„Wir wollen Coreo zu einer etablierten Marke entwickeln“ - CEO Marinov

15.03.2019, 08:16 Uhr - Autor: GBC AG  GBC AG auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Coreo-Vorstandschef Marin N. Marinov erläutert im Interview, welche Pläne er mit dem Emissionserlös aus der jüngsten Kapitalerhöhung der Gesellschaft hat: Ein Ausblick auf mögliche Neuinvestments. Bild und Copyright: Coreo AG.

Coreo-Vorstandschef Marin N. Marinov erläutert im Interview, welche Pläne er mit dem Emissionserlös aus der jüngsten Kapitalerhöhung der Gesellschaft hat: Ein Ausblick auf mögliche Neuinvestments. Bild und Copyright: Coreo AG.


Coreo fokussiert sich bei der Arbeit auf Gewerbe- und Wohnimmobilienportfolios. Dabei schaut man sich vor allem in B- und C-Lagen um. In den vergangenen knapp zwei Jahren hat die Immobiliengesellschaft fünf Investments getätigt. Der Kaufpreis für diese Immobilien lag bei fast 40 Millionen Euro. Kurz vor dem Jahreswechsel gab es bei Coreo eine Kapitalerhöhung. Vorstandschef Marin N. Marinov erläutert im Interview mit GBC, welche Pläne er mit dem frischen Kapital hat. Marinov gibt auch einen Ausblick auf mögliche Neuinvestments. Zudem spricht er über das aktuelle Portfolio und die sich daraus entwickelnden Chancen. Wenn alles wie gewünscht klappt, könnte Coreo in einigen Jahren in einer ganz anderen Liga spielen.


GBC: Im Rahmen der im Dezember 2018 durchgeführten Kapitalerhöhung hat die Coreo einen Emissionserlös in Höhe von 10,5 Millionen Euro von ursprünglich geplanten 16,0 Millionen Euro erreicht. Wie zufrieden sind Sie mit dem Verlauf der Kapitalmaßnahme?

Marinov:
Überaus zufrieden. Und ja, als wir mit den Vorbereitungen im Sommer begannen, war die interne Zielstellung selbstverständlich, das maximale Volumen von 10 Millionen Aktien zu platzieren. Aber im Gegensatz zu anderen Unternehmen haben wir uns nicht hinter dem denkbar schwierigen Marktumfeld Ende des vergangenen Jahres versteckt, sondern haben die Kapitalerhöhung trotzdem durchgezogen, erfolgreich durchgezogen. Denn bitte vergessen Sie nicht, für niedrig kapitalisierte Unternehmen ist es in turbulenten Zeiten ganz besonders schwierig, neues Kapital einzuwerben, und erst Recht kurz vor Weihnachten. Kurzum: Marktumfeld, Marktkapitalisierung, Volumen der Kapitalmaßnahme sowie Zeitpunkt wirkten belastend. Unter diesen Umständen ist das erzielte Emissionsvolumen von über 10 Millionen Euro, das im Übrigen etwa 2/3 der MarketCap vor der Kapitalerhöhung entspricht, ein voller Erfolg.

GBC: Welches Investitionsvolumen können Sie mit dem erreichten Emissionserlös stemmen und gibt es bereits konkrete Kaufplanungen?

Marinov:
Da wir die budgetierten Investitionen (CapEx) in unseren Bestand bereits vor der Kapitalerhöhung vollständig finanziert hatten, steht der gesamte Nettoemissionserlös für Zukäufe zur Verfügung. Hinzu kommen der bisher noch nicht investierte Teil der Optionsanleihe von rund 2 Millionen Euro sowie liquide Mittel. Alles in allem reden wir damit von einem Eigenkapital in Höhe von rund 14 Millionen Euro. Je nach Art der Immobilie sind wir damit in der Lage, ein Ankaufsvolumen von 30 Millionen Euro bis 40 Millionen Euro zu stemmen. Denn für die Finanzierung eines Objekts ohne nennenswerte Mieteinahmen – wie z.B. das von uns erworbene Hydra Portfolio - wird ein spürbar höherer Eigenkapitalanteil gefordert als im Falle einer gut vermieteten Wohnanlage.

Wir sind immer dabei, interessante Objekte und Portfolien zu prüfen. Dabei bleiben wir unserer Strategie treu und schlagen nur dann zu, wenn wir wirklich nachhaltig von einer Immobilie, einem Portfolio und dem jeweiligen Mehrwert für die Coreo AG überzeugt sind. Denn einen Euro kann man bekanntlich nur einmal ausgeben. Aktuell haben wir sowohl einige Gewerbeobjekte als auch ein Wohnungsportfolio im engeren Fokus.

GBC: Der Begriff „wertschaffende Wachstumsstrategie“ steht plakativ für die Unternehmensstrategie der Coreo AG. Können Sie dies anhand eines Projektes erläutern?

Marinov:
Gern! Nehmen wir das Beispiel Göttingen. Hier haben wir 432 Wohnungen, die sich auf 12 Gebäude verteilen, im Wege eines Gesellschaftskaufs übernommen. Unsere strategische Zielstellung sieht vor, dass wir uns auf der einen Seite von 7 Gebäuden trennen, während wir die verbleibenden Objekte auf der anderen Seite mit zum Teil erheblichem Kapitaleinsatz aufwerten und repositionieren und so für die langfristige Bestandshaltung entwickeln.

GBC: Welche Weiterentwicklungspotenziale liegen beim aktuellen Immobilienportfolio vor?

Marinov:
Von unseren fünf Objekten bzw. Portfolien weisen die 100 Wohnungen in Bad Köstritz als auch die Gewerbeimmobilie in Bruchsal kein nennenswertes Weiterentwicklungspotential auf. Anders sieht es bei den Immobilien in Mannheim und Göttingen sowie dem Hydra Portfolio aus. Hier sehen wir erhebliche Potenziale.

Beginnen wir mit Mannheim. Ein schon aufgrund seiner Dimension sehr besonderes Grundstück. Parallel zum Hafenbecken gelegen, ca. 1,5 Kilometer lang mit einer Tiefe von weniger als 25 Metern, teilweise unbebaut, teilweise mit unterschiedlichen Hallen bestanden. Hier wollen wir noch im ersten Halbjahr etwa 50 Prozent des Grundstücks an verschiedene Interessenten verkaufen. In der Folge würde unsere Kapitalbindung um ca. 85 Prozent sinken, während unsere Mieteinnahmen nur um etwa 55 Prozent abnehmen würden. Oder anders herum ausgedrückt. Für 15 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises verbleiben ca. 50 Prozent der Grundstücksfläche im Eigentum der Coreo, die ca. 45 Prozent der bisherigen Mieteinnahmen generieren.

Wie bereits ausgeführt, werden wir unseren Bestand in Göttingen nicht nur arrondieren, sondern durch Investitionen von über 7 Millionen Euro deutlich aufwerten. Auf Basis der erwarteten, jährlichen Zielmiete in Höhe von 1,4 Millionen Euro und eines angenommenen Multiplikators von 16 errechnet sich ein Zuschreibungspotential von über 4 Millionen Euro. Angemerkt sei an dieser Stelle noch, dass wir in Göttingen für vergleichbare Portfolien im vergangenen Jahr Faktoren von über 20 gesehen haben.

Anders als in Mannheim und Göttingen erzielen wir mit dem Hydra Portfolio faktisch keine laufenden Mieteinnahmen. Dennoch oder auch gerade deshalb weist es ein hohes Wertsteigerungspotential auf. Neben Erlösen von gut 8 Millionen Euro, die wir durch den planmäßigen Weiterverkauf der Standorte Trier, Marburg und Flensburg bereits erzielt haben resp. mit Weiterverkauf der Objekte in Bielefeld, Werdohl und Viersen noch realisieren werden, erwarten wir für die in den langfristigen Bestand übernommenen Gebäude in Darmstadt, Frankfurt, Gießen, Hanau, Kiel und Wetzlar nach Abschluss der notwendigen Investitionen von ca. 5,5 Millionen Euro jährliche Mieteinnahmen in Höhe von 1,5 Millionen Euro. Die Gesamtrechnung ist am Ende abhängig von dem Faktor, den die Bewerter für die vermieteten Objekte ermitteln. Ein konservativer Faktor von 16 würde einem Wertansatz von 24 Millionen Euro entsprechen. Dem stehen der Kaufpreis in Höhe von 22 Millionen Euro zuzüglich der genannten Investitionen von 5,5 Millionen abzüglich der Verkaufserlöse von 8 Millionen Euro gegenüber. Mit jedem von 16 nach oben oder unten abweichenden Faktorpunkt erhöht bzw. reduziert sich das Bewertungsergebnis um 1,5 Millionen Euro.

GBC: Welche Kriterien hinsichtlich Entwicklungspotenzial, Mietrendite, Leerstand etc. setzen Sie bei den Neuinvestments an?

Marinov:
Wie Sie wissen, sind wir auf das sogenannte Value Add Segment fokussiert. Wenn Sie so wollen, kaufen wir uns also Arbeit an Immobilien ein und keine sicheren Cash Flows aus Immobilien. Unsere Arbeit besteht darin, genau das zu ändern bzw. zu erreichen – stabile, nachhaltige Mieteinnahmen. Daher sind fest definierte Ankaufsparameter wie Mietrendite oder Leerstand nicht zwingend geeignet. Denken Sie nur an das Hydra Portfolio, dass faktisch non yielding war oder auf der anderen Seite an Göttingen mit einer Mietrendite von gut 12 Prozent. So verschieden die beiden Portfolioprofile sind, so unterschiedlich fallen Finanzierungsstruktur und -kosten aus. Allein deswegen wären einheitliche Ankaufsparameter wenig zielführend. Zudem investieren wir sowohl in Wohn- als auch in Gewerbeimmobilien. Und das grundsätzlich deutschlandweit.

Von den vielen Angeboten, die wir täglich erhalten, fällt ein großer Teil sofort durchs Raster, da Sie entweder nicht zu unserer Strategie passen oder aus unserer Sicht kein ausreichendes Wertsteigerungspotential für die durchzuführenden Maßnahmen aufweisen. Die aussichtsreichen Angebote prüfen wir sehr individuell, fallspezifisch. Wenn wir dabei für die jeweilige Immobilie eine aussichtsreiche Entwicklungsperspektive entwickeln können, dann wollen wir zum Abschluss kommen.

GBC: Wo sehen Sie die Coreo AG in den nächsten fünf Jahren?

Marinov:
Unser erklärtes Ziel (für den genannten Zeitraum) in Bezug auf harte Zahlen ist der Aufbau eines Immobilienportfolios mit einem Volumen von 400 Millionen Euro bis 500 Millionen Euro. Wobei uns Qualität/Rendite vor Portfoliovolumen/Umsatzwachstum geht. Was die noch junge Marke Coreo anbelangt, so wollen wir diese zu einer etablierten Größe entwickeln.


Dieses Interview ist eine Kooperation zwischen 4investors.de und der GBC AG.

Disclaimer: Der Text ist ein Beitrag der GBC AG. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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