Setzen Rohstoffpreise nach gutem 1. Quartal ihren Abwärtstrend fort? - Commerzbank Kolumne


Es ist fraglich, ob der Rückenwind für die Rohstoffpreise weiterhin anhält. „In der Summe verbleibt ein moderater Gegenwind”, glauben die Börsenexperten der Commerzbank. Bild und Copyright: kemdim / shutterstock.com.

Es ist fraglich, ob der Rückenwind für die Rohstoffpreise weiterhin anhält. „In der Summe verbleibt ein moderater Gegenwind”, glauben die Börsenexperten der Commerzbank. Bild und Copyright: kemdim / shutterstock.com.

Nachricht vom 04.04.2019 04.04.2019 (www.4investors.de) - Die Rohstoffpreise haben ein gutes 1. Quartal hinter sich und konnten sich von der Schwäche im 2. Halbjahr 2018 erholen, die Verluste aber nicht wettmachen. Begünstigt wurde die Erholung vor allem durch drei Effekte: 1. Der positive saisonale Einfluss. 2. Die Wachstumsstabilisierung in den Schwellenländern. 3. Ein relativ knappes Angebot durch Ausfälle und wegen geringer Investitionen. Zu 1: Der saisonale Einfluss dreht nun. Zu 2: Die Wachstumsstabilisierung der Schwellenländer beruht vor allem auf den Stützungsmaßnahmen Chinas und geldpolitischen Lockerungen. Es ist fraglich, ob dieser Rückenwind anhält. Zu 3: Die Angebotsseite dürfte weiter stützen. In der Summe verbleibt ein moderater Gegenwind.

Anleihen


Deutschland: Auftragseingänge Industrie (Feb), 8 Uhr
Euroraum: EZB-Protokoll vom 7. März, 13:30 Uhr
USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr

Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen sind gestern zum ersten Mal seit acht Handelstagen wieder in den positiven Bereich geklettert (nach -0,05% bis auf +0,01%). Treiber waren zum einen der vom Wirtschaftsmagazin Caixin ermittelte Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen in China, der deutlich besser als erwartet anstieg. Außerdem beflügelten Meldungen, die Handelsgespräche zwischen den USA und China seien zu 90% abgeschlossen. Strittig sei aber noch, wie schnell die von den USA verhängten Strafzölle zurückgenommen werden und wie die Abmachungen durchgesetzt werden sollen. Ebenfalls unterstützend wirkte der Einkaufsmanagerindex der Dienstleistungsunternehmen aus dem Euroraum, dessen finale Daten für März nun deutlich über der Erstschätzung liegen (53,3 statt 52,7 Punkte). Dies ist der höchste Wert seit November und unterstreicht unsere Einschätzung, dass die Wirtschaft des Euroraums nicht in eine Rezession schlittern sollte. Die Geschäfte der US-Dienstleister haben sich im März schwächer als erwartet entwickelt. Der Index des Institute for Supply Management (ISM) für die Geschäftsaktivität im Dienstleistungssektor sank kräftig von 59,7 auf 56,1 Punkte. Damit liegt das Stimmungsbarometer aber weiterhin deutlich über der Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum angezeigt wird. Schaut man auf die Unterkomponenten, so weisen diese für Neuaufträge und Produktion nach unten, dagegen stiegen die Unterindizes für Beschäftigte und für Preise. Heute früh enttäuschten die Auftragseingänge der deutschen Industrie. Im Februar gingen sie um 4,2% gegenüber dem Vormonat zurück (-8,4% J/J). Gerechnet wurde mit einem leichten Zuwachs. Die Schwäche kam hier in erster Linie aus dem Ausland und zwar außerhalb des Euroraums.

Aktien


Rocket Internet, Jahresergebnis

Die europäischen Aktienmärkte tendierten am gestrigen Handelstag fester und setzten damit ihren jüngsten Kursanstieg weiter fort. Die Leitindizes kletterten in der Spitze um bis zu 1,7% (Deutschland). Es gibt viele Börsenweisheiten. Eine davon lautet, dass man sich möglichst nicht gegen die Politik der Notenbanken stellen soll („Don´t fight the Fed“). Seitdem die US-Notenbank am Anfang des Jahres quasi kapituliert und somit ihre restriktive Geldpolitik aufgegeben (Stichwort: Zinspause) und im März auch die Europäische Zentralbank ihre sehr expansive Geldpolitik bestätigt hat, steigen die weltweiten Aktienmärkte wieder kräftig an. So erzielten gestern sowohl der Eurostoxx 50 als auch der Dax neue Jahreshochs. Für zusätzlichen Rückenwind sorgten zuletzt auch wieder etwas bessere Wirtschaftsdaten aus China sowie positive Signale in Bezug auf den Handelsstreit zwischen den USA und China, der nun möglicherweise kurz vor seinem Ende stehen könnte. Auch die Irrungen und Wirrungen hinsichtlich des leidigen Brexit-Themas sorgten mit der jüngsten Kehrtwende von Frau May für positive Impulse. Auf europäischer Sektorenebene waren insbesondere Aktien aus den Bereichen Chemie und Finanzdienstleistungen gefragt, die im Schnitt um 2,1% bzw. um 1,9% zulegten. Am Ende der Performancerangliste notierte der Bereich Pharma mit durchschnittlichen Verlusten in Höhe von 0,3%. Die Börsen in den USA tendierten freundlicher. Der Dow Jones-Index gewann dank eines Schlussspurts um 0,2%. Auf Sektorenebene (S&P 500) waren vor allem Aktien aus dem Bereich Rohstoffe gefragt, die im Schnitt um 1,3% zulegten. Dagegen stand der Energiesektor unter Abgabedruck (-1%). Die Börsen in Asien tendierten uneinheitlich. Während der Nikkei 225-Index nahezu unverändert tendierte, legte der Schanghai A-Index kurz vor Handelsschluss um 1% zu. Seit Jahresbeginn gewann der chinesische Leitindex damit rund 30%. (Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter )

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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