Renditen von Unternehmensanleihen sinken, dafür steigen die Kurse - Commerzbank Kolumne

07.03.2019, 09:21 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Die Europäische Zentralbank trifft heute eine geldpolitische Entscheidung. Bild und Copyright: Unchalee Khun / shutterstock.com.

Die Europäische Zentralbank trifft heute eine geldpolitische Entscheidung. Bild und Copyright: Unchalee Khun / shutterstock.com.


Zum Jahresbeginn 2019 erreichte die Ausweitung der Risikoaufschläge (Spreads) von Unternehmensanleihen einen zweijährigen Höhepunkt. Seitdem haben sich die Spreads deutlich reduziert, parallel gingen auch die Marktrenditen kräftig zurück. So sank zum Beispiel der siebenjährige Swapsatz von 0,48% auf inzwischen 0,36%. Die Halter von Anleihen können sich somit über ordentliche Kursgewinne freuen. Für Anleger frischen Geldes bleiben aktuell geringere Renditen übrig. Trotzdem lässt sich noch die ein oder andere interessante Anleihe finden, insbesondere im BBB- oder Non-Investmentgradebereich. Ein erneuter Renditeanstieg im Jahresverlauf ist ebenfalls nicht auszuschließen.

Anleihen


Euroraum: BIP-Wachstum (Q4, Details), 11:00 Uhr
Euroraum: EZB Zinsentscheidung, 13:45 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosengeld, 14:30 Uhr

Glaubt man US-Präsident Trump, so sind „schlechte“ Handelsabkommen sowie der aus der straffen Geldpolitik resultierende „starke“ US-Dollar dafür verantwortlich, dass das US-Handelsbilanzdefizit neue Höhen erklimmt. Fakt ist aber, dass das US-Leistungsbilanzdefizit in den Jahren der Trump-Administration von -4,0% auf -4,6% gestiegen ist und das Haushaltsdefizit parallel dazu von -3,1% auf -4,4%. Die Daten belegen sehr schön, dass die volkswirtschaftliche Theorie eines kausalen Zusammenhangs der beiden Defizite („Twin-Deficit-Hypothesis“) nicht falsch ist. Daher überrascht es nicht, dass trotz neuer Handelsabkommen und Strafzöllen das Handelsbilanzdefizit saisonbereinigt im Januar auf 80,3 Mrd. US-Dollar angestiegen ist (Dezember: 71,4 Mrd. USD). Auch die Geldpolitik wirkt nicht restriktiv. Das Beschäftigungswachstum wird durch die Fed weiter angeschoben. Laut dem ADP-Bericht wurden im Februar 183.000 zusätzliche Stellen geschaffen – nach revidiert 300.000 Stellen im Januar. Seit Dezember befindet sich der Arbeitsmarkt in einem neuen Aufwind. Der amtliche Bericht dürfte am Freitag ein ähnliches Bild zeigen. Mit der wachsenden Beschäftigung steigen aber auch die Löhne schneller. Laut dem „Beige Book“ ist die US-Wirtschaft im Januar und Februar trotz des Handelsstreits und des Government Shutdowns gewachsen, aber mit einem moderateren Tempo. Die Europäische Zentralbank trifft heute eine geldpolitische Entscheidung. Nach den zahlreichen Wortmeldungen von Ratsmitgliedern über einen neuen Langfristtender, dürfte die EZB heute ihre Pläne konkretisieren – ohne sich aber bereits festzulegen. Zudem dürfte sie signalisieren, dass der Leitzins wohl länger unverändert bleibt. Bislang lautet die Sprachregelung „bis über den Sommer“.

Aktien


Deutschland: Continental, Deutsche Post, Merck KGaA, Vonovia, Axel Springer, Drägerwerk, Hannover Rück, Hugo Boss, Knorr-Bremse, Pro Sieben,
Übriges Europa: LafargeHolcim

Zurückhaltung prägte gestern weiter das Marktgeschehen in Europa. Der DAX handelte den ganzen Tag in einer engen Spanne von gerade mal 80 DAX-Punkten und gab letztlich ganz leicht um 0,3% nach. Der EuroStoxx 50 schloss dank festerer südeuropäischer Finanzwerte nur 0,1% im Minus. Diese würden von einem neuen Langfristtender der EZB profitieren, der heute Gegenstand der EZB- Pressekonferenz sein könnte. Angesichts der Senkung der Wachstumsprognose durch die OECD insbesondere für Europa bleibt eine vorsichtige Grundhaltung bestimmend. Auf dem höchsten Niveau seit November letzten Jahres scheint auch für die Optimisten eine Grenze zu liegen. Vermutlich warten die Marktteilnehmer auf einen definitiven Erfolg der amerikanisch-chinesischen Handelsgespräche. Unter den Einzelwerten sorgten erneut die Zwischenberichte für größere Veränderungen. Der Autozulieferer und MDAX-Absteiger Schäffler kassierte seine Prognose und landete 6,2% im Minus und drückte den ganzen Autosektor. Im DAX lag lediglich Dt. Bank (+1,4%) über der 1%-Zuwachsmarke. Dagegen gaben FMC und Infineon um 2% ab. Auch in den USA gab es einen insgesamt ruhigen Handel mit negativem Ausgang. Die großen Marktbarometer Dow Jones und Nasdaq Comp. gaben 0,5% bzw. 0,9% nach. Schwächste Sektoren waren Gesundheit (-1,5%), Energie (-1,3%) und Industrie (-0,9%). Entsprechend lagen Walgreens (-3,6%) und Pfizer (-2,4%) im Dow Jones am Ende. In Asien verzeichnen die Märkte heute ähnliche Verluste wie die US-Indizes, so dass die Vorgaben für Europa für einen Handelstag mit erneut vielen Zwischenberichten negativ sind.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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