Schwellenländerbörsen mit Underperformance im Februar 2019 - Commerzbank Kolumne

13.03.2019, 09:05 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Bild und Copyright: anathomy / shutterstock.com.

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Nach der leichten Outperformance im Januar 2019 erzielten die Schwellenländerbörsen im Februar 2019 eine Underperformance. Im Berichtsmonat legte der MSCI EM-Index lediglich um 0,1% zu, während der MSCI Welt-Index 2,5% gewann (Developed Markets: +2,8%). Nach wie vor profitieren die globalen Aktienmärkte von der Kapitulation der US-Notenbank zu Jahresbeginn. Die Underperformance der EM-Aktien erklärt sich zum einen aus Gewinnrevisionen nach unten (von 7,5% im Januar auf 5,9% im Februar) sowie aus dem leicht stärkeren US-Dollar (+0,6%). Ein Korb aus EM-Währungen büßte gegenüber dem USD 0,5% ein, wobei die türkische Lira (-3,2%) und der brasilianische Real (-2,9%) die größten Verluste verbuchten.

Auf Sektorenebene gehörten zyklische Branchen zu den Outperformern, wobei wie schon im Januar 2019 Gebrauchsgüterwerte (die letztjährigen Verlierer) die stärksten Gewinne (+4,7%) aufwiesen. Auf Regionenebene glänzte innerhalb der EM vor allem die Region Asien ex-Japan, die um 2,1% zulegte. Hier fiel die sehr gute Performance von China (+3,4%) und Hongkong (+5,9%) auf. Rückenwind gab vor allem die Hoffnung auf eine baldige Einigung im Handelskonflikt sowie expansive monetäre und fiskalpolitische Impulse. Die Regionen EMEA (-3,6%) und Lateinamerika (-4,3%) waren klar auf der Verliererseite. Der MSCI Brasilien-Index büßte nach der starken Rally der Vormonate rd. 5,3% ein.

Insgesamt zeigt sich das Wachstum in weiten Teilen der Schwellenländer unverändert stabil. So dürfte das BIP in Asien (ex-Japan) 2019 um schätzungsweise 5,5% (J/J) steigen. Risikofaktoren bleiben insbesondere die US-Zinspolitik, der schwelende Handelsstreit zwischen den USA und China, das Thema Brexit sowie die Sorge vor einer Verschärfung der globalen Konjunkturschwäche im Laufe des Jahres.

Anleihen


Japan: Aufträge Maschinenbau (Januar), 00:50 Uhr
Euroraum: Industrieproduktion (Januar), 11:00 Uhr
USA: Aufträge, langlebiger Güter (Januar), 13:30 Uhr
USA: Erzeugerpreise (Februar), 13:30 Uhr

Trotz des „Last Minute Angebots“ aus Brüssel hat das britische Parlament den Brexit-Plan von Theresa May gestern erneut abgelehnt. Heute dürfte das Parlament einen harten Brexit ebenfalls ablehnen. Somit läuft der Prozess weiter in Richtung einer Verschiebung des Austrittstermins. Im Zentrum der Diskussion steht weiter die Frage, was passiert, wenn sich Großbritannien und die EU nicht bis Ende 2020 über ein Freihandelsabkommen einigen können. Brüssel hatte als Garantie angeboten, dass ein Schiedsgericht darüber befinden dürfe, ob die EU die Verhandlungen aus politischen Gründen verschleppt. Der britische Generalstaatsanwalt Geoffrey Cox bezeichnete schon am Vormittag das Angebot aus Brüssel als substanzlos. May hatte dagegen das Angebot als eine "juristisch bindende Zusatzerklärung zum Austrittsabkommen" bezeichnet. Nun geht es also in die nächste Runde. Die Hardliner fordern rechtlich bindende Garantien aus Brüssel. Das wird schwierig. Diese Haltung offenbart ein Missverständnis in Bezug auf internationales Recht: Da es keine Exekutive gibt, die die Einhaltung internationaler Abkommen überwacht und durchsetzt, sind internationale Abkommen freiwillig und müssen beiden Seiten nutzen. Die Situation offenbart, dass beide Seiten noch nicht miteinander kooperieren. In den USA ziehen die wöchentlichen Stundenlöhne weiter an, während die Verbraucherpreise nur langsam steigen. Die Inflation (ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise) lag im Februar bei lauen 2,1% (nach 2,2% im Januar). Auch der Monatsvergleich zeigt keinen beschleunigten Preisanstieg. Dagegen steigen die realen Stundelöhne immer schneller – aktuell sind sie 1,9% höher als im Vorjahr.

Aktien


Adidas, Jahreszahlen
E.ON, Jahreszahlen
Innogy, Jahresergebnis
Prudential, Jahreszahlen
Rheinmetall, Jahreszahlen
Symrise, Jahreszahlen

Die positive Stimmung an den europäischen Aktienbörsen bröckelte bereits am Vormittag und letztendlich entwickelten sie sich den Rest des Tages im knapp negativen Terrain nur noch seitwärts. Nachdem die grundsätzliche Erwartungshaltung, dass im britischen Unterhaus ein positives Abstimmungsergebnis erzielt werden könnte, aufgegeben werden musste, kippte die Stimmung. Im deutschen Leitindex Dax 30 profitierten die Aktien von FMC (+1,7%) von der Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramms. Am Ende der Kurstabelle standen hingegen wieder einmal die Titel des Indexneulings Wirecard (-4,7%). Im Kleinwerteindex SDax setzte sich der Stahlhändler Klöckner & Co. positiv in Szene, dessen Papiere (+11,5%) nach einem optimistischen Ausblick ansprangen. Im EUROSTOXX 50 konnten die Aktien des Flugzeugproduzenten Airbus (+1,4%) angesichts der negativen Nachrichtenlage beim Wettbewerber Boeing zulegen. An der insgesamt fester tendierenden Wall Street wurde der Dow Jones Industrial erneut von der Kursschwäche der Boeing-Titel (-6,2%, weitere Luftraum-Sperren für die 737 Max 8) ausgebremst. Dage-gen setzten die IT-Titel mit Apple (+1,1%) an der Spitze des Auswahlindexes ihren positiven Trend weiter fort. Im marktbreiten S&P 500 konnten außer dem Industriesektor (-0,9%) fast alle Branchen leichte Gewinne verbuchen. An den asiatischen Börsen überwog zur Wochenmitte nach den jüngsten Kursgewinnen wieder die Vorsicht. Vor allem der Nikkei 225 notiert heute Morgen angesichts enttäuschender Daten aus dem Maschinenbausektor schwächer. Auch die europäischen Märkte werden leichter eröffnen.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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