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Steinhoff International - es ist passiert: 4 Milliarden Euro Verlust!

Steinhoffs US-Tochtergesellschaft Mattress Firm sorgte in der Bilanz der Gesellschaft für hohe Abschreibungen. Das Eigenkapital von Steinhoff ist schon vor den Zahlen für 2017/2018 erheblich geschrumpft. Bild und Copyright: Jonathan Weiss / shutterstock.com.

Steinhoffs US-Tochtergesellschaft Mattress Firm sorgte in der Bilanz der Gesellschaft für hohe Abschreibungen. Das Eigenkapital von Steinhoff ist schon vor den Zahlen für 2017/2018 erheblich geschrumpft. Bild und Copyright: Jonathan Weiss / shutterstock.com.

08.05.2019 07:08 Uhr - Autor: Michael Barck  Michael Barck auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Nachdem es gestern noch einmal so aussah, als würde Steinhoff International die Vorlage der Bilanz für das Geschäftsjahr 2016/2017 erneut verschieben müssen, kam kurz vor Mitternacht die entscheidende Nachricht. Die geprüfte Bilanz ist da - es ist das erste Zahlenwerk dieser Art, seit im Dezember 2017 der Bilanzskandal des Unternehmens publik wurde. Seitdem wurden viele Milliarden Euro abgeschrieben, mit einer forensischen Untersuchung tief nach den Gründen für den Skandal gegraben und die Aktionäre von Steinhoff International mussten den Verlust des Großteils ihres Vermögens hinnehmen. Die Steinhoff Aktie notiert nur noch bei einem Bruchteil früherer Werte.

Auf Seite 126 der Bilanz finden sich die Zahlen, auf die Anleger an den Börsen in Frankfurt und Johannesburg lange warten mussten. Steinhoff Interational weist für das Geschäftsjahr 2016/2017 einen Umsatz von 18,82 Milliarden Euro aus nach 16,13 Milliarden Euro in der Fünfzehnmonatsperiode (!) zuvor. Der Rohertrag der niederländisch-südafrikanischen Handelsgesellschaft ist von 5,95 Milliarden Euro auf 7,66 Milliarden Euro gewachsen. Einen deutlichen Zuwachs verzeichneten die umsatzunabhängigen Kosten: Für Administration wurden 6,69 Milliarden Euro ausgegeben nach 5,32 Milliarden Euro in der längeren Vergleichsperiode. Die sonstigen Kosten explodierten von 0,24 Milliarden Euro auf knapp 4 Milliarden Euro. Tief ins Minus ist zudem der Nettocashflow aus den operativen Aktivitäten gefallen, der bei -792 Millionen Euro liegt nach einem Plus von 257 Millionen Euro zuvor.

Operativ meldet Steinhoff International damit einen Verlust von 3,68 Milliarden Euro nach einem Gewinn von 0,28 Milliarden Euro zuvor. Unter dem Strich wurde nach 1,04 Milliarden Euro Verlust im Zeitraum zuvor im Jahr 2016/2017 ein Verlust von 3,998 Milliarden Euro verzeichnet. Je Steinhoff Aktie weist das Unternehmen einen Verlust von 0,959 Euro aus. Nimmt man noch Faktoren wie Währungskursveränderungen hinzu, wuchs der Verlust von 1,04 Milliarden Euro auf 4,18 Milliarden Euro.

Das Eigenkapital des Konzerns hat sich damit deutlich verringert und liegt per 30. September nur noch bei 2,09 Milliarden Euro nach zuvor 6,09 Milliarden Euro. Zu diesem Stichtag immer befinden sich 4,59 Milliarden Euro an Goodwill und 2,66 Milliarden Euro an immateriellen Vermögensgegenständen in der Bilanz von Steinhoff International. Der per Bilanzstichtag noch vorhandene Goodwill betrifft mit zusammen 4,3 Milliarden Euro fast ausschließlich die beiden Pepkor-Gesellschaften. Dagegen wurde der Goodwill an Mattress Firm auf nur noch 52 Millionen Euro abgeschrieben.

Die Zahlen sind lediglich ein Zwischenstand. Steinhoff International arbeitet zurzeit an der Bilanz für das Geschäftsjahr 2017/2018. Diese sollen am 18. Juni veröffentlicht werden - so das Unternehmen seinen Zeitplan einhält.

Weitere Nachrichten zur Steinhoff-Bilanz und den Reaktionen hierauf lesen Sie im Tagesverlauf auf www.4investors.de. Die komplette Bilanz von Steinhoff International für 2016/2017: hier klicken.

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