Deutschland: Verbraucherpreisanstieg schwächt sich im März ab - Commerzbank Kolumne

„Für die EZB gibt es bei diesem niedrigen Preisauftrieb keinen Grund an ihrer Geldpolitik etwas zu ändern”, glauben die Börsenexperten der Commerzbank. Bild und Copyright: hxdbzxy / shutterstock.com.

„Für die EZB gibt es bei diesem niedrigen Preisauftrieb keinen Grund an ihrer Geldpolitik etwas zu ändern”, glauben die Börsenexperten der Commerzbank. Bild und Copyright: hxdbzxy / shutterstock.com.

29.03.2019, 09:43 Uhr - Autor: Michael Barck  Michael Barck auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Im März sind die Verbraucherpreise in Deutschland im Jahresvergleich um 1,3% gestiegen, nach 1,5% im Februar. Zu dem geringeren Preisanstieg trugen maßgeblich weniger stark gestiegene Lebensmittelpreise bei. Andererseits erhöhten sich die Energiekosten. Es scheint sich zu bestätigen, dass die Unternehmen ihre seit gut einem Jahr stärker zulegenden Lohnkosten bisher kaum an ihre Kunden weitergeben. Kommenden Montag stehen die Inflationsdaten für den Euroraum an. Wir rechnen dort mit einem Rückgang der Kernteuerungsrate auf 0,9%. Für die EZB gibt es bei diesem niedrigen Preisauftrieb keinen Grund an ihrer Geldpolitik etwas zu ändern. Wir erwarten lange Zeit keine Zinserhöhung.

Anleihen


Deutschland: Arbeitsmarktdaten (Mrz), 09:55 Uhr
USA: Persönl. Einkommen/Ausgaben (Feb), 13:30 Uhr
USA: Verkäufe neuer Häuser (Feb), 15:00 Uhr

Die gestern gemeldeten Konjunkturdaten fielen im Euroraum und in Übersee überwiegend enttäuschend aus. So ging das EU-Wirtschaftsvertrauen von 106,2 auf 105,5 Punkte deutlicher als erwartet zurück und folgt den Einkaufsmanagerindizes. Vor allem das Industrievertrauen war stark rückläufig. Die Eingänge von Exportaufträgen zeigen sich hier besonders schwach. Der Dienstleistungssektor hält sich dagegen noch einigermaßen robust. Es zeichnet sich ab, dass das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal im Euroraum noch schwächer als in den Vorquartalen ausfallen dürfte. Zudem bleibt der Preisauftrieb in Deutschland schwach. So ging die Inflationsrate im März von 1,5% auf 1,3% J/J zurück, insbesondere wegen eines geringeren Anstiegs der Nahrungsmittelpreise (siehe im Blickpunkt). Vergleichsweise erfreulich fielen die EZB-Daten aus. So stieg das M3-Wachstum im Februar von 3,8% auf 4,3% J/J überraschend deutlich. Vor allem die Kreditvergabe an die Haushalte erhöhte sich von +3,2% auf +3,3% J/J sowie das bereinigte Kreditwachstum an nicht-finanzielle Unternehmen von +3,4% auf +3,7% J/J. Auch in den USA überwogen schwächere Daten. So wurde das reale BIP-Wachstum im 4. Quartal bei der 2. Revision von 2,6% auf 2,2% (ggü. Vorquartal annualisiert) heruntergenommen. Gesenkt wurden der Private Konsum von +2,8% auf +2,5% und die Investitionen von 3,9% auf 3,1%. Der US-Dollar konnte sich aufgrund der Safe-Haven-Funktion in Breite stärken. Der Euro ging kurzfristig auf die Marke von 1,1220 US-Dollar zurück. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihe erhöhte sich gestern lediglich um 2 Bp. ausgehend vom lokalen Tief. Die US-Renditen stiegen etwas mehr an. Das Pfund schwächte sich vor der heutigen Brexit-Abstimmung im Unterhaus leicht ab.

Aktien


Hennes & Mauritz, Ergebnis Q1
Rhön-Klinikum, Bilanz-PK
Telecom Italia, Hauptversammlung

Die europäischen Aktienmärkte tendierten am gestrigen Handelstag nach einem freundlicheren Start zum Schluss uneinheitlich. Die Leitindizes kletterten in der Spitze um bis zu 0,6% (London). Tagesverlierer waren die Börsen in Spanien und Italien, die Kursverluste in Höhe von 0,6% aufwiesen. Die Rendite für die 10jährige deutsche Bundesanleihe erreichte mit -0,091% nahezu ein neues Jahrestief, was vor allem Bankaktien belastete. So fiel der Kurs der Deutschen Bank um 3,4%; die Aktie litt auch unter Gerüchten über eine mögliche Kapitalerhöhung. Einzelwertgeschichten bestimmten im Wesentlichen das Handelsgeschehen. Zu den Tagesverlierern im Dax (+0,1%) gehörte die Aktie von Infineon (-2%), die noch unter der Umsatz- und Ergebniswarnung vom Mittwoch litt. Die Aktie von Bayer (-0,1%), die nach einem negativen Urteil in Bezug auf das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat ein neues Jahrestief bei 54,48 Euro markierte, erholte sich im Tagesverlauf wieder. Zu den Tagesgewinnern im deutschen Leitindex zählten hingegen die Aktien von FMC (+1,4%) und Merck (+1,6%). Auf europäischer Sektorenebene waren insbesondere Aktien aus dem Bereich Chemie gefragt, die im Schnitt um 0,8% zulegten. Am Ende der Performancerangliste notierte der Bereich Banken (-1,3%). Die Börsen in den USA tendierten freundlicher. Der Dow Jones-Index gewann 0,4%. Auf Sektorenebene (S&P 500) waren vor allem Aktien aus dem Bereich Rohstoffe gefragt, die im Schnitt um 1% zulegten. Dagegen stand der Versorgersektor unter Abgabedruck (-1,3%). Die Börsen in Asien tendierten zum Wochenschluss freundlicher. Positive Signale in Bezug auf die Handelsgespräche zwischen den USA und China ließen den Schanghai A-Index um 3,2% klettern. Der Nikkei 225-Index gewann 0,8%.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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