Der Goldaufschwung steht auf wackligen Füßen - Stabilitas-Kolumne

„Sowohl die Preise für Silber wie auch für die Minenaktien sind weniger stark gestiegen, als es bei einer gesunden Edelmetallhausse zu erwarten wäre”, sagt Martin Siegel, Edelmetallexperte und Geschäftsführer der Stabilitas GmbH. Bild und Copyright: corlaffra / shutterstock.com

„Sowohl die Preise für Silber wie auch für die Minenaktien sind weniger stark gestiegen, als es bei einer gesunden Edelmetallhausse zu erwarten wäre”, sagt Martin Siegel, Edelmetallexperte und Geschäftsführer der Stabilitas GmbH. Bild und Copyright: corlaffra / shutterstock.com

02.07.2019 16:38 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Der Edelmetallsektor erlebt aktuell eine spannende Phase. Während Silber mit +2,7 Prozent und einem Monatsschlusskurs von 15,32 US-Dollar pro Feinunze weiterhin vor sich hindümpelt, legte Gold auf Monatssicht 6,4 Prozent zu. Der Schlusskurs lag im Juni bei 1.409 USD und damit nur knapp unterhalb eines neuen 6-Jahreshochs. „Gold sendet derzeit sehr widersprüchliche Signale. Einerseits wurde die wichtige Marke um 1.380 US-Dollar geknackt. Zusammen mit dem zwischenzeitlichen 6-Jahreshoch ist das ein klares charttechnisches Kaufsignal“, sagt Martin Siegel, Edelmetallexperte und Geschäftsführer der Stabilitas GmbH. „Auf der anderen Seite sprechen mehrere Entwicklungen gegen eine nachhaltige Goldhausse“, sagt Siegel. „Sowohl die Preise für Silber wie auch für die Minenaktien sind weniger stark gestiegen, als es bei einer gesunden Edelmetallhausse zu erwarten wäre. Zusätzlich sind Privatanleger beim physischen Metall mehrheitlich auf der Verkäuferseite. Das bedeutet, dass der Goldaufschwung auf eher wackligen Füßen steht“, sagt Siegel.

Platin erholte sich nach einem schwachen Vormonat und schloss mit +1,5 Prozent bei 836 USD. Palladium entwickelte sich indes wieder positiv. Es beendete den Monat bei 1.540 USD, was einem satten Plus von 16 Prozent entspricht. Damit nimmt Palladium wieder Kurs auf sein Allzeithoch um 1.610 USD von März diesen Jahres. „Die Palladium-Korrektur in den letzten Monaten erscheint angesichts des anhaltenden Angebotsdefizits übertrieben“, sagt Siegel. Der drastische Einbruch scheint eher auf Spekulationen an den Terminmärkten hinzudeuten.

Die Aktien der Minengesellschaften legten im vergangenen Monat moderat zu, hielten aber mit der Goldpreisentwicklung nicht mit. „Die Goldminenaktien entwickeln sich parallel zum Gold aufwärts, zeigen aber nicht den bei einer breit angelegten Aufwärtsbewegung typischen Vorlauf und Hebel auf den Goldpreis“, sagt Siegel.

Alle Basismetalle legten im Juni zu. Einzige Ausnahme war Zink (-1,8 Prozent). Blei (+5,9 Prozent), Aluminium (+2,0 Prozent), Nickel (+6,5 Prozent) und Kupfer (+2,9 Prozent) notierten im Plus.

Brent-Öl ist wieder auf Erholungskurs. Das schwarze Gold verteuerte sich um 8,6 Prozent auf 66,55 USD pro Barrel und machte seine Verluste aus dem Vormonat teilweise wieder wett. „Bei Öl sind aktuell zwei Entwicklungen zu beobachten. Einerseits spiegelt sich in der Ölpreiserholung die gute konjunkturelle Lage wider. Andererseits wird vermutet, dass die OPEC ihr Produktionslimit verlängert oder ausweitet. Beide Entwicklungen wirken sich positiv auf den Preis aus“, sagt Siegel abschließend.

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne von Stabilitas. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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