USA: ISM PMI fällt weniger als befürchtet, bleibt klar im Expansionsmodus - Nord LB Kolumne

01.07.2019, 17:23 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Sorgen vor einem eskalierenden Handelskonflikt waren auf der Tagesordnung der Einkaufsmanager aus der US-Industrie. Immerhin lieferte das Gespräch zwischen Trump und Xi nun gewisse Entspannungssignale beim Handelsstreit. Bild und Copyright: Logra / shutterstock.com.

Sorgen vor einem eskalierenden Handelskonflikt waren auf der Tagesordnung der Einkaufsmanager aus der US-Industrie. Immerhin lieferte das Gespräch zwischen Trump und Xi nun gewisse Entspannungssignale beim Handelsstreit. Bild und Copyright: Logra / shutterstock.com.

Vor wenigen Minuten sind in den Vereinigten Staaten aktuelle Zahlen zur Entwicklung des ISM PMI Manufacturing veröffentlicht worden. Beim wahrscheinlich noch immer populärsten ökonomischen Stimmungsindikator aus Nordamerika zeigte sich im Berichtsmonat Juni ein weniger starker Rückgang als befürchtet. Die Zeitreihe ist am aktuellen Rand nur marginal auf nun 51,7 Punkte gefallen. Von den Befragungsteilnehmern aus der US-Industrie wird demnach ein etwas weniger signifikantes Zulegen der ökonomischen Aktivität diagnostiziert. Die bereits verfügbaren regionalen Stimmungsumfragen hatten ein signifikanteres Nachgeben befürchten lassen.

Der Blick auf die Details der soeben veröffentlichten Daten zur Entwicklung des ISM PMI Manufacturing offenbart, dass die wichtige Produktionskomponente am aktuellen Rand recht deutlich gestiegen ist. Die Zeitreihe notiert nun bei 54,1 Zählern (nach 51,3). Damit legt der von der US-Industrie realisierte Output wieder stärker zu, was erfreulich ist. Gleiches gilt für die Beschäftigungskomponente, die am aktuellen Rand leicht anziehen konnte und mit 54,5 Punkten (nach 53,7) einen etwas schnelleren Personalaufbau in der US-Industrie andeutet. Diese Nachricht könnte in Hinblick auf den Arbeitsmarktbericht am kommenden Freitag eine gewisse Relevanz haben. Die entsprechenden Beschäftigungsangaben im Rahmen des ISM PMI Non-Manufacturing am kommenden Mittwoch werden aber deutlich wichtiger sein – die USA sind schließlich eine Dienstleistungsgesellschaft. Als unerfreulich zu erwähnen ist, dass die Auftragskomponente zurückging. Mit 50,0 Punkten (nach 52,7) wird angezeigt, dass sich die Order-Bücher der befragten Unternehmen im Juni nicht mehr stärker füllen.

Die Preiskomponente des ISM PMI Manufacturing fiel im Juni deutlicher auf 47,9 Punkte. Damit werden sukzessiv leicht rückläufige Einkaufspreise der US-Industrie angezeigt. Diese Nachricht hat aber bei diesem Niveau keine größeren Implikationen für die Fed-Geldpolitik.

Der ISM PMI reiht sich zwar in die Folge eintrübender weltweiter Stimmungsumfragen ein, deutet aber mit 51,7 Punkten weiter auf eine wirtschaftliche Expansion hin: Die PMIs beispielsweise für Japan (49,3 Punkte), China (49,4), Indien (52,1), Deutschland (45,0), Großbritannien (48,0) und Spanien (47,9) wiesen für Juni allesamt fortgesetzte und teilweise deutlichere Rückgänge auf.

Sorgen bezüglich der Handelspolitik spielen eine große Rolle. Die handelspolitischen Störfeuer Donald Trumps haben – wie erwartet – negative Auswirkungen auch auf die Stimmung in der US-Industrie. Es bleibt abzuwarten, inwiefern die in Osaka gefundene Vorgehensweise – keine neuen Zölle, Wiederaufnahme von Gesprächen, Entgegenkommen beim Thema Huawei – bereits zu einer Beruhigung führt. Offensichtlich wurde jedoch erneut, dass Trump ein Auge auf die Konjunktur wirft und im Falle weiterer Eintrübungen zügiger auf eine (Teil-)Einigung mit China drängen kann. Man darf wohl in Anlehnung an den „Powell-Put“ von einer Art „Trump-Put“ sprechen!

Fazit: Der ISM PMI Manufacturing weist zwar im Juni mit 51,7 Punkten den dritten Rückgang in Folge auf, welcher allerdings geringer als befürchtet ausfiel. Weiterhin wird eine positive Dynamik angezeigt. Sorgen vor einem eskalierenden Handelskonflikt waren auf der Tagesordnung der Einkaufsmanager aus der US-Industrie. Immerhin lieferte das Gespräch zwischen Trump und Xi nun gewisse Entspannungssignale beim Handelsstreit – diese Ergebnisse können sicherlich helfen, dass sich die Stimmung in der Unternehmerschaft stabilisiert. Zudem wurde deutlich, dass Trump die Konjunktur im Blick hat und auf eine Einigung mit China drängen wird, sollte die heimische Wirtschaft zu sehr unter Druck geraten. Dieser „Trump-Put“ ist zu beachten! Für die Frage nach einer baldigen Fed-Zinssenkung bleibt nun der US-Arbeitsmarktbericht am kommenden Freitag entscheidend: Solide Zahlen könnten noch ein Abwarten der US-Notenbanker bedeuten.

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