Deutschland: Produktion bleibt auch im Januar schwach - Commerzbank Kolumne

12.03.2019, 09:02 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Bild und Copyright: anathomy / shutterstock.com.

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Im Januar hat die Produktion in Deutschland mit einem Rückgang um 0,8% gegenüber dem Vormonat negativ überrascht (-3,4% J/J). Immerhin wurde das Dezember-Ergebnis deutlich von -0,4% auf +0,8% nach oben revidiert. Verantwortlich für den Rückgang im Januar war in erster Linie eine wieder deutlich schwächere Produktion in der Automobilindustrie, aber auch ohne diesen Effekt zeigt die Tendenz nach unten. Positiv entwickelte sich dagegen die wieder höhere Produktion in der Chemie, die zuvor wegen der niedrigen Pegelstände der Flüsse gefallen war. Insgesamt erwarten wir für die kommenden Monate wieder Zuwächse, da sich insbesondere die Autoproduktion erholen dürfte.

Anleihen


Großbritannien: Industrieproduktion (Jan), 10:30 Uhr
USA: Verbraucherpreise (Feb), 13:30 Uhr

Nach der EZB-Ratssitzung vergangene Woche, in der die EZB längerfristige Refinanzierungsgeschäfte ankündigte und unveränderte Leitzinsen für dieses Jahr signalisierte, tendierten erstklassige Staatsanleihen gestern weiter freundlich. EZB-Chef Mario Draghi betonte zudem die Bereitschaft der Notenbank, die Geldpolitik bei einer enttäuschenden Entwicklung weiter zu lockern. Die Konjunkturdaten blieben aber auch zum Wochenbeginn schwach. So ging die Produktion in Deutschland im Januar um 0,8% M/M entgegen der Erwartung eines Anstiegs zurück. Als Trost blieb, dass der Vormonat von -0,4% M/M auf +0,8% M/M kräftig nach oben revidiert wurde (siehe im Blickpunkt). Die Marktteilnehmer goutierten dies allerdings nicht. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen blieb gestern weitgehend zwischen 0,06% und 0,07% gefangen, nur minimal höher als nach der EZB-Sitzung. Gewinnmitnahmen gab es jedoch in Italien, wo die Spreads nach der EZB-Sitzung deutlich zusammengelaufen waren. Ein leicht positives Signal kam vom deutschen Außenhandel. Dabei konnten die Ausfuhren im Januar das Dezemberniveau halten, erwartet worden war ein Rückgang. Damit lagen sie zwar leicht über dem Durchschnitt des vierten Quartals, von Rückenwind aus dem Ausland kann aber noch keine Rede sein. In den USA überraschten die Einzelhandelsumsätze für Jauar mit einem Anstieg von 0,2% M/M (2,3% J/J) positiv; es war mit einer Stagnation gerechnet worden. Dafür wurden die Daten für Dezember kräftig nach unten revidiert, so dass es trotz des leichten Anstiegs der Einzelhandelsumsätze wohl bei einem schwachen Privaten Verbrauch im ersten Quartal geblieben sein dürfte. Angeblich gibt es eine Einigung beim Brexit über einen zeitlich limitierten „Backstop“. Das britische Pfund stärkte sich deutlich gegenüber dem Euro und US-Dollar.

Aktien


EDP, Jahresergebnis
Klöckner & Co., Jahresergebnis
Uniper, Jahresergebnis
Volkswagen, Jahresergebnis

Die europäischen Aktienmärkte tendierten zu Wochenbeginn freundlich. Die Leitindizes legten um bis zu 0,9% (AEX-Index in Holland) zu. Die Aktienmärkte befinden sich nach wie vor im Spannungsfeld einer sich weiterhin abschwächenden globalen Konjunktur sowie einer teilweise sehr lockeren Geldpolitik. Nach der Kapitulation der US-Notenbank zu Jahresbeginn hat in der vergangenen Woche auch die Europäische Zentralbank ihre sehr expansive Geldpolitik bestätigt bzw. noch einmal verschärft. Eine Leitzinserhöhung vor dem Jahr 2021 scheint nun in Europa in weite Ferne gerückt zu sein. Die Rendite für die 10jährige deutsche Bundesanleihe sank in der vergangenen Woche auf ein Niveau von unter 0,05%. Somit dürfte nicht nur die finanzielle Repression von Millionen von Sparern weitergehen, sondern auch die Fehlallokation von Kapital, die nicht nur an den teilweise heiß gelaufenen Immobilienmärkten zu preisverzerrenden Effekten führt. In diesem Umfeld gewann der Dax 0,8%. Tagesgewinner war die Aktie von Wirecard (+7,7%). Nach Fusionsspekulationen waren auch die Aktien der Deutschen Bank (+5%) und der Commerzbank (+7,2%) gesucht. Auf europäischer Sektorenebene waren dann auch insbesondere Bank- sowie Rohstoffaktien gefragt (+1,5% bzw. +1,6%). Am Ende der Performancerangliste notierte der Bereich Haushaltsgüter mit minimalen Verlusten. Die Börsen in den USA tendierten freundlich. Der Dow Jones-Index gewann 0,8%. Gefragt waren v.a. IT-Werte, die im Schnitt um 2,2% kletterten. Selbst defensive Werte aus dem Versorgersektor gewannen als „Tagesverlierer“ im Schnitt noch 0,7%. Die Börsen in Asien tendierten ebenfalls überwiegend freundlich. Der Nikkei 225-Index gewann 1,8% und der Schanghai A-Index 1,1%.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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