Wieviel China steckt im künftigen Ausbau der 5G-Moblifunknetze? - Commerzbank Kolumne

Während die EU-Kommission den Vorschlag unterbreitet, nicht grundsätzlich auf 5G-Ausrüstungen der Asiaten zu verzichten, läuft in den EU-Ländern eine heftig und kontrovers geführte Diskussion. Bild und Copyright: Filipe Frazao / shutterstock.com.

Während die EU-Kommission den Vorschlag unterbreitet, nicht grundsätzlich auf 5G-Ausrüstungen der Asiaten zu verzichten, läuft in den EU-Ländern eine heftig und kontrovers geführte Diskussion. Bild und Copyright: Filipe Frazao / shutterstock.com.

30.04.2019, 10:12 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Die USA fordern nach wie vor den Ausschluss chinesischer Hersteller beim weltweiten Ausbau der Netze für die nächste Mobilfunkgeneration. Huawei & Co. werden vorgeworfen, die Technologie auch zu Spionagezwecken nutzen zu wollen. Während die EU-Kommission den Vorschlag unterbreitet, nicht grundsätzlich auf 5G-Ausrüstungen der Asiaten zu verzichten, läuft in den EU-Ländern eine heftig und kontrovers geführte Diskussion. Die Mitgliedsstaaten wurden von der EU aufgefordert, eingesetzte Technik beim 5G-Netzausbau hinsichtlich der möglichen Sicherheitsrisiken zu prüfen, sich danach untereinander auszutauschen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Die Bundesregierung - wie auch viele der führenden Telekommunikationsanbieter in Europa - sprechen sich derzeit gegen einen Boykott aus. Großbritannien plant offenbar, Huawei von bedeutenden Teilen des Ausbaus auszuschließen, das Unternehmen bei nicht sicherheitsrelevanten Teilen der geplanten Infrastruktur (z.B. bei Antennen) aber dennoch weiter einzubinden. Die endgültige Entscheidung trifft der Nationale Sicherheitsrat unter der Leitung von Theresa May. Der totale Ausschluss der Chinesen wäre nicht nur auf der Insel schwer zu bewerkstelligen. Zwar stünden insbesondere die europäischen Netzwerkspezialisten Nokia und Ericsson bereit, als Ersatz einzuspringen. Eine Verschiebung der Nachfrage wirkt jedoch preiserhöhend, hinzu kommen zeitlich verzögerte Aufträge, die den insbesondere von der Industrie geforderten raschen Einstieg in das 5G-Zeitalter ausbremsen. Huawei produziert allerdings schon jetzt in einem erheblichen Umfang Basis-Ausrüstungen für die installierten 4G-Netze. Nicht nur in Deutschland könnte daher ein Boykott auch erhebliche Auswirkungen auf die bestehende Netz-Versorgung haben. Bislang zeigt sich Huawei nach außen hin gelassen und verweist auf eine hohe Kooperationsbereitschaft, gemeinsam einen Netzwerk-Sicherheitsstandard zu entwickeln.

Anleihen


China: Einkaufsmanagerindex (Apr.), 3:00 Uhr
Deutschland: Arbeitslosenzahl (Apr.), 9:55 Uhr
Deutschland: Verbraucherpreise (Apr.), Nachmittag
Euroraum: Bruttoinlandsprodukt (Q1), 11:00 Uhr
USA: Chicago Einkaufsmanagerindex (Apr.), 15:45 Uhr
USA: Verbrauchervertrauen (Apr.), 16:00 Uhr

Die chinesischen Einkaufsmanagerindizes blieben im April nach der Erholung im Vormonat hinter den Erwartungen zu-rück: So fiel der amtliche Index für die Industrie von 50,5 auf 50,1 Punkte. Dennoch gibt es Anzeichen für eine Stabilisie-rung der Konjunktur in China. Auch die steigenden Frachtra-ten im Containerverkehr deuten auf eine leichte Belebung des Welthandels hin. In den Frühindikatoren im Euroraum spiegeln sich diese Vorboten bislang nicht wider: Nach dem Ifo-Geschäftsklimaindex vergangene Woche enttäuschte auch der Economic Sentiment Indicator der EU-Kommission (104 Punkte nach 105,6 Punkte im März). Damit setzte sich der seit Anfang 2018 bestehende Abwärtstrend fort. Die Sozialisten sind als klarer Sieger aus den spanischen Parlamentswahlen am Wochenende hervorgegangen. Zwar fehlen bei einem Bündnis mit der linken Podemus noch einige Stimmen für eine Mehrheit im Parlament – doch die Sozialis-ten können auf die Unterstützung regionaler Parteien jenseits der katalanischen Separatisten hoffen. Angesichts der im Vergleich zu Frankreich, Deutschland und Italien gutlaufen-den Konjunktur wird eine neue sozialistische Regierung wohl die Steuern für niedrigere Einkommen verringern. Zu hoffen ist, dass man dabei auch das Ziel, das staatliche Defizit unter 3% des BIPs zu senken, nicht aus den Augen verlieren wird. In den USA entwickelt sich trotz der steigenden Löhne kein zusätzlicher Preisdruck: Besondere Aufmerksamkeit schenkt die US-Notenbank dabei dem Deflator für den privaten Kon-sum (ohne Energie und Nahrungsmittel): Demnach lag die Inflation im März bei nur 1,6% (Februar: 1,7%).

Aktien


Airbus, Amgen, Apple, Ergebnis Q1/Q2
Beiersdorf, BP, General Electric, Ergebnis Q1
Lufthansa, Mastercard, McDonald´s, Ergebnis Q1
Merck, MTU Aero Engines, Orange, Ergebnis Q1
Pfizer, Prudential Financial, Repsol, Ergebnis Q1
Samsung Elec., Standard Ch., Symrise, Ergebnis Q1

Die europäischen Börsen tendierten gestern dank steigender Kurse am Nachmittag etwas freundlicher. Die Aufschläge hielten sich aber in engen Grenzen. Die Leitindizes gewan-nen um bis zu 0,2%. In einem insgesamt recht trägen Handel fehlten entscheidende Impulse auf der Mikro- und Makroebe-ne. Der Dax erreichte am Vormittag mit 12.376 Punkten ein neues Jahreshoch, bevor dann aber leichte Gewinnmitnah-men einsetzten. Die Aktie von ThyssenKrupp gehörte mit einem Abschlag von 2,1% zu den Tagesverlierern. Die Covestro-Aktie gab um 1,3% nach. Hier konnten die vorge-legten Quartalszahlen offenbar nicht überzeugen. Dax-Spit-zenreiter war die Aktie von Fresenius Medical Care mit einem Aufschlag von 2,1% (Fresenius: +1,5%). Auf europäischer Sektorenebene waren insbesondere Bankwerte gefragt (+1%). Am Ende der Performancerangliste notierten Werte aus dem Bereich Öl & Gas (-1%). Die Börsen in den USA wiesen ebenfalls leichte Aufschläge auf. Der S&P 500-Index erzielte abermals ein neues Rekordhoch. Auf Sektorenebene (S&P 500) waren wie in Europa v.a. Bankwerte (+0,9%) ge-fragt. Dagegen büßten Immobilientitel als Tagesverlierer 1,1% ein. Aufgrund schwächerer Makrodaten aus China tendierten die asiatischen Börsen uneinheitlich. Während der südkorea-nische Kospi-Index um 0,5% nachgab, lag der Schanghai A-Index kurz vor Schluss leicht im Plus. Die japanische Börse bleibt wegen der „Goldenen Woche“ und aufgrund des Thron-wechsels bis zum 6. Mai geschlossen. Die Epoche „Heisei“ (Frieden schaffen) wird nun von der Epoche „Reiwa“ (schöne Harmonie) abgelöst. Wir wünschen gutes Gelingen.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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