht, um die Kosten entsprechend zu drücken. Hinzu kommt jetzt ein zunehmender Wettbewerb durch die traditionellen Autobauer, die nun verstärkt ihre E-Autos auf dem chinesischen Markt platzieren. Die Konsumenten werden aus Unsicherheit über bspw. den künftigen Werterhalt eines Fahrzeugs von einem No-Name-Produzenten eher ein Produkt einer bekannteren Marke kaufen, wodurch sich die Todesspirale für die meisten Start-Ups noch schneller nach unten dreht.

Anleihen


China: Verbraucherpreise (Juni), 3:30 Uhr
Frankreich: Industrieproduktion (Mai), 08:45 Uhr
Großbritannien: Industrieproduktion (Mai), 10:30 Uhr
USA: Fed-Chef Powell Kongressanhörung, 16:00 Uhr
Kanada: Zinsankündigung der Zentralbank, 16:00 Uhr
USA: Protokoll der letzten Fed-Sitzung, 20:00 Uhr

Der Renditeabwärtstrend bei den Staatsanleihen des Euroraumes und bei US-Treasuries, der uns letzte Woche noch begleitete, kam in der neuen Woche zum Erliegen. Die Euphorie über baldige Zinssenkungen durch die EZB, aber auch durch die Fed, scheint erst einmal vorüber. Einige Marktteilnehmer wollten sicher auch Kursgewinne realisieren, was nun zu Kursverlusten führte. Der Bundfuture notierte gestern mit 173,20 Punkten rund 85 BP unter seinem Allzeithoch von letzter Woche. Dies entspricht einer Rendite von minus 0,36% für die zehnjährige Bundesanleihe – nach minus 0,40% letzte Woche. Neuanlegern nutzt dieser kleine Renditeanstieg nur wenig. Es wird immer schwieriger, positive Renditen mit sicheren Anleihen zu erzielen. So weisen aktuell über 50% aller Euro-Staatsanleihen im liquiden Benchmarkformat und über 30% aller Unternehmensanleihen im iBoxx € Overall-Index eine laufende Verzinsung von unter null Prozent aus. Versucht der Anleger das Risiko zu erhöhen und zieht den Kauf den Non-Investmentgradeanleihen in Betracht, so muss er längere Laufzeiten erwerben. So rentieren zum Beispiel rund 30% der mit einem Rating von BB versehenen Anleihen mit einer Laufzeit von ein bis zwei Jahren negativ. Heute und morgen spricht Fed-Chef Powell vor verschiedenen Ausschüssen des US-Kongresses. Nachdem US-Präsident Trump in den vergangenen Wochen immer wieder die Unabhängigkeit der Fed in Frage stellte und eine schnelle Zinssenkung forderte, schaut der Markt gespannt, wie Powell vor Politikern agieren wird und ob er sich zu möglichen Zinssenkungen überhaupt äußert.

Aktien


Heute keine relevanten Unternehmenstermine

Die Zurückhaltung der Anleger an den internationalen Aktienmärkten vor der wichtigen Testimony-Rede des Fed-Präsidenten setzte sich auch am Dienstag weiter fort. Der deutsche Leitindex Dax 30 wurde zudem durch die Gewinnwarnung von BASF (-3,3%) sowie eine Kurszielsenkung bei ThyssenKrupp (-4,1%) belastet. Weiterhin unter Druck standen nach der Veröffentlichung eines radikales Konzernumbaus vom Vortag die Aktien der Deutschen Bank (-4,2%). Die stärksten Verluste erlitten indes die Titel von FMC (-5,5%), hier belastete ein Bericht über Neuerungen im Umgang mit Nierentransplantationen in den USA, der weltweit die Dialyse-Dienstleister unter Druck setzte. Lediglich defensive Werte wie Vonovia (+1,0%) und E.ON (+0,4%) konnten im aktuellen Umfeld leichte Kursanstiege verbuchen. Die mit Abstand schwächste Branche im EUROSTOXX 600 waren Grundstoffe (-3,7%), nur Telekommunikation (+0,4%) und Versorger (+0,3%) tendierten etwas fester. Auch an der Wall Street hielten sich die Anleger weiterhin bedeckt. Allerdings konnten die Leitindizes ihre anfänglichen Verluste abschütteln und im positiven Terrain schließen. Am stärksten präsentierte sich dabei der Nasdaq 100 (+0,5%), der von Kursgewinnen der großen Internet-Service-Titel profitierte. Als einer der ersten Konzerne veröffentlichte PepsiCo Inc. (-0,6%) seine Quartalszahlen, die weitestgehend im Rahmen der Erwartungen ausfielen. Auch hier wies der Grundstoffsektor (-1,0%) die schwächste Tendenz auf, alle anderen Branchen verzeichneten keine allzu großen Kursbewegungen. Immobilienaktien (+0,5%) hielten sich erneut am besten. Auch die asiatischen Börsen zeigten sich vor der Anhörung des US-Notenbankpräsidenten vor den Kongressausschüssen relativ unbewegt. Die europäischen Märkte werden voraussichtlich knapp behauptet eröffnen.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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