Fed: Powell erteilt Idee auf baldige Zinssenkung eine klare Absage! - Nord LB Kolumne


Da Signale für eine baldige Zinssenkung ausblieben reagierten die Aktienmärkte entsprechend leicht verschnupft, die Renditen 10J Bunds und 10J US-Treasuries notieren minimal höher und der Euro fiel auf wieder unter 1,12 USD. Bild und Copyright: Mark Van Scyoc / shutterstock.com.

Da Signale für eine baldige Zinssenkung ausblieben reagierten die Aktienmärkte entsprechend leicht verschnupft, die Renditen 10J Bunds und 10J US-Treasuries notieren minimal höher und der Euro fiel auf wieder unter 1,12 USD. Bild und Copyright: Mark Van Scyoc / shutterstock.com.

Nachricht vom 02.05.2019 02.05.2019 (www.4investors.de) - Am gestrigen Abend hat die Federal Reserve wie erwartet die Zinspause verlängert. Die Fed Funds Target Rate blieb unverändert bei 2,50%. Die Entscheidung war wieder einstimmig. Das FOMC-Statement beinhaltete nur wenige Anpassungen. So wurde der Satz, die wirtschaftliche Dynamik habe sich im I. Quartal gegenüber dem IV. Quartal abgeschwächt, richtigerweise durch den Passus ersetzt, dass die Wirtschaft „solide“ wachse. Spätestens das mit 3,2% Q/Q (ann.) stärker als erwartet ausgefallene BIP-Wachstum für das I. Quartal hatte diese Maßnahme erforderlich gemacht. Die zweite Änderung bezog sich auf die Kerninflationsrate, die statt „bei 2%“ mittlerweile „bei unter 2%“ notiere, was ebenfalls den Tatsachen entspricht. Zudem nahm die Federal Reserve eine eher als technisch zu bewertende Maßnahme vor, da sie den Zinssatz für Überschussreserven um 5Bp auf 2,35% senkte. Ein geldpolitisches Signal sehen wir hierin allerdings nicht. Als Forward Guidance wurde der Passus beibehalten, die Notenbank werde „geduldig“ abwarten, wie sich die Konjunktur und insbesondere das Preisniveau entwickeln.

Wie üblich wurden nach der ersten FOMC-Sitzung eines Quartals keine aktualisierten Projektionen veröffentlicht.

Auf der anschließenden Pressekonferenz erteilte Jerome Powell die im Markt derzeit diskutierte Idee einer „Sicherheitszinssenkung („insurance cut“) eine klare Absage. Die aktuelle Geldpolitik sei „angemessen“ und „komfortabel“. Er bezeichnete die derzeit niedrige Inflationsrate als „vorübergehend“ mit „temporär“ entlastend wirkenden Faktoren. Zudem notiere sie nahe 2% – und das bei einem engen Arbeitsmarkt. Powell erwähnte die zuletzt wieder zu beobachtenden verbesserten Bedingungen auf den Finanzmärkten und die Aufhellungen beim globalen Wachstum. Er stellte klar, dass die Zinssenkung der Überschussreserven kein geldpolitischer Hinweis sei.

Wir halten bereits seit längerem die Konjunktursorgen – zumindest für die USA – für übertrieben, da die US-Binnenwirtschaft anhaltende Stärke aufweist. Sollte sich der wabernde Nebel aus den externen Themen Brexit und Handelskonflikt in den kommenden Monaten halbwegs positiv lichten, können wir uns eine Zinsanhebung der Fed noch in diesem Jahr unverändert gut vorstellen. Wir rechnen mit einem solchen Schritt im IV. Quartal, wenn die Inflationsrate wieder die Marke von signifikant über 2,0% anpeilen wird. Dann sollte auch die Kernrate von Zuwächsen bei den Löhnen und Mieten sukzessive angestiegen sein.

Da Signale für eine baldige Zinssenkung ausblieben reagierten die Aktienmärkte entsprechend leicht verschnupft, die Renditen 10J Bunds und 10J US-Treasuries notieren minimal höher und der Euro fiel auf wieder unter 1,12 USD.

Fazit: Die Fed wartet – wie von nahezu allen Marktteilnehmern prognostiziert – weiter ab. Der Leitzins wurde bei 2,50% belassen. Zwar wurde der Zinssatz für Überschussreserven leicht gesenkt, was aber eher als technische Maßnahme angesehen werden sollte. Dies betonte auch Jerome Powell auf der Pressekonferenz. Die derzeit niedrige Inflationsrate sei zudem eine vorübergehende Erscheinung. Powell verwies auf verbesserte Bedingungen auf den Finanzmärkten und Aufhellungen bei den globalen Wachstumsaussichten. Unseres Erachtens sollte man vor allem für die USA nicht zu schwarz malen, was die letzten Konjunkturdaten bestätigen. Wir rechnen im Zuge des stabilen Arbeitsmarkts und einer robusten Binnenkonjunktur perspektivisch mit einer Fortsetzung eines soliden Wachstums. Aufgrund steigender Löhne und damit auch Mieten sowie des Ölpreisschubs dürfte die Inflation im zweiten Halbjahr signifikant höher bei wieder über 2% tendieren. Dies wird die Federal Reserve im IV. Quartal zu einer moderaten Zinsanhebung bewegen. (Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter )


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