Leoni Aktie stürzt weiter ab - das sind die Gründe

Chaos beim Kabelhersteller Leoni: Das Unternehmen kassiert die Prognose für das laufende Jahr ein. Zu groß sind die Belastungen vor allem aufgrund der Probleme im Werk in Merida. Der Finanzvorstand nimmt seinen Hut. Bild und Copyright: Leoni.

Chaos beim Kabelhersteller Leoni: Das Unternehmen kassiert die Prognose für das laufende Jahr ein. Zu groß sind die Belastungen vor allem aufgrund der Probleme im Werk in Merida. Der Finanzvorstand nimmt seinen Hut. Bild und Copyright: Leoni.

18.03.2019, 10:05 Uhr - Autor: Michael Barck  Michael Barck auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Ein Kette schlechter Nachrichten lässt die Leoni Aktie seit schon seit Januar 2018 fallen. Von Kursen um 66 Euro ging es seitdem bis auf 18,91 Euro nach unten. Das bisherige Tief für den Anteilschein des Kabelherstellers wird heute unterboten: Eine Gewinnwarnung für 2019 lässt die Leoni Aktie am Montagmorgen auf ein neues Baissetief bei 17,86 Euro fallen. Im Vergleich zum Freitag verliert das Papier damit fast ein Fünftel an Wert. Dass Leoni zugleich den sofortigen Rückzug von Finanzvorstand Karl Gadesmann melden muss, vergrößert die Unsicherheit an der Börse für die Aktie nur. Eine feste Nachfolgeregelung gibt es bisher nicht. „Die Aufgaben seines Ressorts werden bis zur Neubesetzung durch den Vorstandsvorsitzenden Aldo Kamper wahrgenommen”, kündigt Leoni an.

Die Prognose für 2019 kassiert Leoni ein und legt erst einmal keine neue vor. Gleich mehrere Faktoren belasten die Entwicklung bei den Nürnbergern. So steigen die Kosten im Zusammenhang mit den Anlaufschwierigkeiten im Werk in Merida weiter, aktuell rechnet man für 2019 hier mit 50 Millionen Euro an Belastungen. Erschwerend kommt hinzu, dass Leoni bisher nicht die gewünschten Ergebnisverbesserungen in anderen Werken realisieren konnte. Neben der anhaltend schwachen Entwicklungen in der Bordnetzsparte, hier haben Unternehmensangaben zufolge einige Abnehmer ihre Produktabrufe deutlich gekürzt, hat sich das Marktumfeld weiter verschlechtert. Dies gelte vor allem für den chinesischen Markt, so Leoni - das Land bereitet der Automobilbranche und damit auch Zulieferern wie Leoni durch die schwierige Marktlage Probleme.

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Die Süddeutschen reagieren auf die sich verschärfende Lage mit weiteren Restrukturierungen. So stehen Geschäftsbereiche mit bis zu 500 Millionen Euro Umsatzvolumen zur Disposition - man ziehe für diese Bereiche „alle Optionen in Betracht”, so Leoni. „Leoni beabsichtigt zudem die Unternehmensstruktur in eine schlanke, auf kapitalmarktrelevante Funktionen ausgerichtete Finanzholding mit zwei unternehmerisch eigenständig agierenden Divisionen zu ändern”, so das Unternehmen weiter. Mit einem Performance- und Strategie-Programm sollen Kosten und Cashflow verbessert werden. Bis 2022 hofft die Gesellschaft auf Einsparungen im Volumen von 500 Millionen Euro, die zum Teil aber durch Lohnsteigerungen und Rabatte wieder kompensiert werden. „Der Nettoeffekt von VALUE 21 soll in einem stabilen Marktumfeld über die nächsten 3 Jahre zu einer Verbesserung der EBIT-Marge um 2 bis 3 Prozentpunkte im Vergleich zu 2018 führen. Der Free Cashflow soll analog um 4 bis 5 Prozentpunkte steigen”, so Leoni zu den erwarteten Auswirkungen der Restrukturierung, für die einmalige Kosten von 120 Millionen Euro anfallen sollen.

Für 2018 meldet Leoni einen Umsatzanstieg von 4,93 Milliarden Euro auf 5,1 Milliarden Euro. Vor Zinsen und Steuern ist das Ergebnis von 227 Millionen Euro auf 144 Millionen Euro gefallen, unter dem Strich bricht der Überschuss um rund die Hälfte auf 73 Millionen Euro ein. Der Free Cashflow von Leoni hat sich im vergangenen Jahr um 158 Millionen Euro verschlechtert und liegt mit 147 Millionen Euro im negativen Bereich. „Das Ergebnis von Leoni für das Geschäftsjahr 2018 ist insbesondere durch die enttäuschende Performance des neuen Bordnetz-Standorts in Merida belastet”, so Leoni.

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