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SFC Energy: „Die Brennstoffzelle erlebt eine Renaissance“

SFC Energy CEO Peter Podesser spricht im Interview mit der Redaktion von www.4investors.de über die laufende Kapitalerhöhung des Brennstoffzellen- und Wasserstoff-Unternehmens, die Gewinnung strategischer Investoren und die weiteren Expansionspläne. Bild und Copyright: SFC Energy.

SFC Energy CEO Peter Podesser spricht im Interview mit der Redaktion von www.4investors.de über die laufende Kapitalerhöhung des Brennstoffzellen- und Wasserstoff-Unternehmens, die Gewinnung strategischer Investoren und die weiteren Expansionspläne. Bild und Copyright: SFC Energy.

04.07.2019, 06:28 Uhr - Autor: Redaktion 4investors  Redaktion 4investors auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Der bayrische Brennstoffzellen-Spezialist SFC Energy führt derzeit eine Barkapitalerhöhung im Verhältnis 4:1 zu einem Kurs von 10,00 Euro je Aktie durch. Durch eine erfolgreiche Vorabplatzierung bei institutionellen Investoren hat die im Prime Standard gelistete Gesellschaft schon jetzt einen Bruttoemissionserlös von 27 Millionen Euro sicher. „Im Vordergrund stand für uns die Gewinnung neuer strategischer Investoren, die SFC länger begleiten wollen“, erläutert SFC-CEO Peter Podesser im Gespräch mit der Redaktion von www.4investors.de. Angesichts der erwarteten Wachstumsraten im globalen Brennstoffzellenmarkt von ca. 20 Prozent pro Jahr sieht er für SFC „ideale Bedingungen für den Sprung in eine neue Dimension“. Mit der Produktion von Wasserstoff-Brennstoffzellen mit höherer Leistung wollen die Oberbayern noch im zweiten Halbjahr 2019 starten.


www.4investors.de: SFC Energy hat innerhalb von zwei Tagen neue Aktien im Wert von 27 Millionen Euro platziert – und damit mehr als geplant. Hat Sie das große Interesse vonseiten institutioneller Investoren überrascht?

Podesser:
Das rege Interesse und auch die Zeichnungsbereitschaft von institutioneller Seite hat mich nicht wirklich überrascht, da wir schon bei den vorangegangenen Investorengesprächen im ersten Halbjahr sehr positive Signale erhalten haben. Einerseits hat das Interesse der Investoren für das Thema Brennstoffzelle generell zugenommen, anderseits wird auch unsere sehr gute operative Entwicklung in den Jahren 2017 und 2018 gewürdigt. Als ein profitabler börsennotierter Brennstoffzellenhersteller haben wir bewiesen, dass in diesem attraktiven Zukunftsmarkt dynamisches Wachstum und operative Gewinne kein Widerspruch sein müssen.

www.4investors.de: Mit dem Bruttoemissionserlös von 27 Millionen Euro liegen sie 2 Millionen Euro höher als die zunächst angestrebten ca. 25 Millionen Euro, zugleich liegt der Emissionspreis mit 10,00 Euro spürbar unter dem vorher angegebenen Maximalpreis von 12,00 Euro und dem vorherigen Aktienkurs. Was hat den Ausschlag für diese Konstellation von Emissionsvolumen und Ausgabepreis gegeben?

Podesser:
Die Differenz des Ausgabekurses zum Kursniveau vor der Kapitalerhöhung mag auf den ersten Blick überraschen, wenn man jedoch den Durchschnittskurs der SFC-Aktie der letzten sechs Monate heranzieht, liegt der Abschlag deutlich unter 10 Prozent und ist damit nach unserer Beobachtung durchaus marktüblich. Für uns galt es bei dieser Kapitalerhöhung auch nicht, auf dem gestiegenen Aktienkursniveau kurzfristig „abzukassieren“, im Vordergrund stand die Gewinnung neuer strategischer Investoren, die SFC länger begleiten wollen. Dies ist uns sehr erfolgreich gelungen, sodass wir das angepeilte Emissionsvolumen sogar noch erhöhen konnten. Insgesamt haben wir mit den aktuellen Konditionen einen guten Kompromiss gefunden, die Interessen der bestehenden Aktionäre, der neuen Investoren und auch der Gesellschaft in Einklang zu bringen.

www.4investors.de: Der genannte Bruttoemissionserlös in Höhe von 27 Millionen Euro ist bereits durch die Vorabplatzierung garantiert. Warum schieben Sie nun noch eine Bezugsrechtskapitalerhöhung im Verhältnis 4:1 für die Bestandsaktionäre hinterher?

Podesser:
Neben der rechtlichen Verpflichtung möchten wir allen SFC-Aktionären, die nicht vorab auf ihre Bezugsrechte verzichtet haben, die Möglichkeit geben, zu diesen attraktiven Konditionen neue SFC-Aktien zu erwerben, um sich nicht verwässern zu lassen. Aus diesem Grund unterliegt die Zuteilung der Aktien aus der Vorabplatzierung auch einem Rücktrittsvorbehalt, wenn Aktionäre von ihrem Bezugsrecht Gebrauch machen. Die SFC-Aktie wird seit dem 1. Juli nun „ex Bezugsrecht“ gehandelt, daher rührte aus unserer Sicht auch maßgeblich der Kursrückgang an diesem Handelstag. Die Bezugsfrist der neuen Aktien läuft voraussichtlich noch bis einschließlich dem 15. Juli und bestehende Aktionäre, die keine neuen Aktien beziehen wollen, können ihre Bezugsrechte über die Börse veräußern. Nach Ablauf der Bezugsfrist verfallen die nicht ausgeübten Bezugsrechte wertlos.

www.4investors.de: Mit HPE PRO Institutional Fund, Havensight Capital und Conduit Ventures nehmen drei der größten Aktionäre von SFC an der Kapitalerhöhung nicht teil. Warum ist das so?

Podesser:
Der Bezugsrechtsverzicht dieser drei Kernaktionäre hat es uns erst ermöglicht, im Rahmen der aktuellen Kapitalmaßnahme in größerem Umfang neue institutionelle Investoren an Bord zu holen und damit auch das Aktionariat von SFC auf eine breitere Basis zu stellen. HPE, Havensight und Conduit sind langjährig bei SFC engagiert, haben uns durch herausfordernde Zeiten begleitet und uns dabei stets vertrauensvoll unterstützt – auch bei früheren Kapitalmaßnahmen. Dafür sind wir ihnen sehr dankbar. Und auch jetzt bleiben uns diese drei Investoren als Aktionäre treu, haben aber entschieden, nicht weiter zu investieren.

www.4investors.de: Wie wollen Sie die neuen Mittel konkret einsetzen?

Podesser:
Kurz gesagt, haben wir drei Stoßrichtungen: Das organische Wachstum in unseren Kernmärkten u. a. durch die weitere Internationalisierung beschleunigen, neu entwickelte Wasserstoff-Brennstoffzellenlösungen einführen und potenzielle strategische Akquisitionen bzw. Beteiligungen finanzieren. Damit wollen wir künftig noch stärker vom steigenden Wachstum der weltweiten Brennstoffzellennachfrage und von Trends zu einer sauberen und nachhaltigen Energieerzeugung profitieren. Wesentliche Treiber sind dabei der Anstieg der erneuerbaren Energien zur Reduzierung des CO2-Fußabdrucks, steigende Sicherheitsanforderungen infolge veränderter geopolitischer Situationen und die zunehmende Digitalisierung in unseren Kernmärkten.

www.4investors.de: Können Sie uns konkrete Beispiele von Anwenderbranchen nennen, die nun verstärkt auf die Brennstoffzelle setzen?

Podesser:
Gern. Ein wesentlicher Markt für uns ist Defense: Die Bundesregierung erhöht im laufenden Jahr die Verteidigungsausgaben und damit auch das Budget für die Bundeswehr, die zu unseren Kunden zählt. Es handelt sich um ein Gesamtbudget in Höhe von 47,3 Milliarden Euro – dies entspricht einem Plus von mehr als fünf Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr und einem Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Höhe von 1,35 Prozent. Ziel der Nato-Staaten ist es übrigens, 2 Prozent des BIP des jeweiligen Mitgliedsstaats in die Verteidigungsausgaben fließen zu lassen.

Mit der Erweiterung unseres Produktportfolios eröffnen sich uns aber auch attraktive neue Anwendungen im Bereich kritischer Infrastruktur- und Telekommunikationsanlagen. Allein für den Aufbau des neuen 5G-Mobilfunknetzes wird eine Vielzahl an neuen Funkmasten benötigt, bei denen je nach geforderter Leistung unsere EFOY Brennstoffzelle oder auch die neue, mit Wasserstoff betriebene Jupiter-Plattform eingesetzt werden können.

Hinzu kommt das Thema Elektromobilität, in dessen Zusammenhang die Brennstoffzelle wieder vermehrt als zuverlässige Schlüsseltechnologie wahrgenommen wird. Nicht nur China, das neben der EU ebenfalls die Emissionsvorschriften für Pkw und Lkw verschärft hat, setzt jetzt verstärkt auf Wasserstoffbrennstoffzellen als Fahrzeugantrieb, z. B. bei Bussen. Wir wollen kein Automobilzulieferer werden, sehen aber in der Hybridisierung von Batterie und Brennstoffzelle großes Potenzial auch für den Antrieb und können uns vorstellen, hier Technologielieferant zu sein.

Dies sind nur drei der Wachstumsfelder und Treiber, die SFC in den kommenden Jahren in eine hervorragende Position mit erheblichem Wachstumspotenzial bringen können.

www.4investors.de: Was heißt das konkret für Ihr mittelfristiges Wachstum?

Podesser:
Der globale Brennstoffzellenmarkt wird voraussichtlich zwischen 2017 und 2024 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von ca. 20 Prozent wachsen und bietet uns damit ideale Bedingungen für den Sprung in eine neue Dimension. Als ein Markt- und Technologieführer sehen wir uns sehr gut positioniert, um auch künftig eine führende Rolle bei der weiteren Verbreitung in Massenmärkten weltweit zu spielen. Bereits vor der Kapitalmaßnahme haben wir das Ziel ausgegeben, bis 2022 beim Konzernumsatz die Marke von 100 Millionen Euro zu überschreiten und mit der bereinigten EBITDA-Marge das Niveau von 10 Prozent zu übertreffen. Die nun zufließenden Mittel erhöhen unsere Planungssicherheit und ermöglichen es uns, zusätzliche Wachstumschancen zu ergreifen.

www.4investors.de: Welche Rolle sollen Akquisitionen bei der weiteren Expansion spielen?

Podesser:
Mit PBF und Simark haben wir bereits in der Vergangenheit bewiesen, dass wir in der Lage sind, Zukäufe erfolgreich und wertsteigernd in die SFC-Gruppe zu integrieren. Diesen Weg wollen wir weitergehen, um durch selektives anorganisches Wachstum Zugang zu neuen Regionen und Märkten zu erhalten sowie unser technologisches Know-how zu erweitern. Aber auch der Ausbau des bestehenden Geschäftsmodells um neue Dienstleistungen und Ertragsmodelle steht dabei zur Disposition. Wir prüfen verschiedene Optionen und sind zuversichtlich, unsere Technologie-/Systemkapazitäten durch Investitionen und Zukäufe spürbar erweitern zu können.

www.4investors.de: Eine Ihrer neuen Ertragssäulen soll der Bereich Wasserstoff-Brennstoffzellen werden, in den Sie mit dem Abschluss einer Entwicklungspartnerschaft und Lizenzvereinbarung mit der adKor GmbH eingestiegen sind. Was dürfen Ihre Aktionäre dort konkret erwarten?

Podesser:
Nach Schätzungen von Experten wird der globale Brennstoffzellenmarkt künftig mit einem Anteil von fast 50 Prozent von Wasserstoff-Brennstoffzellen mit Leistungen von bis zu 100 kW dominiert werden. Dieses zusätzliche Potenzial wollen wir mit dem Einstieg in die Wasserstoff-Technologie heben. So werden wir schrittweise in den Wasserstoff-Brennstoffzellenmarkt für kritische Infrastruktur- und Notstromanwendungen und langfristig für E-Mobilitätsanwendungen vordringen. Die Produktion von Aggregaten mit höherer Leistung auf Basis der bestehenden Produktplattform wird bereits im zweiten Halbjahr 2019 starten.

www.4investors.de: In den letzten Monaten gab es teilweise einen regelrechten Hype um Brennstoffzellen- und Wasserstoff-Aktien und SFC Energy ist ja nicht erst seit der Kooperation mit der adKor GmbH ein wichtiger Player der Branche. Waren die Kursgewinne und Erwartungen, die es an der Börse zu sehen gab, aus ihrer Sicht berechtigt oder zu optimistisch?

Podesser:
Wir erleben derzeit auf breiter Front eine entscheidende Veränderung in der Wahrnehmung der Brennstoffzelle – sowohl im politischen wie auch im gesellschaftlichen Umfeld. Die Reduktion des CO2-Ausstoßes wird inzwischen global als die wesentliche Priorität erkannt und entsprechend werden dazu auch in immer mehr Ländern konkrete regulatorische und gesetzliche Maßnahmen umgesetzt. Die Brennstoffzelle als saubere, effiziente Möglichkeit elektrische Energie zu erzeugen, erlebt eine wahre Renaissance und wird wieder als valide Alternative zu konventionellen Technologien wahr- und ernstgenommen. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Börsenkursen der Brennstoffzellenaktien wider. Ob alle der nun im Mittelpunkt des Anlegerinteresses stehenden Gesellschaften, diese Erwartungen in der Zukunft auch erfüllen können, muss sich zeigen. Wir bei SFC arbeiten jedoch mit Hochdruck daran, dass uns dies gelingen wird.

www.4investors.de: Mit der Kapitalerhöhung steigt der Streubesitz, zugleich rechnen Sie unter anderem mit einem Umsatzsprung – all dies dürfte sich positiv auf die Free-Float-Marktkapitalisierung auswirken. Hoffen Sie mittel- oder langfristig auf einen Platz im TecDAX, von dem SFC Energy derzeit noch einiges entfernt ist?

Podesser:
Derzeit spielt der TecDax in unseren Überlegungen noch keine Rolle. Unser Fokus gilt aktuell dem operativen Geschäft und der Weiterentwicklung unserer Gesellschaft. Wenn wir unsere Wachstumsziele umsetzen können, wird SFC mittelfristig in eine neue Dimension vordringen. Wie schnell dabei der TecDax in Reichweite rückt, ist für mich aktuell zweitrangig. Im Vordergrund steht für uns, eine führende Rolle bei der weiteren Verbreitung und Einführung der sauberen und effizienten Brennstoffzellentechnologie in Massenmärkten weltweit zu spielen.

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