Verschärfte Iran-Sanktionen könnten Ölpreise weiter ansteigen lassen - Commerzbank Kolumne

26.04.2019, 11:14 Uhr - Autor: Michael Barck  Michael Barck auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Am Ölmarkt drohen mit den US-Sanktionen gegen den Iran weitere erhebliche Angebotsausfälle. Die OPEC-Staaten werden dieses Defizit nur mildern, aber nicht ausgleichen können. Bild und Copyright: Slavko Sereda / shutterstock.com.

Am Ölmarkt drohen mit den US-Sanktionen gegen den Iran weitere erhebliche Angebotsausfälle. Die OPEC-Staaten werden dieses Defizit nur mildern, aber nicht ausgleichen können. Bild und Copyright: Slavko Sereda / shutterstock.com.

Die USA werden die Ausnahmen von den Sanktionen gegen iranische Ölexporte nicht über den 1. Mai hinaus verlängern. Betroffen sind insbesondere China, Indien, Südkorea, Japan und die Türkei. Am Ölmarkt drohen somit weitere erhebliche Angebotsausfälle. Da auch in Venezuela der Produktionsrückgang anhält, könnten diese das höchste Niveau der letzten Jahre erreichen. Eine Mehrproduktion der anderen OPEC-Staaten und eine geringere Nachfrage dürften die Ausfälle zunächst nur mildern, aber nicht ausgleichen. Die Angebotsseite ist derzeit extrem volatil und das Blatt kann sich rasch wenden. Im Blick steht zunächst die mögliche Verlängerung des Förderbegrenzungsabkommens der OPEC+, das am 30. Juni ausläuft.

Anleihen


Japan: Arbeitslosenquote (März), 01:30 Uhr
USA: Bruttoinlandsprodukt (1. Quartal), 14:30 Uhr

Am Rentenmarkt verzeichneten Staatstitel aus Spanien und insbesondere aus Italien Kursverluste. Spanische Anleihen litten unter dem ungewissen Ausgang der Parlamentswahlen am kommenden Sonntag. Auf Basis der letzten Umfragen kann keiner der beiden Parteien-Blöcke mit einer Mehrheit rechnen, so dass die Regierungsbildung wieder sehr lange dauern dürfte. Italienische Papiere verloren aufgrund des andauernden politischen Regierungszwists und der wach-senden Staatsverschuldung. Zudem steht heute Abend das Länderrating Italiens von S&P zur Überprüfung an. Der Risikoaufschlag einer zehnjährigen italienischen Staatsanleihe gegenüber der Bundesanleihe beträgt inzwischen 270 Basispunkte. Vor zwei Wochen waren es „nur“ 240 Basispunkte. Der Euro schwächte sich gegenüber dem US-Dollar den dritten Tag hintereinander ab und notiert nun bei 1,113 US-Dollar je Euro. In den USA sind die Aufträge langlebiger Wirtschaftsgüter im März überraschend deutlich gestiegen. Sie legten um 2,7% M/M zu. Volkswirte hatten lediglich mit einem Anstieg um 0,8% gerechnet. Ohne die schwankungsanfälligen Transportgüter erhöhten sich die Aufträge um 0,4%. Der Ölpreis setzte auch gestern seinen beeindrucken Anstieg fort. Seit Jahresbeginn legte er um 40% auf zwischenzeitlich fast 75 US-Dollar je Fass der Sorte Brent zu. Noch immer wirkt die Entscheidung der US-Regierung nach, die Ausnahmen von den Iran-Sanktionen in der nächsten Woche nicht zu verlängern. Weil Saudi Arabien einer kurzfristigen Anhebung der Ölproduktion eine Absage erteilt hat und sich erst einmal vor einer Anhebung der Fördermenge mit den anderen Produzenten absprechen möchte, droht eine Angebotsverknappung. Zudem liefert Venezuela wegen unfreiwilliger Ausfälle seiner Anlagen immer weniger Öl.

Aktien


Air Liquide, Trading Update Q1
Chevron, Exxon, Ergebnis Q1
Daimler, Ergebnis Q1
Deutsche Bank, Ergebnis Q1
Sanofi, Ergebnis Q1
Total, Ergebnis Q1

Die europäischen Aktienbörsen traten am gestrigen Handelstag mehr oder weniger auf der Stelle und schlossen letztendlich im Minus. Eine positive Phase, die die Indizes am Vormittag größtenteils in den Plusbereich führte, wurde durch schlechte Vorzeichen von der Wall Street zunichte gemacht. Die beste Performance im deutschen Leitindex Dax 30 wiesen die Aktien von ThyssenKrupp (+1,5%) und Bayer (+1,4%) auf. Der Pharma- und Agrarchemiekonzern hatte mit seinen Zahlen zwar nur die Erwartungen getroffen und lediglich den Ausblick bestätigt, aber allein dies reichte in der aktuell schwierigen Phase des Unternehmens, um die Anleger zu beruhigen. Die Titel von Wirecard (-3,7%) hingegen fielen nach anfänglichen Gewinnen am Ende deutlich zurück und waren damit Schlusslicht im deutschen Auswahlindex. Im EUROSTOXX enttäuschte Nokia (-9,0%) mit seinen Quartalszahlen deutlich. Auch auf Branchenebene waren hauptsächlich Verluste zu verzeichnen. Lediglich Versorger (+1,0%) sowie Telekommunikation und Versicherungen (je +0,4%) tendierten fester. In New York knüpfte der Dow Jones an seine Vortagsverluste an, belastet durch den Kurseinbruch von 3M (-13,0% nach schwachen Zahlen und einem gesenkten Jahresziel). Dagegen konnte der Nasdaq 100 seinen Höhenflug dank der starken Quartalsvorlagen von Facebook (+5,9%) und Microsoft (+3,3%) weiter fortsetzen. Kommunikationsdienste und Gesundheit (jeweils +1,1%) stachen positiv hervor, während die meisten anderen Branchen schwächer tendierten, allen voran die Industrie (-2,0%). Die asiatischen Märkte verzeichnen heute Morgen überwiegend Kursverluste.

Auf einem Blick - Chart und News: DAX - Aktienindex

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