Novartis: FDA genehmigt Zolgensma – Das teuerste Medikament der Welt - Commerzbank Kolumne


Nachricht vom 07.06.2019 07.06.2019 (www.4investors.de) - Die FDA hat die Gentherapie Zolgensma von Novartis für Kinder unter zwei Jahren zur Behandlung der Erbkrankheit Spinale Muskelatrophie (SMA) zugelassen. Diese Krankheit führt zu einem frühen Tod oder zu lebenslanger Behinderung. Zolgensma ist mit einem Preis von gut 2 Mill. USD pro Einmaldosis die teuerste Arznei der Welt. Schnell brandete damit erneut die Diskussion über die Preisgestaltung der Pharmaindustrie auf. SMA ist eine sogenannte „seltene Krankheit“. Diese betrifft eine niedrige Patientenzahl, in der Summe leidet aber eine Vielzahl von Menschen an einer der seltenen Krankheiten, denn es gibt Tausende verschiedene davon. Oft gab es für die Betroffenen kaum wirkungsvolle Therapieansätze oder diese waren sehr teuer und nebenwirkungsreich. Die neuartigen Gentherapien bieten eine wesentliche Verbesserung der Lebensqualität, in immer mehr Fällen führen Sie sogar zu einer Heilung der Krankheit. Aufgrund der geringen Zahl der Betroffenen in der einzelnen Indikation und des enorm hohen Entwicklungsaufwands sind diese Therapien jedoch sehr teuer. Auch wenn die Fallzahlen jeweils gering sind, kommt damit jedoch eine regelrechte Kostenlawine auf die Gesundheitssysteme zu. Damit stellt sich die Kernfrage, wieviel eine Gesellschaft bereit ist, für diese Therapien zu zahlen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die Kosten auch ohne diese Gentherapien hoch wären (Langzeit-Pflege etc.). Gleichzeitig braucht die Pharmaindustrie aber auch die Planungs-Sicherheit, dass sie die Kosten für Ihren Forschungsaufwand wieder hereinholen kann, denn nur so wird sie die Therapieentwicklung überhaupt vorantreiben. Die Forschungsergebnisse können wiederum als Erkenntnisse für andere häufiger auftretende Krankheiten dienen, wovon dann auch eine wesentlich breitere Bevölkerungsschicht profitieren sollte. U. E. dürfte der Bereich Gentherapien künftig eine zunehmende Bedeutung in der Medizin erlangen, Novartis verfügt hier über eine sehr gute Ausgangsposition.

Anleihen


Deutschland: Exporte (April), 08:00 Uhr
Deutschland: Industrieproduktion (April), 08:00 Uhr
Frankreich: Industrieproduktion (April), 08:45 Uhr
USA: Arbeitsmarktreport (Mai), 16:00 Uhr

Die Europäische Zentralbank verspricht, die Leitzinsen bis zum Sommer 2020 auf dem aktuellen, sehr expansiven Niveau zu halten. Zudem offeriert sie Banken, die bei der Vergabe von Krediten die Vorgaben der EZB erfüllen, einen niedrigeren Zinssatz. Mithin hat die EZB die Konditionen für die angekündigten Langfristtender konkretisiert. Die konjunkturellen Risiken, so sagte EZB-Präsident Mario Draghi während der Pressekonferenz im Anschluss an die Geldpolitische Sitzung, seien weiterhin erhöht. Die Gefahr zusätzlicher protektionistischer Maßnahmen bestehe fort. Obwohl der geldpolitische Rat an ihrem Basisszenario festhält, d.h. dass sich die Konjunktur nicht weiter eintrübt, betonte Draghi, dass die EZB genügend Spielraum besitze den Expansionsgrad ihrer Geldpolitik auszuweiten. Die Marktteilnehmer brauchten eine Weile, um die Ergebnisse einzuordnen: Der Kurs des Euro zum US-Dollar gab nach. Die Renditen von Bundesanleihen stiegen leicht an. Mit den Feinadjustierungen ihrer Geldpolitik löst die EZB keine signifikanten Marktreaktionen mehr aus. Positiver als erwartet fielen die Auftragseingänge der deutschen Industrie im April aus: In der Summe legten sie um 0,3% zum Vormonat zu. Nach den Rückgängen in den Vormonaten ist dies ein erster Hoffnungsschimmer. Der heute Morgen gemeldete unerwartet kräftige Rückgang der Produktion im April um 1,9% zum Vormonat spiegelt die schwachen Bestellungen der Vormonate wieder – d.h. die Erholung in der Industrie wird weiter auf sich warten lassen. Ähnliches gilt für die Exporte, die ebenfalls kräftig zurückfielen. Allerdings mag die späte Lage der Ostertage eine Rolle gespielt haben.

Aktien


Heute keine relevanten Unternehmenstermine

Die europäischen Aktienmärkte konnten die positive Entwicklung der letzten Tage bis zum gestrigen Mittag weiter fortsetzen, doch spätestens mit der Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank gerieten die Kurse unter Druck, womit die wesentlichen Indizes in negatives Terrain abrutschten. EZB-Präsident Draghi lieferte den zuletzt aufgekommenen Erwartungen an eine extrem expansive Ausrichtung der Notenbanken keine neue Nahrung. Im Dax 30 konnten in diesem Umfeld vor allem die defensiven Versorger RWE (+1,9%) und E.ON (+1,7%) Gewinne verbuchen. Deutlich schwächer entwickelten sich hingegen die Titel des Immobilienkonzerns Vonovia (-4,7%), nachdem Medien über Pläne des Berliner Senats gegen den Mietpreisanstieg berichtet hatten. Ebenfalls negativ tendierten erneut die Aktien der Deutschen Bank (-3,4%). Unter den Branchen im Euroraum verzeichnete neben den Banken (-1,4%) der Grundstoffsektor (-1,6%) die stärksten Verluste. Automobile (-0,9%) litten unter der nachlassenden Konsolidierungsphantasie, nachdem in der vorangegangenen Nacht Fiat Chrysler überraschend sein Angebot für Renault zurückgezogen hatte. Klare Branchenfavoriten waren auch auf dieser Ebene die Versorgertitel (+1,2%). Die Wall Street trat nach zwei starken Handelstagen zur Eröffnung noch auf der Stelle. Nachdem eine Nachrichtenagentur allerdings die Meldung lancierte, dass die US-Regierung womöglich die Strafzölle auf Waren aus Mexiko verschieben wird, stiegen die Kurse auf breiter Front. Im Dow Jones Industrial führten die beiden Ölwerte Chevron (+2,6%) und Exxon (+1,8%) die Performanceliste an. Neben dem Energiesektor (+1,7%) legten vor allem Grundstoffe (+1,2%) und IT (+1,1%) zu. Lediglich Industrietitel blieben unverändert. Diese Vorgabe und Aussagen der chinesischen Notenbank, die auf ihre zahlreichen geldpolitischen Möglichkeiten verwies, sorgten auch bei den asiatischen Aktienbörsen für Rückenwind. (Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter )

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

(Werbung)




Weitere Nachrichten aus der 4investors-Redaktion

17.06.2019 - blockescence wird zur Media and Games Invest
17.06.2019 - Schaltbau holt sich Kredit von Commerzbank und anderen Banken
17.06.2019 - Nel Aktie: Es gibt News! Was macht die Aktie?
17.06.2019 - Vectron startet Vertrieb für neue Kooperations-Angebote
17.06.2019 - Biofrontera: Maruho wird nervös und kritisiert „fake news”
17.06.2019 - Mutares: Der nächste Deal ist perfekt
17.06.2019 - capsensixx: Coraixx und HRV arbeiten zusammen
17.06.2019 - Wirecard Aktie: Das sieht gar nicht schlecht aus! Nächste News…
17.06.2019 - Steinhoff Aktie: Passiert es noch einmal?
17.06.2019 - Tom Tailor gewinnt Zeit: Die Rettung? Noch nicht!


Chartanalysen

17.06.2019 - Nel Aktie: Es gibt News! Was macht die Aktie?
17.06.2019 - Nel Aktie: Katastrophen-News bestimmen Trend - Erholung vorbei?
14.06.2019 - Wirecard Aktie: Der Kessel brodelt!
14.06.2019 - SFC Energy Aktie: Nächste Haussebewegung voraus?
13.06.2019 - Wirecard Aktie: Auf diese News wartet die Börse…
13.06.2019 - Steinhoff Aktie: Zocken auf die Zahlen?
13.06.2019 - Nel Aktie auf Crash-Kurs: Auch das gehört zur Wahrheit!
12.06.2019 - Commerzbank Aktie: Achtung, Tradingchance?
12.06.2019 - Wirecard Aktie: Das könnte heute ein sehr wichtiger Tag werden!
12.06.2019 - Steinhoff Aktie: Tut sich hier endlich was?


Analystenschätzungen

17.06.2019 - Volkswagen: Traton-IPO startet
17.06.2019 - Daimler: Impulse aus China?
17.06.2019 - Lufthansa: Nach der Gewinnwarnung - Massiver Druck auf die Aktie
14.06.2019 - Metro: Kurs schlägt Kursziel
14.06.2019 - Linde: Viel Potenzial beim Kursziel der Aktie
14.06.2019 - BASF: Kaufempfehlung fällt weg
14.06.2019 - Rheinmetall: Aktie wird abgestuft
14.06.2019 - HHLA: Einer der Gewinner
14.06.2019 - Lufthansa: Kapitalmarkttag rückt näher
14.06.2019 - Volkswagen: Staunen über die Traton-Bewertung


Kolumnen

17.06.2019 - Visa Aktie: Weiter auf der Überholspur - UBS Kolumne
17.06.2019 - DAX: Käuferseite braucht Geduld - UBS Kolumne
17.06.2019 - DAX zwischen Hoffen und Bangen: Zinssenkung „möglich“ - Donner & Reuschel Kolumne
13.06.2019 - Apple Aktie: Zurück im Aufwärtstrend? - UBS Kolumne
13.06.2019 - DAX: Rücklauf an Abwärtstrendlinie - UBS Kolumne
13.06.2019 - DAX: Nord Stream 2, Trump don´t like - Donner & Reuschel Kolumne
12.06.2019 - DAX: Seitwärts bis zum G20 Treffen?! - Donner & Reuschel Kolumne
12.06.2019 - Noxxon: „Wir stellen die Finanzierung der nächsten klinischen Studien sicher“
11.06.2019 - S&P 500: Bearishe Tageskerze an der 2.900 Punkte-Marke - UBS Kolumne
11.06.2019 - DAX: Die 12.200 Punkte-Marke im Blick - UBS Kolumne

All Right Reserved by minimalthemes - ©2018 Stoffels & Barck GbR