Wind- und Solarenergie: Verlauf der neuen Stromtrasse SuedLink gewinnt an Konturen - Commerzbank Kolumne

Die Energiepolitik bleibt ein Zankapfel - das zeigt sich auch beim geplanten Netzausbau in Deutschland an der Stromtrasse SuedLink, mit der Wind- und Solarenergie vom Norden in den Süden gelangen soll. Bild und Copyright: jaroslava V / shutterstock.com.

Die Energiepolitik bleibt ein Zankapfel - das zeigt sich auch beim geplanten Netzausbau in Deutschland an der Stromtrasse SuedLink, mit der Wind- und Solarenergie vom Norden in den Süden gelangen soll. Bild und Copyright: jaroslava V / shutterstock.com.

Nachricht vom 05.03.2019 05.03.2019 (www.4investors.de) - Die Netzbetreiber Tennet und TransnetBW haben ihren Vorschlag für den voraussichtlichen Verlauf der Stromtrasse SuedLink vorgestellt. Aus verschiedenen Korridorvarianten wurde mittels detaillierter Untersuchungen anhand sachlicher Kriterien wie Wasser- und Artenschutz oder Bebauung ein Vorschlag für die Stromautobahn mit einer Länge von über 700km gefunden. Ziel ist es, den Strom der energiereichen Wind- und Solarparks im Norden in die energieintensiven Industriezentren im Süden Deutschlands zu transportieren. Für ein Gelingen der Energiewende ist der Netzausbau eine wichtige Maßnahme. Das Investitionsvolumen veranschlagen die Netzbetreiber auf etwa 10 Mrd. EUR. Geplant ist ein Trassenverlauf mit einem 1.000 m breiten Korridor ausgehend von Schleswig-Holstein, westlich an Hannover vorbei über Nordhessen und Thüringen nach Bayern und Baden-Württemberg. SuedLink besteht aus zwei Verbindungen mit einer Kapazität von jeweils 2 GW: von Wilster nach Grafenrheinfeld (Bayern) sowie von Brunsbüttel nach Großgartach (Baden-Württemberg). Letztendlich liegt die Entscheidung über den Verlauf, der bei den Ländern und Regionen teils heftig umstritten ist, bei der Bundesnetzagentur. Diese wird ihre Entscheidung voraussichtlich bis Ende 2019 fällen. Die Planung für die wichtige Nord-Süd-Verbindung soll bis 2021 abgeschlossen sein. Anschließend ist die Errichtung bis 2025 vorgesehen. Dieser straffe Zeitplan ist nach Meinung der Netzbetreiber nur einzuhalten, wenn es keine Verzögerungen etwa durch Klagen gäbe. Bürger können bereits heute auf den Projektwebseiten der Netzbetreiber die Übersichtskarten zum Vorschlagskorridor und zum Korridornetz einsehen. Darüber hinaus informieren die Netzbetreiber ab dem 25. März 2019 die Bürger vor Ort über den Planungsstand und die nächsten Schritte im Genehmigungsverfahren.

Anleihen


Australien: Zinsentscheidung, 04:30 Uhr
Großbritannien: Service PMI (Februar), 10:30 Uhr
USA: ISM-Index Dienstleistungen (Februar), 16:00 Uhr
USA: Neubauverkäufe (Dezember), 16:00 Uhr

China und die USA kommen anscheinend einer Lösung des Handelskonfliktes näher. China sei bereit, die Zölle auf US-Produkte einschließlich landwirtschaftlicher Güter, Chemikalien und Autos zu senken. Die USA dürften im Gegenzug die Zölle auf viele Produkte ganz abschaffen. Eine schriftliche Vereinbarung könnte Ende März im Rahmen eines Gipfeltreffens der beiden Staatspräsidenten erzielt werden. Tarifverhandlungen sind immer eine Gradwanderung: Bei zu hohen Lohnabschlüssen drohen negative Beschäftigungseffekte. Hinken die Lohnabschlüsse hinter dem Potenzialwachstum einer Gesamtwirtschaft hinterher, so droht im besten Fall eine Umverteilung: Der Anteil der Arbeitseinkommen schrumpft. Im schlechtesten Fall bremst die Lohnzurückhaltung die Nachfrage und das gesamtwirtschaftliche Wachstum. Entscheidend ist im Endergebnis das konjunkturelle Umfeld. Hinsichtlich des aktuellen Lohnabschlusses im öffentlichen Sektor in Deutschland ist nicht erkennbar, dass er die Schraube in die eine oder andere Richtung überdreht. Moody’s hat sein Rating für Griechenland um zwei Stufen von B3 auf B1 angehoben. Der Ausblick wurde entsprechend von positiv auf stabil geändert. Das Reformprogram würde Früchte tragen, stellt Moody’s fest. Dank struktureller Maßnahmen hätten sich die Staatsfinanzen nachhaltig verbessert. Zudem könne sich das Land nun wieder auch über den Kapitalmarkt finanzieren. Heute platziert Griechenland eine neue Anleihe. US Präsident Trump hat erneut die angeblich restriktive Geldpolitik der US-Notenbanker kritisiert. Die daraus resultierende Dollarstärke würde den Unternehmen schaden. Angesichts der kräftig steigenden Löhne sind uns dagegen die Zinserwartungen mittlerweile zu niedrig.

Aktien


Chevron, Analystenkonferenz

Die europäischen Aktienmärkte tendierten zum Wochenstart überwiegend freundlicher. Leichte Verluste von bis zu 0,2% verzeichneten lediglich die Leitindizes in Spanien, Deutschland und in der Schweiz. Insgesamt setzte sich damit der freundliche Grundton der vergangenen Wochen fort. Der Stoxx Europe 50-Index gewann seit Jahresbeginn fast 10,5%. Für etwas Rückenwind sorgte gestern u.a. der Sentix-Geschäftsklimaindex, der im März 2019 nach sechs Rückgängen in Folge erstmals wieder leicht zulegte. Hinzu kamen erneut Hoffnungen auf eine baldige Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China. In diesem Umfeld waren u.a. Automobilaktien wie Volkswagen (+0,1%) oder Daimler (+0,4%) gefragt, die auch von der Nachricht über leicht steigende Neuwagenverkäufe im Februar in Deutschland profitierten. Der Dax verlor nach Gewinnmitnahmen in der letzten Handelsstunde 0,1%. Tagesverlierer waren die Aktien von Wirecard (-2,2%) und Fresenius Medical Care (-2,2%). An die Dax-Spitze setzte sich die Aktie von Bayer (+1,3%). In der zweiten Reihe verlor die Aktie von Gerry Weber rd. 8% und erzielte ein neues Tief bei 0,39 Euro. Auf europäischer Sektorenebene waren insbesondere Medienaktien gefragt, die im Schnitt um 1% zulegten. Am Ende der Performancerangliste notierten Werte aus dem Bereich Reise & Freizeit, die im Schnitt 0,7% verloren. Die Börsen in den USA tendierten gestern leichter. Der Dow Jones-Index verlor 0,8%. Auf Sek-torenebene waren Rohstoffaktien (+0,5%) gefragt (Tagesverlierer: Pharma, -1,3%). Die Börsen in Asien tendierten uneinheitlich. Während der Nikkei 225-Index um 0,4% fiel, gewann der Schanghai A-Index 0,9% (+22% seit Jahresbeginn). A-Aktien profitierten u.a. von der Nachricht, dass China Steuersenkungen zur Ankurbelung der Konjunktur plant. Die chinesische Regierung hatte zuvor die BIP-Wachstumsprognose für 2019 auf eine Spanne von 6% bis 6,5% reduziert. (Redakteur: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter )

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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