Epigenomics: Wichtige Weichenstellung in der US-Politik - Exklusivinterview

Epigenomics-Vorstandschef Greg Hamilton spricht im Exklusivinterview mit der Redaktion von www.4investors.de über ein neues Gesetzesvorhaben in den USA, das sich positiv auf die Verkaufszahlen für den Darmkrebstest Epi proColon des Unternehmens auswirken könnte. Bild und Copyright: Epigenomics.

Epigenomics-Vorstandschef Greg Hamilton spricht im Exklusivinterview mit der Redaktion von www.4investors.de über ein neues Gesetzesvorhaben in den USA, das sich positiv auf die Verkaufszahlen für den Darmkrebstest Epi proColon des Unternehmens auswirken könnte. Bild und Copyright: Epigenomics.

22.03.2019, 07:29 Uhr - Autor: Johannes Stoffels  Johannes Stoffels auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Ein Gesetzentwurf in den USA zur Darmkrebserkennung hat für Epigenomics große Bedeutung. Das macht Vorstandschef Greg Hamilton im Exklusivinterview mit der Redaktion von www.4investors.de deutlich. Hamilton erläutert in dem Gespräch, welche Möglichkeiten und Chancen sich aus diesem Vorschlag für sein Unternehmen aber auch für Patienten ergeben. Für eine neue Prognose ist es bei Epigenomics aber noch zu früh.


www.4investors.de: Am vergangenen Freitag hat Epigenomics gemeldet, dass ein Gesetzesentwurf zur Darmkrebserkennung in den US-Kongress eingebracht wurde. Was genau beinhaltet dieser Vorschlag?

Hamilton:
Die Gesetzesvorlage sieht vor, dass die staatliche US-Krankenversicherung CMS alle von der US-Gesundheitsbehörde FDA zugelassenen Bluttests zur Darmkrebsvorsorge erstatten muss. Derzeit ist unser Test, Epi proColon, der einzige von der FDA zugelassene Bluttest für das Darmkrebs-Screening.

www.4investors.de: Wie wichtig ist es, dass dieser Vorschlag von einem Republikaner und einem Demokraten kommt?

Hamilton:
Die überparteiliche Unterstützung ist äußerst wichtig, insbesondere in der heutigen US-Politik, wo die Positionen in der Regel sehr polarisiert sind. Es gibt über 30 Millionen Menschen im Alter zwischen 50 und 75 Jahren, die keine Vorsorge betreiben. Dabei ist Darmkrebs die zweithäufigste Ursache für Krebstodesfälle in den USA. Das ist eine inakzeptable Zahl, die durch Routine-Screenings deutlich reduziert werden kann. Daher haben sowohl Demokraten als auch Republikaner die Gesetzesvorlage unterstützt, die mehr Optionen für die Patientenvorsorge zulässt und letztendlich das Auftreten dieser Krankheit reduzieren möchte.

www.4investors.de: Der Entwurf wird also den Kongress passieren? Wie geht es dann weiter?

Hamilton:
Zunächst muss der Gesetzesentwurf vom verantwortlichen Unterausschuss im Kongress zur Abstimmung vorgelegt werden. Das kann entweder als eigenständiges Gesetz oder als Teil eines größeren Gesetzespakets zur Gesundheitsversorgung geschehen. Wir erwarten letzteres. Wenn das Repräsentantenhaus zustimmt, wird es an den Senat weitergeleitet. Ein "Spiegelbild" des Gesetzes wurde bereits Anfang letzten Jahres als parteiübergreifende Gesetzesvorlage in den Senat eingebracht und wird voraussichtlich in Kürze ebenfalls erneut dem Senat vorgelegt. Wenn auch der Senat den Gesetzesentwurf verabschiedet hat, muss er vom Präsidenten unterzeichnet werden. Im Anschluss tritt das Gesetz dann in Kraft.

www.4investors.de: Wann kann aus dem Gesetzesentwurf dann eine tatsächliche Verbesserung für den Patienten kommen?

Hamilton:
Der Gesetzesentwurf verlangt, dass CMS die Erstattung des Tests innerhalb von sechs Monaten übernimmt.

www.4investors.de: Welchen Einfluss hat dieser Entwurf auf die Geschäfte von Epigenomics in den USA? Muss ihre Prognose in der Folge angepasst werden?

Hamilton:
Die CMS-Erstattung wird sich deutlich positiv auf unser Geschäft auswirken. Da die Umsetzung des Gesetzes aber wie gesagt bis zu sechs Monate dauern kann, werden die Auswirkungen auf unsere Prognose davon abhängen, wann das Gesetz in Kraft tritt.

www.4investors.de: Im vergangenen Sommer waren sie enttäuscht, dass der Darmkrebstest weiterhin nicht in den Richtlinien zur Darmkrebsvorsorge der American Cancer Society auftaucht. Kann die jüngste Meldung aus dem Kongress dies kompensieren?

Hamilton:
Auf jeden Fall. Unser oberstes Ziel ist die Erstattung durch CMS, das wir durch die Verabschiedung des Gesetzes erreichen werden. Wir gehen aber auch davon aus, dass wir nach der Veröffentlichung der Ergebnisse des Mikrosimulationsmodells, die wir für die erste Jahreshälfte 2019 erwarten, in die Richtlinien aufgenommen werden.

www.4investors.de: Und wie verlaufen ihre damals anvisierten Gespräche mit der American Cancer Society?

Hamilton:
Nach der Veröffentlichung des Mikrosimulationsmodells erwarten wir, dass die American Cancer Society und andere Richtliniengruppen die Ergebnisse berücksichtigen und Epi proColon in ihre Guidelines aufnehmen werden.

www.4investors.de: In Deutschland gab es kürzlich Berichte über einen Bluttest für den Nachweis von Brustkrebs, der von der Uniklinik Heidelberg entwickelt wurde. Ist dieser Test eine Bedrohung für Epigenomics?

Hamilton:
Nein. Epigenomics hat keinen Bluttest für den Nachweis von Brustkrebs. Darüber hinaus ist der Test im Gegensatz zu unserem Test Epi proColon noch nicht auf dem Markt. Allerdings haben wir kürzlich Daten zu unserem Bluttest zur Erkennung von Leberkrebs veröffentlicht und eine Studie in den USA gestartet, die ein weiterer Schritt in Richtung FDA-Zulassung unseres zweiten Bluttests ist.

Korrekturhinweis vom 25. März: In einer früheren Version hieß es in der Antwort auf Frage 3: „Wenn der Kongress zustimmt, wird es an den Senat weitergeleitet”. Wir bitten den Übersetzungsfehler zu entschuldigen, richtig heißt es: „Wenn das Repräsentantenhaus zustimmt, wird es an den Senat weitergeleitet”.

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