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Steinhoff Aktie: Und wie geht es nun weiter?

Steinhoff wird sich von weiteren Tochtergesellschaften trennen müssen, um Geld für die Entschuldung hereinzuholen. Wen trifft es? Als Verkaufskandidaten gelten Tochtergesellschaften wie Poundland oder auch Conforama. Bild und Copyright: Michael Barck / www.4investors.de.

Steinhoff wird sich von weiteren Tochtergesellschaften trennen müssen, um Geld für die Entschuldung hereinzuholen. Wen trifft es? Als Verkaufskandidaten gelten Tochtergesellschaften wie Poundland oder auch Conforama. Bild und Copyright: Michael Barck / www.4investors.de.

19.03.2019 07:53 Uhr - Autor: Michael Barck  Michael Barck auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

An zwei Tagen in Folge zeigte sich im Kursverlauf der Steinhoff Aktie intraday eine spürbare Erholung vom Tagestief. Am Freitag war dies mit einem Tagestief bei 0,1142 Euro und einem XETRA-Schlusskurs bei 0,132 Euro allerdings noch auf die Vorlage des PwC-Untersuchungsberichts zum Bilanzskandal zurückzuführen. Gestern fiel dieser Sondereffekt aus, der angesichts fehlender wichtiger Einzelheiten ohnehin recht schnell verpuffte. Im Tagesverlauf am Montag rauschte die Steinhoff Aktie wieder auf 0,116 Euro nach unten, verlor damit nahezu die kompletten Vortagesgewinne nach der Berichtsvorlage wieder. Mit 0,1199 Euro ging es aber vom Tief erholt und „nur” mit 9,17 Prozent Minus aus dem Handel.

So ist der erste der beiden wichtigen Termine verstrichen, auf die die Börse bei der Steinhoff Aktie gesetzt hat - zumindest die Bullen. Die nächste entscheidende Runde steht Mitte April an: Dann wird das niederländisch-südafrikanische Unternehmen die noch ausstehenden beiden Bilanzen vorlegen. Dann sollten sich auch die Auswirkungen des Untersuchungsberichts auf die Zahlen zeigen. Nicht vergessen: Steinhoff International hat bereits milliardenschwere Abschreibungen auf Assets vorgenommen. Steinhoff International wird sich zudem in der nächsten Zeit von weiteren Tochtergesellschaften trennen müssen, um Geld für die Entschuldung hereinzuholen.

Liegen die Bilanzen vor, wird sich das Management endlich stärker auf das operative Geschäft und die Beilegung der wachsenden Zahl an Rechtsstreitigkeiten widmen können. Als Verkaufskandidaten gelten Tochtergesellschaften wie Poundland oder auch Conforama. Die Spekulationen hierüber könnten die nächsten Monate prägen.

Der Blick auf die charttechnische Lage zeigt kurzfristig wichtige Unterstützungsmarken für die Steinhoff Aktie um 0,113/0,114 Euro und 0,116/0,118 Euro. Nach unten wird die Zone noch durch das untere Bollinger-Band bei zurzeit 0,1124 Euro, Tendenz steigend, verstärkt. Gestern zeigte sich bereits wieder bei 0,125/0,127 Euro charttechnischer Widerstand für die Steinhoff Aktie, sodass das Freitagshoch bei 0,132 Euro und die hier liegende Hürdenzone bei 0,132/0,134 Euro gar nicht erst getestet werden konnte. Ein Ausbruch hierüber würde weiter den Blick wohl in Richtung der nächsten Hürde bei 0,140/0,143 Euro lenken, an der Steinhoffs Aktienkurs Ende Februar nach unten abprallte.

Hier noch einmal unser Beitrag zum PwC-Untersuchungsbericht des Steinhoff-Bilanzskandals:

Steinhoff: Der PwC-Bericht ist da – Viele irreguläre Transaktionen


Mehr als ein Jahr hat PwC im Auftrag von Steinhoff International an einem Bericht gearbeitet, in dem es um die Vorwürfe gegen das Unternehmen und dessen Manager geht. Heute publiziert die Gesellschaft auf zehn Seiten Ergebnisse der Untersuchungen. Dabei wird deutlich, dass eine kleine Anzahl von Managern Gewinne und Assets von Steinhoff in der Vergangenheit über einen längeren Zeitraum deutlich aufgeblasen haben. Ein nicht näher benanntes Mitglied der Geschäftsführung habe andere Manager entsprechende Anweisungen gegeben. Dabei haben auch Personen geholfen, die nicht bei Steinhoff beschäftigt waren. Gegen verschiedene Personen könnte Steinhoff in der Folge juristisch vorgehen.

Es gab eine Vielzahl von fiktiven oder irregulären Transaktionen. Dabei wurden auch fiktive Einkünfte geschaffen. Viele Einheiten von Steinhoff waren von diesen Aktionen betroffen. Die genauen finanziellen Auswirkungen sind noch unklar. Fiktive oder irreguläre Einkünfte mit Dritten hat es laut dem Report in den Jahren 2009 bis 2017 in einem Volumen von rund 6,5 Milliarden Euro gegeben.

Keiner der von PwC identifizierten Manager arbeitet heute noch für Steinhoff. Im nächsten Schritt sollen die betroffenen Personen gehört werden. PwC wird die Untersuchungen vermutlich fortsetzen, da es weiter Unklarheiten und offene Fragen gibt.

Auf einem Blick - Chart und News: Steinhoff International

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