Bayer Aktie: Gute US-News und ein „irres” Kursziel

02.05.2019, 12:48 Uhr - Autor: Michael Barck  Michael Barck auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Kommt ein Managementwechsel beim Bayer-Konzern? Medienberichte über eine bevorstehende außerordentliche Sitzung des Aufsichtsrats lassen Spekulationen wachsen. Zudem bekommt der Konzern in Sachen Glyphosat Unterstützung. Bild und Copyright: Michael Barck / www.4investors.de.

Kommt ein Managementwechsel beim Bayer-Konzern? Medienberichte über eine bevorstehende außerordentliche Sitzung des Aufsichtsrats lassen Spekulationen wachsen. Zudem bekommt der Konzern in Sachen Glyphosat Unterstützung. Bild und Copyright: Michael Barck / www.4investors.de.


Weiterhin hängt der Aktienkurs von Bayer stark an den Neuigkeiten zu den Schadenersatzprozessen in den USA um Glyphosat - das Problem holte sich der Konzern aus Leverkusen mit der Übernahme von Monsanto selbst ins Haus. Nun bekommt das DAX-notierte Unternehmen aber Schützenhilfe. Die Umweltbehörde der USA hat ihre Einschätzung erneut bestätigt, dass der Unkrautvernichter nicht krebserregend wirke und kein Risiko für die öffentliche Gesundheit sei. Voraussetzung: Er werde wie vorgeschrieben angewendet. Damit schlägt sich die Behörde weiterhin auf die Seite von Bayer und bestätigt die Argumente der Leverkusener.

Für die Bayer Aktie bringen die US-News heute einen deutlichen Kurssprung. Aktuell notiert der Aktienkurs bei 61,30 Euro mit 3,3 Prozent im Vergleich zum XETRA-Schlusskurs vom Dienstag. Mit dem Anstieg könnte auch wieder charttechnische Hoffnung bei dem DAX-Wert aufkommen, der zuletzt an charttechnischen Hürden zwischen 62,60 Euro und 62,92/63,10 Euro nach unten abgeprallt war. Ein Ausbruch über die hier liegenden Hindernisse würde in der technischen Analyse der Bayer Aktie starke bullishe Impulse bedeuten - daran ändert nichts, dass schon um 64,72/65,09 Euro die nächsten stärkeren Hürden zu erwarten wären.

Solange diese Kaufsignale nicht zustande kommen, wären aber erneute Kursverluste jederzeit möglich. Im Kursverlauf der Bayer Aktie finden sich charttechnische Unterstützungen zwischen 58,34/58,44 Euro und 59,05/59,20 Euro. Selbst ohne die CropScienece-Sparte sei die Bayer Aktie bis zu 75 Euro wert, so die Experten. Dass der Glyphosat-Fall Monsanto in die Insolvenz bringe, sei nicht sehr wahrscheinlich, so die Baader-Analysten. Die aktuelle Börsenbewertung reduziere den Wert der CropScienece-Sparte daher nicht nur auf Null, sondern preise zusätzliche Schäden von bis zu 15 Milliarden Euro ein. Zudem weisen die Experten auf eine mögliche außerordentliche Sitzung des Aufsichtsrats in den kommenden Wochen hin. Dies könnte eine Wende im Verhalten von Bayer einleiten, das sich bisher immun gegen Kritik zeigte. Spekuliert wird über einen möglichen Wechsel im Management, mit dem Vertrauen wieder hergestellt werden könnte.

Behalten die Analysten bei Baader Helvea Equity Research recht, steht der Bayer Aktie eine Kursverdoopelung bevor - die Hindernisse um 63 Euro wären dann nur ein kleines Zwischenziel auf dem Weg nach oben. Die Experten sehen die Zielmarke für den DAX-Titel bei nicht weniger als 123 (!) Euro und bestätigen ihre Kaufempfehlung für den DAX-Wert.

Schon zuletzt gab es neue Analystenstimmen zur Bayer Aktie. Eine kommt von der Deutschen Bank, die weiter mit einem Kursanstieg des DAX-Titels auf 70 Euro rechnet. Neben dem Kursziel wird auch die Einstufung mit „Hold” durch die Analysten bestätigt. Die Quartalszahlen von Bayer seien gut ausgefallen und der Konzern gut unterwegs in Richtung der Zielsetzungen für das laufende Jahr, kommentieren die Experten.

Deutlich optimistischer ist man bei der Baader Bank für den Aktienkurs von Bayer und bestätigt das Kursziel von 123 Euro für den Anteilschein. Es bleibt zudem bei der Kaufempfehlung für den Titel. Die Experten sehen eine gestiegene Wahrscheinlichkeit, dass das Unternehmen aus Leverkusen in den Fokus unter anderem aktivistischer Investoren gerate. Auf die Konzernspitze sei der Druck zudem dadurch gestiegen, dass die Aktionäre auf der Hauptversammlung am Freitag die Entlastung verweigert hätten.

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