TUI Aktie auf Achterbahnfahrt - Zahlen und Boeing-Chaos

Während das Flugverbot für Boeing-Flugzeuge vom Typ 737 MAX der Börse bei der TUI Aktie verstärkt Sorgen macht, will der Reisekonzern unter anderem weiter auf Schiffsreise setzen. Man sei wirtschaftlich gesund, so der Reisekonzern. Bild und Copyright: Vytautas Kielaitis / shutterstock.com.

Während das Flugverbot für Boeing-Flugzeuge vom Typ 737 MAX der Börse bei der TUI Aktie verstärkt Sorgen macht, will der Reisekonzern unter anderem weiter auf Schiffsreise setzen. Man sei wirtschaftlich gesund, so der Reisekonzern. Bild und Copyright: Vytautas Kielaitis / shutterstock.com.

15.05.2019, 12:05 Uhr - Autor: Michael Barck  Michael Barck auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Nach einem schnellen Kursanstieg bei de TUI Aktie im frühen Handel ist Ernüchterung eingekehrt. Mittlerweile notiert der Aktienkurs des deutsch-britischen Reisekonzerns bei 9,188 Euro mit knapp einem Prozent im Minus. Zuvor gab es eine kleine Achterbahnfahrt, in deren Rahmen die TUI Aktie zunächst bis auf 9,654 Euro klettern konnte, anschließend aber auf 9,02 Euro zurück fiel. Immerhin konnte das Papier damit heute die charttechnische Unterstützung oberhalb von 8,91/8,96 Euro erneut bestätigen, die nunmehr den dritten Handelstag in Folge weitere Kursverluste verhindert hat. Die schlechte Nachricht: An der 20-Tage-Linie und der hier liegenden Widerstandsmarke um 9,64/9,74 Euro scheiterte der Aktienkurs von TUI mit einem Breakversuch deutlich.

Auslöser der kleinen Achterbahnfahrt sind die Nachrichten zu den Halbjahreszahlen der Gesellschaft, die heute vorgelegt wurden und die unter anderem vom Chaos beim Flugzeugbauer Boing und drohenden Flugverboten für Boeings Maschinen von Typ 737 MAX geprägt werden. TUI-Vorstandschef Fritz Joussen demonstriert dagegen Gelassenheit: „Auch 2019 wird für TUI ein solides Jahr. Haben klaren Kompass: Werden konsequent weiter auf Hotels, Schiffe und den Ausbau digitaler Plattformen setzen und gestärkt aus der Konsolidierung hervorgehen”, sagt der Manager des Reisekonzerns. „Die TUI ist wirtschaftlich gesund, strategisch und operativ stark. Mittel- und langfristig sind auch alle Wachstumsprognosen für die Industrie intakt”, so Joussen.

Dennoch sind die Probleme mit Boings Flugzeugen ein Risikofaktor für die Ergebnisse der Gesellschaft. Bisher geht das Unternehmen von Kosten in Hohe von 200 Millionen Euro aus, die man verbuchen muss - Voraussetzung: Die Jets vom Typ 737 MAX dürfen spätestens Mitte Juli wieder in die Luft. Doch das ist derzeit nicht gesichert. „Wenn im Laufe des Monats Mai nicht hinreichend sicher wird, dass der Flugbetrieb mit 737 MAX Maschinen bis zu diesem Zeitpunkt aufgenommen werden kann, wird die TUI die Ersatzmaßnahmen zur Sicherstellung des Flugbetriebs bis zum Ende der Sommersaison vollständig verlängern müssen”, kündigt TUI am Mittwoch an. Kommt es dazu, rechnet die Gesellschaft mit einem Anstieg der Belastungen auf 300 Millionen Euro.

In der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres 2018/2019 hat der Reiseanbieter einen Umsatzanstieg um 1,7 Prozent auf 6,68 Milliarden Euro erzielt. Der operative Verlust auf berinigter EBITA-Basis ist von 169,7 Millionen Euro auf 300,6 Millionen Euro gestiegen. Die Entwicklung des operativen Ergebnisses sei geprägt durch Überkapazitäten bei den Spanien-Angeboten, einem in diesem Jahr späten Ostergeschäft sowie einem Ergebnisbeitrag aus Hotel-Verkäufen im Vorjahr. Erste Belastungen aus der Krise bei Boeing sind ebenfalls zu sehen. Unter dem Strich ist der Halbjahresverlust von 210,6 Millionen Euro auf 287,2 Millionen Euro gestiegen.

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