Modis Wiederwahl beschert indischem Sensex-Index neues Rekordhoch - Commerzbank Kolumne

Aufgrund der relativ hohen Bewertung empfiehlt der Commerzbank, die indische Börse innerhalb des Regionenrankings weiterhin unterzugewichten. Bild und Copyright: Smit / shutterstock.com.

Aufgrund der relativ hohen Bewertung empfiehlt der Commerzbank, die indische Börse innerhalb des Regionenrankings weiterhin unterzugewichten. Bild und Copyright: Smit / shutterstock.com.


Nachricht vom 31.05.2019 31.05.2019 (www.4investors.de) - Bei den Parlamentswahlen haben Indiens Premierminister Nerendra Modi und seine hindunationalistische BJP-Partei die absolute Mehrheit im 545 Sitze zählenden Unterhaus errungen. Die stark nationalistischen Töne Modis, der vor allem das Thema „Nationale Sicherheit“ in den Vordergrund rückte, haben bei vielen Wählern Anklang gefunden. Vieles von dem, was Modi zu Beginn seiner ersten Amtszeit versprochen hatte, ist jedoch noch nicht oder nur in Ansätzen umgesetzt worden. Zunächst aber die positiven Faktoren seiner ersten Amtszeit: Modi und seiner Partei ist es gelungen, eine einheitliche landesweite Umsatzsteuer zu implementieren, wodurch sich das Investitions- und Konsumklima tendenziell verbessert hat. Auch das neue Insolvenzrecht und vor allem die Verbesserung der Lebensverhältnisse von Millionen von armen Leuten durch den Zugang zu Toiletten, Elektrizität und Bankkonten sind positiv hervorzuheben. Während des diesjährigen Wahlkampfes stellte Modi zudem Direktzahlungen an über 100 Millionen ärmere Haushalte in Aussicht, wodurch der private Konsum im zweiten Halbjahr 2019 positive Impulse erhalten dürfte. Gescheitert sind hingegen die schlecht gemanagte Bargeldreform (Demonetarisierung) zur Bekämpfung der weit verbreiteten Korruption, der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit (höchster Stand seit 45 Jahren), die Reduzierung des hohen Anteils fauler Kredite bei staatlich kontrollierten Banken sowie die geplante Verbesserung der immer noch sehr mageren Einkommen im landwirtschaftlichen Bereich. All diese Faktoren bedürfen ebenso einer Verbesserung wie der Ausbau der überlasteten Infrastruktur und die Schaffung einer effizienteren Bürokratie, die oftmals ein Investitionshemmnis darstellt. Über allem steht zudem die Sanierung des Staatshaushaltes (Haushaltsdefizit Q4 2018: 3,6% des BIP). Aufgrund der relativ hohen Bewertung empfehlen wir, die indische Börse innerhalb unseres Regionenrankings weiterhin unterzugewichten.

Anleihen


Japan: Arbeitslosenquote (April), 01:30 Uhr
China: Einkaufsmanagerindex (Mai), 3:00 Uhr
Deutschland: Verbraucherpreise Länder (Mai), heute
USA: Ausgaben privater Haushalte (April), 14:30 Uhr
USA: Chicago Einkaufsmanagerindex (Mai), 15:45 Uhr

Der Renditerückgang bei den Staatsanleihen beschleunigte sich in den vergangenen Tagen. Die laufende Verzinsung zehnjähriger Bundesanleihen sank im Tief auf -0,18%, diejenige zehnjähriger US-Treasuries auf 2,17% – Anfang Mai lag sie noch bei 2,55%. Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung der Anleihen Spaniens und Portugals, die historische Tiefstände erreichten. Zehnjährige spanische Titel rentierten bei 0,72%, die portugiesischen Staatsanleihen bei 0,82%. Obwohl die italienische Regierung mit ihrer Haushaltspolitik auf Konfrontationskurs mit der EU geht – die EU kündigte am Mittwoch die ersten Schritte zur Einleitung eines Defizitverfahrens an – gingen auch die Renditen italienischer Staatsanleihen ebenfalls zurück. Was treibt die Renditen so nach unten? Da sind zum einen die Zinssenkungsspekulationen in den USA: Der Markt rechnet nun schon für September mit einer Zinssenkung (über 60% der Marktteilnehmer). Zum anderen gehen im Euroraum die Inflationserwartungen deutlich zurück: So zeigt der fünfjährige Swapsatz in fünf Jahren nur noch eine Rendite von 1,30% an; zu Jahresbeginn lag diese noch bei 1,60%. Marktteilnehmer spekulieren deswegen auf weitere Lockerungsmaßnahmen der EZB, damit die Inflation wieder angeschoben wird. Des Weiteren treiben zahlreiche politische Risiken die Anleger in die „sicheren“ Staatsanleihen. US-Präsident Trump will ab 10. Juni Strafzölle auf Importe aus Mexiko in Höhe von 5% verhängen und diese bis Oktober auf 25% erhöhen, falls die mexikanische Regierung die illegale Einwanderung in die USA nicht beendet. China erwägt den Exportstopp seltener Erden in die USA.

Aktien


Heute keine relevanten Unternehmenstermine

Am Himmelfahrtstag war nur die Schweizer Börse geschlossen. Die deutschen Börsen handelten trotz des Feiertags, wie immer mit dünnen Umsätzen. Dennoch war der Trend eindeutig. Nach den deutlichen Abschlägen vom Mittwoch gab es eine kleine Erholung. Der DAX legte um 0,5% zu, der Euro Stoxx 50 0,6%. Marktbestimmende Themen waren naturgemäß nicht vorhanden, doch half die Stabilisierung der US-Futures. Wirecard, die tags zuvor unter Gewinnmitnahmen besonders gelitten hatten, legten um 2,2% zu. Auch Münchener Rück (+1,7%) und Beiersdorf (+1,7%) zählten zu den größten Gewinnern. Im Minus lagen Immobilientitel und Versorger, aber auch die beiden Fresenius-Titel. Die US-Börsen schlossen nach freundlichem Beginn nur mit kleinen Zugewinnen. Dow Jones und S&P 500 stiegen um 0,2%, die Nasdaq geringfügig mehr um 0,3%. Beste Branchen waren Immobilien, IT und Gesundheit, während der Energiebereich mit den niedrigeren Ölpreisen um 1,2% ab-gab. Am Dow-Ende lag Verizon (-2,3%). Umgekehrt legten McDonald’s (+1,6%), Coca Cola (+1,3%) nach zwei Verlust-tagen am stärksten zu. In der Nacht kam nun die nächste Zoll-Keule von US-Präsident Trump. Offenbar will er sein (bisher) ausgebremstes Mauerprojekt durch eine Zollmauer ersetzen: Zum 10. Juni sollen mexikanische Importe mit 5%-Zoll belegt werden, weitere Erhöhungen wurden angedroht. Zudem treten heute die chinesischen Zusatzzölle auf US-Produkte in Kraft. Mit diesen Nachrichten steigen die Sorgen über die Auswirkungen der Zolleskalation auf die Globalwirtschaft, was die Märkte Asiens mit Ausnahme Japans (-1,3%) noch relativ gut wegsteckten. In Korea steigt der Kospi leicht (0,3%), während die chinesischen Aktien in diesem Ausmaß nachgeben. Die Börsen in Europa tendieren vorbörslich hingegen tiefer. (Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter )

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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